Der Kapitalismus sagt: „Mach etwas aus deinem Leben!“

flickr. / Elvert Barnes

Es gibt ein seltsames Phänomen: Sämtliche Daten und Statistiken belegen, dass es den Menschen in freien oder auch nur halbfreien Ländern besser geht als zum Beispiel in Diktaturen. Lebenserwartung, Gesundheit, Einkommen – in jeder Hinsicht geht es den Menschen in freien Ländern besser.

Freiheit ist gut, sie funktioniert – und trotzdem stirbt sie. Jedes Jahr rinnt uns unsere Freiheit ein bisschen mehr durch die Finger: Vorratsdatenspeicherung, Mindestlohn, Kontoabfragen durchs Finanzamt, endlose Vorschriften und so weiter.

Der Sozialismus ist in jeder nur denkbaren Variante ausprobiert worden, wobei Venezuela nur das neueste Beispiel ist – ein Land, in dem es mittlerweile keine Lebensmittel mehr zu kaufen gibt. All das wissen wir, und trotzdem wählt sich irgendeine Generation irgendwo wieder in den Sozialismus.

Aber warum? Was ist die Anziehungskraft des Sozialismus? Sind die Menschen dumm? Haben die Sozialisten bessere Rhetoriktrainer? Werden die Menschen von ihnen hereingelegt? Und wenn ja, warum schaffen wir es nicht, dieselben Menschen mit freiheitlichen Ideen hereinzulegen?

Das ist wirklich eine wichtige Frage, denn unsere Zukunft hängt davon ab.

Kein Sozialist argumentiert noch, dass es den Menschen im Sozialismus wirtschaftlich besser gehe. Dieser Zug ist ein für allemal abgefahren. Die Sozialisten haben nur ein einziges Argument, das unter dem Strich in etwa wie folgt lautet: „Was ist mit den Armen, den Schwachen, den Bedürftigen? Deren Interessen kommen doch an erster Stelle. Entscheidend sind nicht die eigenen, egoistischen, eigennützigen Interessen, sondern die Interessen der Bedürftigen.“ Aber das ist kein wirtschaftliches, sondern ein moralisches Argument – und es gibt eine Moraltheorie, die genau das besagt: den Altruismus.

Altruismus bedeutet nicht: „Seien Sie nett zu Ihren Mitmenschen.“ Das ist keine Moraltheorie, das ist ein Spruch aus einem Glückskeks. Altruismus bedeutet: „Gib deine Werte, deine Interessen und dein Glück auf. Bringe Opfer für andere. Dein eigenes Glück ist ohne Belang. Das Gute ist Selbstlosigkeit.“

Ayn Rand bringt die Frage auf den Punkt: „Verstecken Sie sich nicht hinter solchen Oberflächlichkeiten, ob Sie einem Bettler einen Groschen geben sollten oder nicht. Das ist nicht die Frage. Die Frage lautet, ob Sie das Recht auf Leben haben, ohne ihm diesen Groschen zu geben. Die Frage lautet, ob Sie Ihr Leben Groschen für Groschen von ihm abkaufen müssen, von jedem Bettler, dem es einfällt, an Sie heranzutreten. Die Frage lautet, ob die Bedürftigkeit anderer der erste Schuldschein auf Ihr Leben und der moralische Zweck Ihrer Existenz ist. Die Frage lautet, ob der Mensch ein Opfertier ist. Jeder Mensch mit Selbstachtung wird sagen ‚Nein‘. Der Altruismus sagt ‚Ja‘.“

Sie denken vielleicht, dass Ayn Rand übertreibt – kein ernsthafter Theoretiker würde so etwas verlangen. Nicht?

Hier ist Immanuel Kant: Nach Kants Meinung sind viele falsche ethische Theorien vorgebracht worden, aber „das Prinzip der eigenen Glückseligkeit ist am meisten verwerflich, nicht bloß deswegen, weil es falsch ist, sondern, weil es der Sittlichkeit Triebfedern unterlegt, die sie eher untergraben und ihre ganze Erhabenheit zernichten“. Der Gutwillige achte die Gesetze der Moral, „ohne irgendeinen andern dadurch zu erreichenden Zweck oder Vorteil“. Selbstliebe sei diese „Bosheit des menschlichen Herzens, die mit seelenverderbenden Grundsätzen die Gesinnung insgeheim untergräbt“.

Hier kommt Hegel: „Das edelmütige Bewusstsein verhält sich negativ gegen seine eigenen Zwecke und lässt sie verschwinden. Die wahre Aufopferung des Fürsichseins ist daher allein die, worin es sich so vollkommen als im Tode hingibt.“

Oder Johann Gottlieb Fichte: „Wer auch nur überhaupt an sich als Person denkt, und irgendein Leben und Sein, und irgendeinen Selbstgenuss begehrt, ist dennoch nur ein gemeiner, kleiner, schlechter und dabei unseliger Mensch.“

Jesus von Nazareth: „Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen.“ – „Wenn jemand dir schadet, vergib ihm siebzigmal siebenmal. Schlägt dir jemand auf die linke Wange, biete ihm auch die andere dar. Wer dir deinen Rock stiehlt, dem lass auch deinen Mantel. Wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei.“

Zu alt für Ihren Geschmack? Was glauben Sie, wer das hier gesagt hat: „Der Wunsch und die Eigensucht des einzelnen muss als nichts erscheinen und sich zu beugen haben“; ein Mensch müsse „auf die Vertretung seiner persönlichen Meinung und seiner Interessen verzichten und beides zugunsten einer Mehrzahl von Menschen opfern“. Das war ein gewisser Adolf Hitler.

Vielleicht sagen Sie nun: „Ach, das sind alles Zitate von Leuten, die sowieso nicht auf der Seite der Freiheit stehen.“ Hier kommt Adam Smith, der große Verteidiger von Laissez-faire: „Der weise und tugendhafte Mensch ist jederzeit bereit, seine eigenen privaten Interessen für das Allgemeinwohl seiner jeweiligen Ordnung oder Gesellschaft zu opfern. Er ist auch zu jeder Zeit bereit, die Interessen dieser Ordnung oder Gesellschaft für die Interessen des Staates oder der Herrschaft zu opfern, von denen er nur ein untergeordneter Teil ist: Er sollte daher ebenso willens sein, all diese untergeordneten Interessen zugunsten der größeren Interessen zu opfern.“ Unter dieser Ethik scheidet Kapitalismus aber von vornherein aus, denn der Kapitalismus sagt einem nicht: „Gehe in die Wüste und kasteie dein Fleisch.“ Der Kapitalismus sagt: „Mach etwas aus deinem Leben! Habe Erfolg, werde glücklich und erreiche deine Ziele.“ Wenn man die Sozialisten also bekämpfen will, muss man den Altruismus bekämpfen, denn er ist ihr einziges Argument.

Wie sähe nun eine Alternative aus? Lautet die Alternative, zu tun, was immer einem beliebt? Opfer bringen oder geopfert werden? 

Die Philosophen behaupten seit 500 Jahren, man könne keinen rationalen, wissenschaftlich begründbaren Moralkodex aufstellen, denn Wissenschaft besteht daraus, sich die Tatsachen anzusehen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollten. Daher könne man aus einem „ist“ kein „sollte“ ableiten. Aber Moral heißt, dem Menschen zu sagen, was er tun sollte.

Sehen wir uns also einmal die Tatsachen der Wirklichkeit an und schauen wir, ob man aus Tatsachen nicht doch eine Ethik ableiten kann – denn genau das hat Ayn Rand getan.

Was ist Ethik? Ethik ist ein Wertekanon, der einem sagt: „Dies ist ein Wert. Verfolge ihn.“ Selbstverständlich stellt sich die Frage nach Werten nur Lebewesen – die unbelebte Materie verfolgt keine Werte. Tiere zum Beispiel suchen nach Werten, aber sie brauchen keine Ethik, da sie automatisch und instinktiv wissen, welche Werte sie zum Überleben brauchen. Was ist der Maßstab ihrer Handlungen? Das Überleben des Organismus. Das Gute ist für einen Organismus das, was sein Überleben sichert.

Aber der Mensch verfügt nicht über automatisches Wissen. Der Mensch weiß nicht „instinktiv“, wie er an Nahrung, Kleidung, Unterkunft et cetera kommt – aber von diesen Dingen hängt sein Überleben ab. Der Mensch ist nicht dazu ausgestattet, nackt in der Wildnis zu überleben. Um zu überleben, muss er seinen Verstand anwenden – doch dessen Funktion ist nicht automatisch.

Und ein Organismus, der nicht automatisch weiß, was wahr oder unwahr ist, kann nicht automatisch wissen, was richtig oder falsch ist oder was für ihn gut oder böse ist. Daher braucht der Mensch einen Moralkodex, und darum brauchen Sie ganz persönlich einen Moralkodex: Einen Satz von Prinzipien, der Ihnen sagt, welche Handlungen Sie zum Überleben benötigen.

Das Wissen, was für das menschliche Leben förderlich ist oder nicht, können wir nur durch Nachdenken – durch die Vernunft – erwerben. Mit anderen Worten: Die Vernunft ist für den Menschen die Überlebensgrundlage.

Ayn Rand sagt: „Für den Menschen ist die Überlebensgrundlage der Verstand. Der Mensch kann nicht wie ein Tier durch die Leitung bloßer Wahrnehmungen überleben. Das Gefühl von Hunger wird ihm sagen, dass er Nahrung benötigt, doch es wird ihm nicht sagen, wie er seine Nahrung erlangen kann oder welche Nahrung gut oder giftig für ihn ist. Ohne einen Denkprozess kann er nicht einmal seine simpelsten physischen Bedürfnisse befriedigen. Er braucht einen Denkprozess, um zu entdecken, wie man pflanzt und sein Essen anbaut oder wie man Waffen für die Jagd herstellt. Seine Wahrnehmung führt ihn vielleicht zu einer Höhle, wenn es eine gibt – doch um den simpelsten Unterschlupf zu bauen, braucht er einen Denkprozess. Weder Wahrnehmungen noch Instinkte werden ihm sagen, wie man Feuer macht, Stoff webt, Werkzeuge schmiedet, ein Rad oder ein Flugzeug baut, eine Blinddarmoperation durchführt, eine elektrische Glühbirne oder einen Teilchenbeschleuniger baut oder eine Schachtel Streichhölzer produziert. Und doch hängt sein Leben von solchem Wissen ab – und nur ein willentlicher Akt seines Bewusstseins, ein Denkprozess, kann das leisten.“

Es ist bizarr, wenn man sagt, der Mensch könne sich verhalten, wie er wolle – es mache für den Menschen keinen Unterschied, ob er Sand isst oder Käse, ob er von einem Hochhaus springt oder es sein lässt, ob er sich mit Drogen vollpumpt oder eine Berufsausbildung macht. Daher sagt Ayn Rand, dass Ethik objektiv ist. Einige Dinge sind für den Menschen objektiv von Wert, und zwar aufgrund seiner Natur, die unabänderlich feststeht: Der Mensch ist ein rationales Wesen und überlebt durch die Anwendung der Vernunft.

Warum nun sollte der Mensch egoistisch sein, wie Ayn Rand es sagt? Der Mensch muss handeln, um am Leben zu bleiben. Daher sollte jeder Mensch der Nutznießer der eigenen Handlungen sein, denn es ist ungerecht, wenn ein Mensch sich abrackert, aber ein anderer die Früchte seiner Arbeit abgreifen darf.

Werfen wir einen Blick darauf, was nicht Egoismus ist: „Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Wort ‚Egoismus‘ ein Synonym für das Böse; es beschwört das Bild eines blutrünstigen Unmenschen herauf, der über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen – eines Untiers, das sich um kein Lebewesen schert und nur die Befriedigung der eigenen hirnlosen momentanen Launen im Sinn hat. Doch die exakte Bedeutung und Definition des Wortes ‚Egoismus‘ lautet: ‚Beschäftigung mit den eigenen Interessen‘. Dieser Begriff enthält keine moralische Wertung; er sagt uns weder, ob die Beschäftigung mit den eigenen Interessen gut oder böse ist; noch sagt er uns, woraus die tatsächlichen Interessen des Menschen bestehen. Es ist die Aufgabe der Ethik, solche Fragen zu beantworten.“

Ayn Rand verwendet oft den Begriff „rationaler Egoismus“ und fügt sofort hinzu, dass diese beiden Begriffe redundant sind: Nur das, was rational ist, dient den tatsächlichen Interessen des Menschen. Das Irrationale widerspricht der Wirklichkeit und kann daher nicht in seinem Interesse liegen, denn einen Krieg gegen die Wirklichkeit kann er nicht gewinnen.

Ein einfaches Beispiel dafür wären Leute, die ihre Post nicht mehr öffnen, weil sie wissen, dass dort unbezahlte Rechnungen und Mahnbescheide auf sie warten.

Wenn Ayn Rand sagt, dass der Mensch rational sein muss, dann bedeutet das selbstverständlich nicht, man solle seine Gefühle unterdrücken. Gefühle sind aber keine sichere Handlungsanleitung. Nur weil jemand das Gefühl hat, eine bestimmte Handlung liege in seinem Interesse, bedeutet das nicht, dass sie auch tatsächlich in seinem Interesse liegt. Oder würden Sie behaupten, dass ein Heroinabhängiger mit seiner Handlungsweise tatsächlich seinen Interessen dient?

Vielleicht möchten Sie nun einwenden: „Aber auch er will diese Handlung doch vornehmen – also ist sie egoistisch.“ Natürlich wird jedes zielgerichtete Verhalten von irgendetwas motiviert. Aber wer „motiviertes“ Verhalten mit „egoistischem Verhalten“ gleichsetzt, ignoriert das zentrale Problem der Ethik, nämlich die Frage: „Wodurch sollte der Mensch motiviert werden?“

Was ist nicht Egoismus?

Egoismus bedeutet nicht, dass andere Menschen einem egal sind. Andere Menschen sind für mich objektiv von großem Wert: Sie kaufen meine Produkte oder stellen die Dinge her, die ich brauche. Arbeitsteilung und Kooperation sind für den Menschen objektiv besser, als wenn jeder für sich alles herstellen müsste, was er zum Überleben benötigt – von Dingen wie Freundschaft oder Liebe einmal ganz abgesehen.

Die objektivistische Ethik – die Ethik des rationalen Egoismus – sagt, dass das Leben des Menschen der Maßstab der Ethik ist und dass das Ziel der Ethik für jeden einzelnen Menschen daraus besteht, glücklich zu werden. Ayn Rands Ethik des rationalen Egoismus bietet dem Menschen also zum ersten Mal eine Verteidigung gegen die Forderungen der altruistischen Moral, die ihm sagt, dass das Wohl der Bedürftigen die Rechtfertigung für seine Existenz ist.

Denn man kann die Sozialisten nur schlagen, wenn man aufhört, sich selbst als Verfügungsmasse und Opfertier anzusehen.

Wer nur argumentiert, dass der Kapitalismus praktisch ist, aber nichts mit Moral zu tun habe, kann nicht gewinnen, denn auf dieses Argument haben die Sozialisten nur gewartet. Sie sagen dann: „Seht ihr, die geben es auch noch zu. Mit Moral haben sie nichts zu tun. Aber wir werden das Gute durchsetzen: Wir werden den Bedürftigen helfen.“

Was würden Sie darauf in einer Fernsehdebatte erwidern? Würden Sie dem Publikum Statistiken vorlegen, die nachweisen, dass der Durchschnittsarbeiter in Westdeutschland 50 Prozent mehr Lohn bekam als sein Kollege in der DDR? Glauben Sie, dass das irgendjemanden überzeugt? Das versuchen die Liberalen seit 60 Jahren, und zwar ohne Erfolg – und der Sozialstaat wächst und wächst. Erfolg werden wir erst haben, wenn wir anfangen, auf unseren Rechten zu bestehen: auf dem eigennützigen, egoistischen Recht eines jeden Menschen, sein eigenes Glück zu suchen und dabei weder sich für andere noch andere für sich zu opfern.

Oder mit den Worten von Ayn Rand: „Wenn Menschen friedlich miteinander leben wollen, müssen sie das Prinzip anerkennen, dass jeder Mensch Rechte hat, die andere Menschen nicht verletzen dürfen; dass der Mensch das Recht hat, für sich selbst zu leben und sein eigenes Glück zu suchen; dass er ein Selbstzweck und kein Mittel zum Zweck für andere ist – für niemand anderen, sei er nun groß oder klein, stark oder schwach; nicht als Kanonenfutter und nicht als Arbeitsdrohne für den Feudalherren, den König, den Kaiser oder die Kinder von Sozialhilfeempfängern.“

 

Bildquelle: Copyright: flickr./. Elvert Barnes

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46 Comments

  1. 1

    Hinzu kommt ein ganz wichtiger Punkt: der Kapitalismus ist nicht moralisch oder gerecht. Aber er ist erfolgreich. Und erfolgreich zu sein ist ein Lebensgesetz; um nicht zu sagen: das Lebensgesetz.
    Jedes Lebewesen, welches geboren wird, muss erfolgreich sein.
    Bereits die Geburt muss erfolgreich sein.
    Wenn nicht, gibt es kein Leben.

    • 2

      „Hinzu kommt ein ganz wichtiger Punkt: der Kapitalismus ist nicht moralisch oder gerecht.“ Kuno, woran machen Sie eine solche Aussage fest?

      • 3

        Die Passage hätten Sie fett drucken sollen:
        Wer nur argumentiert, dass der Kapitalismus praktisch ist, aber nichts mit Moral zu tun habe, kann nicht gewinnen, denn auf dieses Argument haben die Sozialisten nur gewartet. Sie sagen dann: „Seht ihr, die geben es auch noch zu. Mit Moral haben sie nichts zu tun. Aber wir werden das Gute durchsetzen: Wir werden den Bedürftigen helfen.“

        Ich hätte Kunos Kommentar gar nicht durchgelassen, weil er den meisterhaft geschriebenen Artikel mit seiner Ignoranz regelrecht verhöhnt. Auf so eine gute Begründung wird ein derartiger Kotzanfälle erregender Schwachsinn mit der gegenteiligen Aussage als Feedback geliefert, der sich auch noch ohne den geringsten Versuch präsentiert, ein einziges, wirklich nur EIN EINZIGES Argument zu machen, dass ich vor Wut am liebsten die Buchstaben aus meiner Tastatur gerissen hätte. Selbst wenn er der einzige Leser hier wäre, würde ich ihn ohne Umwege zum Teufel schicken, da er beweist, dass er es nicht wert ist diesen schönen Text überhaupt zu lesen.

        • 4
        • 5

          Ich bin neu hier.Aber es stört mich schon,wenn eine rote_Pille auf einen in ruhigem Ton vorgetragnem Kommentar von Herrn Kuno nicht mit Argumenten reagiert
          sondern mit einem Wutanfall und seine Tastatur herausreißen möchte.
          Das ist, finde ich sehr dogmatisch. Die Argumente mit dem Supermarkt waren jedenfalls sehr praxisnah.

          • 6

            Liebe Maria, herzlich Willkommen.
            Rote Pille und Kuno kennen sich schon länger:-)

          • 7

            Meine Antwort bezieht sich auf den 1. Kommentar, und der enthält gar keine Argumente. Da kann man nicht ruhig bleiben, und man sollte es auch nicht. Unvernunft verdient keine vernünftige Antwort, und Unmoral keinen ruhigen Tonfall.

    • 8
  2. 9

    Ei, Susanne, ganz einfach: weil es in der Natur des Marktes liegt nur erfolgreich zu sein. Erfolg hat aber mit Notwendigkeiten zu tun, nicht aber mit Moral. Gerechtigkeit ist aber eine moralische Kategorie.

    Wenn man das nur daran festmacht, dass der Schnelle den Langsamen frißt oder der Große den Kleinen, dann könnte man, wenn man die Details des Lebens weglässt, von gerecht sprechen.
    Dann ist es eben gerecht, wenn z.B. eine große US Firma alteingesessene deutsche oder franösische Firmen, die aber technisch der US Firma mit besser auf den nationalen Markt angepassten Produkten überlegen sind, diese auf Grund eines niedrigeren Preises zuerst einzelne Kunden und dann den Markt insgesamt wegnimmt. Zuletzt bekommen die eigentlich guten Firmen nicht mal mehr Kredite- auch das ist die Logik des Marktes. Wenn wenigstens die Verbraucher entscheiden könnten. Aber tun die das in allen Fällen?
    Wenn REWE oder EDEKA aus rein preislichen Gründen (Konkurrenzgründen!) kleinere aber gute Lieferanten auslisten, dann ist die reale Marktmacht der REWE oder EDEKA Kunden doch sehr begrenzt.
    Das Ganze verurteile ich jedoch nicht, eben weil der Gesamtprozess erfolgreich ist, aber eben nicht moralisch, d.h. „gerecht“.
    Gab es denn nicht den Fall der Massenlieferung von Trockenmilch für Babys in Afrika? Diese wurde nicht etwa geliefert, weil die Mütter nicht mehr stillen konnten, sondern weil internationale Konzernvorstände am grünen Tisch entschieden: dieser Markt muss auch erschlossen werden.
    Das führte zu gesundheitlichen Schäden bei Neugeborenen und wurde später zumindest Regionen betreffend wieder eingestellt. Das liegt aber vielleicht schon zwanzig Jahre zurück.

    • 10

      Hmm, okay, aber das hat mit dem Kapitalismus recht wenig zu tun. Sondern eher damit, dass wir keinen echten haben. Dass es Lobbygruppen gibt und korrupte Regierungen und Konzernvorstände, die nur Angestellte sind. Dass es Korporatismus gibt und keinen echten Markt. Aus diesen Gründen wehre ich mich dagegen, in unserer heutigen Zeit noch von Kapitalismus zu sprechen. Den es ganz einfach kaum noch gibt – und ihn im Prinzip auch noch nie gabe. Und Gerechtigkeit … Was ist das? Eine Gerechtigkeit kann es nur insofern geben, dass alle Menschen vor dem Recht (nicht vor dem Gesetz) gleich sind.

      • 11

        Hut ab, Frau Kablitz, das ist der wunde Punkt: „vor dem Recht (nicht vor dem Gesetz) gleich“ – denn Gesetz ist weiter nichts als eine Regel, die Menschen auf Menschen als „Recht“ anwenden (nämlich auch korrupt bis auf die Knochen). Wo die Redlichkeit fehlt – und die ist in systemkritischen Teilen unserer Gesellschaft nicht mehr vorhanden – fehlt auch das Recht (egal welches Gesetz).

  3. 12

    @ Susanne

    Wenn Sie aber die bestehenden politischen Regeln und Einengungen des profitorientierten Wirtschaftens weglassen? Was passiert dann?
    Ich kann es Ihnen sagen: dann haben wir weder Umweltschutz noch einen Verbraucherschutz. Das kann Jeder von uns im Laden sehen: gemacht wird, was gerade noch erlaubt ist. Entweder Scheinpackungen oder völlig falsch suggerierende Produktbezeichnungen. Wenn der Gesetzgeber nicht die Deklarierungsvorschriften bei den Inhaltsstoffen eingeführt hätte, stände noch nicht mal das drauf. Zum Dank „revanchieren“ sich manche Unternehmen mit einer Schriftgröße die schon eine Lupe voraussetzt. Irgendwann wird der Gesetzgeber auch die Schriftgröße vorschreiben müssen.
    In anderen Bereichen hatte der Gesetzgeber auf eine freiwillige Vereinbarung der Unternehmen gehofft- nichts geschah. Der Verbraucher hechelt den Tricks bei den Inhaltsstoffen immer hinterher. Hat man erstmal begriffen, dass dieser oder jener Inhaltsstoff Geschmacksverstärker, Zucker oder Konservierungstoff bedeutet, erfinden manche Firmen wieder neue Bezeichnungen.
    Sie kennen mich und wissen, dass ich der Letzte wäre der gegen das freie Unternehmertum ist. Aber das darf mich nicht hindern bestimmte Dinge zu benennen, die nicht zu leugnen sind. Und da rede ich noch nicht mal vom Saatgut der Firma Monsanto.

    • 13

      „Wenn Sie aber die bestehenden politischen Regeln und Einengungen des profitorientierten Wirtschaftens weglassen? Was passiert dann?“
      – Dann würden wir die größte Explosion des Wohlstands erleben, die jemals in der Geschichte der Menschheit verzeichnet wurde. Auf Ihre Deklarierungsvorschriften pfeife ich als Kunde. Ich habe bis auf das Verfallsdatum im ganzen Leben so etwas nicht zur Kenntnis genommen. Firmen würden relevante Informationen auch freiwillig drucken, weil sie es sich nicht leisten können Kunden mit Unverträglichkeiten im Zweifel zu lassen – die würden sonst nicht das Produkt kaufen.
      Ehrlichkeit setzt sich am Ende immer durch, keine Scheinpackung kann über längere Zeit verhindern, dass die Kunden die Realität erkennen und sich abwenden. Und mir wäre es auch wurscht, ob Monsanto sein Genfutter verkauft oder nicht.
      In meinen Augen sind Sie ein erbärmlicher Verräter und einer der Ersten, die gegen das freie Unternehmertum wären, oder noch besser: sind. Sie würden Ihre Freiheit wegwerfen aus Angst vor Geschmacksverstärkern! Es ist kein Konzentrationsprozess des Kapitals, wie Sie in Ihrer Nachbemerkung behaupten, der zum Korporatismus führt, sondern Ihre selbstverschuldete Unmündigkeit mit der Sie dem Staat die benötigte Zustimmung liefern. Gerade die Wettbewerbsüberwachung ist Teil des Korporatismus und sorgt dafür, dass die Korrupten anstelle der Fähigen das Sagen haben.

  4. 14

    Nachbemerkung:
    Und was den Korporatismus betrifft, dass die wirklichen Inhaber, um mal die Gründer außen vor zu lassen, nicht mehr wirklich den Laden schmeissen,
    da gebe ich Ihnen recht. Aber ich stelle mal in den Raum: der Konzentrationsprozess des Kapitals führt selbst dazu. Das ist nicht politisch gewollt. Denn sonst gäbe es keine Wettbewerbsüberwachung durch den Gesetzgeber. Wenn es in einer Branche nur noch wenige Firmen gibt, steigt die Gefahr der Preisabsprachen und des mangelnden Wettbewerbs.
    Ich bin, wie Sie wissen, selbst Unternemer und Hand aufs Herz: wenn ich plötzlich keinen Wettbewerber oder nur die Hälfte davon hätte, würde ich nicht in Tränen ausbrechen. Im Gegenteil. Dann könnte ich meine Rücksichten, die mir der Wettbewerb aufzwingt, herunter schrauben.
    Auf der anderen Seite war und ist es der Staat der unzuverlässig ist und sogar vertragsbrüchig. Jeder von uns weiß doch, oder sollte es wissen, dass die deutschen EVU in den sechziger Jahren keine Atomkraftwerke bauen wollten, weil diese im direkten Kostenvergleich zu teuer und risikobehaftet schienen. Aber der Staat wollte und deshalb flossen damals zig Millionen Steuergelder (die Milliarde war noch tabu) an Subventionen in die „Atomwirtschaft“. Alle Welt wollte die Dinger, auch die Militärs. Der schnelle Brüter wurde, wenn ich mich recht erinnere, in Deutschland erfunden.
    Der Betrug kam dann später mit der Merkel- Regierung. Die Lügerei hatte also schon da angefangen. Erst wurde den EVU (in der Hauptsache EON, Vattenfall und RWE) ein Ausstieg aus der Kernenergie mit langer Restlaufzeit zugesichert. Dann passierte nach einem Jahr die Meeresüberschwemmung eines Kernkraftwerks in Japan und schon nutzte das Merkel- Kabinett die Gelegenheit, die Fristen zu halbieren und den Firmen Milliarden Kosten aufzubürden. In dieser Sache ist noch ein Verfahren von EON und RWE gegen die Bundesregierung vor dem EU Gerichtshof in der Schwebe. Da bin ich selbstverständlich voll hinter den Unternehmen und verurteile die fadenscheinigen Begründungen dieser Bundesregierung.

  5. 15

    Vielen Dank Frau Kablitz.
    ich habe die Unfähigkeit der Kommunisten in Polen kennengelernt,weil ich dort geboren wurde.
    Aber ich bin Deutsche und bekenne mich auch zu Deutschland. In Polen war nur Dreck,die konnten noch nicht einmal richtige Straßen bauen.
    Jetzt habe ich eine Änderungsnäherei und wenn ich nicht aufpasse muss ich an die Immobiliengesellschaft zuviel Miete bezahlen.
    Die gehen wenn es sein muß über Leichen.
    Ich denke,man soll den Kapitalismus für die Menschen benutzen aber nicht dogmatisch jeden Kritiker verteufeln.Außerdem hatte Herr Kuno den Kapitalismus sehr wohl verteidigt und bei dem anderen Beitrag wegen dem Co2 war er der einzige der zur Sache mit dem Co2 kam.
    Mit Glaubenssätzen allein ist niemandem geholfen,aber mit realen Zahlen schon.

    • 16

      Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Kritik am Beitrag von Philipp Dammer geübt.
      Aber vielen Dank Maria.
      Rote Pille hat sich früher schon als Anarchist zu erkennen gegeben und in anderen Foren haarsträubende Dinge erzählt. Im früheren Freiraum hat er sich teils gezügelt.
      Aber jetzt erscheint anscheinend das Destruktive wieder stärker.
      Gegen jede Lebenserfahrung der letzten Jahrzehnte behauptet er, dass die Unternehmen sich selbst zügeln würden und den „Schwarzwälder Schinken“ aus Massentierhaltung, wahrscheinlich noch im Ausland hergestellt, als das deklarieren würden was er in Wahrheit ist. Aber wer so tief im fanatischen Glauben steckt, der wird nie und nimmer solche Dinge zur Kenntnis nehmen.

      • 17

        Genau das ist ja das Problem: Sie üben keine Kritik, aber Sie sagen trotzdem das Gegenteil! Das bedeutet: „mir geht alles am A… vorbei was ihr sagt, ich nehme es einfach nicht zur Kenntnis. Vernunft? Nee, ich fühle mich gerade nicht danach und sonst eigentlich auch nicht.“ Empfinden Sie angesichts dieses eklatanten Widerspruchs denn gar keine Schmerzen? Ich finde es unerträglich.
        Deshalb werde ich mich nicht zügeln! Sie stellen sich offen auf die Seite von Verbrechern, aus Angst, dass irgendjemand Ihnen einen ausländischen Schinken andreht, wogegen Sie übrigens immer noch wegen Betrug klagen könnten. Oder aus Faulheit, sich einen ehrlichen Händler zu suchen der Sie nicht bescheißt! Wie jämmerlich ist das denn bitte? Ich hätte noch Verständnis, wenn Sie am Existenzminimum leben würden und Angst um Ihre Lebensgrundlage hätten, aber Sie lesen hier schon seit Jahren, kennen die wirtschaftliche Theorie und was Ihnen in den Sinn kommt ist die Angst den falschen Schinken zu erwischen! Oh mein Gott, der falsche Schinken. Für die Freiheit, die wir heute haben, sind Leute GESTORBEN, verdammt noch mal, GESTORBEN damit Sie elender Feigling überhaupt die Möglichkeit haben Ihre Neurosen und Gehirnfürze – ich will den Begriff „Meinung“ hierfür wirklich nicht in den Dreck ziehen – im Netz zu verbreiten! Wer so tief in seiner Autoritätsgläubigkeit steckt, wird solche Dinge wohl nie und nimmer zur Kenntnis nehmen!

      • 18

        @ Maria

        Ihre angedeutenden Probleme mit ihrem Vermieter, einer Immobiliengesellschaft, sind aber normal. Denn es ist die Aufgabe der Immobiliengesellschaft eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Genauso wie Sie an einem möglichst hohen Dienstleistungspreis interessiert sind.
        Leider können sie diesen aber nicht erzielen, weil sie in Ihrer Stadt nicht die einzige Schneiderei sind. Und genauso geht es den Vermietern.
        Wenn Sie krank werden, dann fallen Sie in ein tiefes Loch, weil Sie keine Sozialversicherungsbeiträge abführen und demzufolge auch nicht „arbeitslos“ werden können. In der idealen freien Wirtschaft kann überhaupt kein Unternehmer arbeitslos werden. Denn er kann, wenn der Wettbewerb zu arg wird, einfach seine Preise senken. Im Extremfall arbeitet er ganz umsonst.
        Dann kann er zwar verhungern, aber eben nicht „arbeitslos“ werden.
        Übrigens unterliegen auch Arbeitnehmer dem Wettbewerb. Wenn eine Berufsgruppe sehr gesucht ist, dann steigt der Verkaufspreis der Arbeitskraft des Einzelnen. Er kann seine Arbeitskraft dann teurer verkaufen, wie es in anderen Branchen üblich ist. Das merken neue Berufsanfänger sofort und es gibt Seiteneinsteiger aus anderen Berufen.
        Daraufhin sinkt der Preis (Lohn/ Gehalt) tendenziell.
        Da dieses das Einkommen der Ersteren aber schmälert, sehen diese in diesen Neuankömmlingen naturgemäß eine nicht willkommene Konkurrenz.
        Angenommen, Sie erleiden einen Unfall und fallen länger oder ganz als Änderungsschneiderin aus. Dann ist es für das Gesamtsystem nicht weiter schlimm, denn es wird neue Schneiderinnen geben- und diese freuen sich sogar über Ihr Unglück. Aber die Dienstleistung als solche ist nicht gefährdet, zu keinem Zeitpunkt. Und darauf kommt es mir an. Wenn ich selbst aus wirtschaftlichen Gründen in der Gosse landen sollte, werde ich nicht den Markt, oder den Weihnachtsmann dafür verantwortlich machen, sondern nur mich selbst!
        Der Denkfehler der roten Pille besteht nun darin, dass er die durchaus brutale Züge annehmen könnende Konkurrenz aller Marktteilnehmer leugnet und mit geradezu kindisch naiver Vehemenz die Marktgesetze verniedlicht und idealisiert. Er tut so, als ob es all die „Experimente“ die ihm vorschweben, nicht schon alle gegeben hätte. Die Sozialgesetze hatte Bismarck in Deutschland (einzigartig in der Welt von 1883!) eingeführt, nicht etwa der Markt. In den übrigen Staaten gab es auch weiterhin keine gesetzliche Krankenkasse und wenn die Leute erkrankten und tiefer liegende Ursachen nicht erkannt wurden (passiert auch heute), dann starben die Leute eben.
        Heute ist das Ideal der roten Pille schon lange verwirklicht: in Indien und teils in China. In Indien werden sogar zwölfjährige Kinder in die Fabriken getrieben. Aber davon weiß er sicher nichts, oder „vergisst“ es oder interessiert nicht. Mir jetzt egal. Das wichtigste Merkmal des Kapitals ist dessen Konzentrationsprozess. Das hatte als erster Gevatter Marx erkannt und es wird nicht dadurch falsch, weil er den Kapitalismus beseitigen wollte oder weil er Jude war. Es gibt diesen Konzentrationsprozess! Und daraus folgt das der Kapitalismus nicht gerecht sein kann und darf. Genau das macht doch seinen Erfolg aus! Gorbatschow hatte, als er noch Sowjetführer war, diese Dinge richtig auf den Punkt gebracht, als er sinngemäß sagte: „in der Sowjetunion gibt es für hundertzwanzig Millionen Arbeiter keine Sanktionsmöglichkeiten, weil keiner entlassen werden kann. Wir alle schieben eine ruhige Kugel. In Amerika gibt es sofort Sanktionen bei nachlassender Arbeitskraft“. Das war genau auf den Punkt!
        Die Finanzkrise 2008 (eine Folge der allgemeinen Schuldenkrise) eskalierte warum? Genau deshalb, weil die Staaten die Regeln in der Finanzaufsicht gelockert hatten. Wenn so ein „finanzielles Massenvernichtungsmittel“ (George Soros) explodiert, dann hat das eben Folgen. Das wäre in den ersten Jahrzehnten nach dem Weltkrieg nicht möglich gewesen, weil diese Finanzderivate verboten waren. Die Regierungen (vor allem in den USA) hatten eben aus 1929 gelernt. Leider dann später wieder vergessen.
        Wenn es nun überhaupt keine Regeln gäbe, keine Bankenaufsicht, dann würde das Ergebnis nicht ungeahnte Prosperität sein, wie rote_Pille in seiner Ahnungslosigkeit vermutet, sondern Wildwestmethoden, welche genau das revolutionäre Potential im Sinne Marx‘ schaffen würden, welche den Kapitalismus in den letzten 200 Jahren immer wieder aus den Bahnen trug.

        • 19

          Ob etwas gerecht ist oder nicht kann man nur bestimmen wenn man es mit einem moralischen Standard vergleicht. Das tun Sie nicht, Sie vergleichen es mit den Konsequenzen, die Sie befürchten (und selbst dabei liegen Sie praktisch immer falsch, so wie jetzt auch). Ich würde mir die Kugel geben wenn ich so wenig Integrität hätte wie Sie. Das ist nichts worauf man stolz sein sollte.
          Ich kann Sie beruhigen: einen natürlichen Konzentrationsprozess, der ewig geht, gibt es nicht, eben wegen dem Profitmotiv.
          Das hat den Grund, dass größere Unternehmen ab einem bestimmten Punkt eben nicht effizienter sind als kleinere – ihnen gehen wegen der Struktur wichtige Informationen verloren. Die Konzentration geht nur bis zu einem Punkt, der für die Wirtschaftstruktur optimal ist – natürlich kann das durch Regierungseingriffe verzerrt werden.
          Sie halten das für trockene Theorie? Dann sehen Sie sich die größten und mächtigsten „Unternehmen“ an, die je geschaffen wurden: die sozialistischen Staaten. Sie waren das Supermonopol, das Sie auf Grund Ihrer totalen Unwissenheit am Ende eines freiheitlichen Systems sehen: eine riesige Firma, die mit der Regierung verschmolzen ist. Und sie waren total ineffizient, unter anderem weil die Zentrale des riesigen „Unternehmens“, niemals die nötigen Informationen hätte bekommen können, um die Produktionsmittel besser zu verwenden als kleinere Unternehmen. Die Konzentration ging sofort zurück zum natürlichen Level + das was durch Korruption zustande kam, als sich diese Nationen von der Unterdrückung befreien konnten.
          Bitte, nehmen Sie ein Buch von irgendeinem Österreicher und lesen Sie es, ich kann mir den Schwachsinn von wegen mangelnden Regeln in der Finanzaufsicht hier nicht geben und weigere mich das zu erklären. Das was Sie zu China und Indien gesagt haben ist wegen Absurdität überhaupt nicht wert, kommentiert zu werden.

          @Freiraum
          Ich kriege ständig die 503 – Service Temporary Unavailable Message, aber ich kann es umgehen indem ich den Cookie lösche. Repariert das bitte.

          • 20

            @rote pille: Wo bekommen Sie diese Message? Bei freiraum? Ich verstehe das Anliegen im Moment nicht.

  6. 21

    Ich würde gerne Wissen von welchem Recht hier gesprochen wird. Spätestens dann wenn ein anderer Leidet hört Recht auf. Nur wie wird bemessen wann einer zu leiden hat?Der Staat will uns vorschreiben was wir zu tun haben. Was wir kaufen sollen, wie wir leben sollen etc. Und all das macht uns Krank. Und genau das wissen wir auch. Aber wir spielen mit weil wir uns dagegen nicht wehren können. Die Freiheit und das Recht hört dann auf wenn ein anderer zu schaden kommt. Ganz egal wie man darüber Richtet wie hoch der schaden ist. Man dreht sich im Kreis. Das wohl eines einzelnen ist genauso wichtig wie das wohl von vielen. Nur wenn ein einzelner sich wohl fühlt kann es eine Gesellschaft. Denn die Gesellschaft besteht nunmal aus einzelnen. Denn wenn man sein eigenes wohl aufgibt schafft man sich eine Kranke Gesellschaft. Soll das der Plan sein?

  7. 22

    Lieber Herr Kuno,
    Ihre Argumentation ist so löchrig, dass mann mit einem A380 durchfliegen könnte. Ich habe nicht alle Kommentare durchgelesen, aber nur kurz dies:
    1. Es gibt keine dauernden Konzentrationsprozesse, in einem echten (Rand’schen) Kapitalismus.
    2. Sie haben weder Ihre Rand noch Ihren Marx richtig gelesen.
    3. Aristoteles: Menschen werden erst durch Zielsetzung zum ethischen Handeln fähig. Das meinte auch der Aquinat in seiner Summa Theologiae.
    Was meinen Sie?

    • 23

      @ Thomas Bovet

      Na dann glauben sie weiterhin an diese Version des Kapitalismus, die Freiheit dazu haben Sie.
      Marx habe ich vor Jahrzehnten gelesen und verstanden, letzteres ist eher selten.
      Rand habe ich nicht gelesen, wohl aber den hier immer heftig zitierten Mise und seinen Jünger, Name jetzt nicht im Kopf- na und Ihr Buch mit Ihren Erlebnissen in mehreren Ländern Südostasien auch. Meine Bibliothek ist mehr als voll, dennoch kommt noch jede Woche ein neues Buch dazu. Einfach aus Gewohnheit. Außerdem vergessen Sie hierbei, wenn Sie schon vom A 380 reden, dass der Staat immer nur auf Versäumnisse und Regelfehler des Marktes mit seinen Gesetzen reagiert hat.
      Also lesen Sie bitte meine Kommentare korrekt durch. Ich habe Ihr Buch auch komplett gelesen, was bei mir nicht unbedingt die Regel ist.
      Ich bemühe mich immer allgemein verständlich zu schreiben. Sarrazin sagte einmal, das allgemeinverständlich Schreiben beherrsche er sehr gut.
      Stimmt. Aber ich kann das auch. Denn darauf kommt es an; „komplizierte“ Sachverhalte einfach darzustellen. Das ging bei Marx gründlich schief, bei seinen gedrechselten Sätzen. Da muss man immer zweimal lesen. Das ist bei mir nicht nötig.

  8. 24

    @ RAy

    Der Markt hat keinen Plan, er folgt einfach seinem natürlichen Profitinteresse. Und all das kulminiert im Konzentrationsprozess, bzw. ist dort enthalten. Aber dazu muss dieser Konzentrationsprozess erstmal in seiner Tiefe verstanden werden.
    Die Einzigen, die einen „Plan“ haben, sind die großen Unternehmen.
    Denn man kein ein Unternehmen mit vielleicht 5 Milliarden Dollar Umsatz und tausenden von Angestellten und weltweiter Aufstellung nicht planlos führen. Wer ein Haus ohne Plan und Architekt errichtet, muss, wenn er sonst nichts davon versteht, mit den Folgen zurechtkommen!
    Weil das so ist, ist auch in der Zentrale des Kapitalismus, den USA, Nichtfachleuten das Errichten von öffentlichen Häusern verboten. Das gehört auch zu den Überwachungsaufgaben des Staates. Darunter leiden wir nicht, sondern profitieren davon. Gleiches gilt für Ärzte, Lokführer, Flugzeugführer. Mittlerweile wurden in den USA sogar die Wartungsintervalle der Flugzeuge vorgeschrieben, weil sich gezeigt hatte, dass das jede Gesellschaft höchst unterschiedlich machte. Damit war die Sicherheit auch unterschiedlich, welches für den Fluggast jedoch nicht im Vorhinein zu erkennen ist. Solange eine Fluggesellschaft ihre Profitabilität dadurch erhöhen konnte, indem man die Wartungen einfach seltener machte, solange wurde das zu Lasten der Sicherheit leider auch gemacht.

  9. 25

    Ich sehe das etwas anders.
    Der Kapitalismus ist der größte Feind des sozialen Menschen.
    Er entwickelt unmenschliche Züge ums Maximierungspinzips. Eine Ellenbogengesellschaft entsteht, wo der Stärkere obsiegt. Der Kapitalismus fördert oder bedingt sogar den Egoismus, und dieser ist bekanntlich nicht gut für das zwischenmenschliche Zusammenleben. Und des Weiteren wird im Kapitalismus derjenige besonders gefördert/belohnt der das Maximum des Egoismusses ausprägt. Kurzum: Ein Leben im Kapitalismus würde der Menschheit Tod sein. Im übrigen, der Kapitalismus hat ein physisches Ende, der Sozialismus nicht. alles mM

    • 26

      @Iltis: Aus zwei Gründen lasse ich diesen schwer zu verdauenden Kommentar durchgehen. 1. Meinungsfreiheit 2. Ignoranz und Menschenverachtung müssen dokumentiert werden. Auf dem Grabstein dieses Kommentars stehen die Namen der über 100 Millionen Opfer des Sozialismus/Kommunismus.

  10. 28

    Noch etwas, weil mir das eben auffällt, mein lieber Thomas Bovet.
    „Randscher Kapitalismus“. Den gibt es genausowenig wie den Marxschen Kapitalismus. Denn der Kapitalismus funktioniert mit seinem Konzentrationsprozess und dem auch diesem zugrunde liegenden Profitstreben unabhängig davon, ob dies verstanden wurde oder nicht. Marx hatte also das Verständnis des Kapitalismus beschleunigt, auch wenn er die falsche Schlüsse zog. Denn nach dem Profit hatten sich die Unternehmer schon lange vor Marx gerichtet und so kann es auch nur mit dieser Ayn Rand sein.

  11. 29

    Lieber Herr Kuno,
    Danke für Ihre prompte Antwort. Es freut mich, dass Sie mein Buch lasen und dafür meinen aufrichtigen Dank.

    Sie schrieben, u.a.:
    „…dass der Staat immer nur auf Versäumnisse und Regelfehler des Marktes mit seinen Gesetzen reagiert hat.“ Sie vergessen dabei, dass mit Gründung der BRD mit Auflagen der Alliierten verbunden war, welche die Politik (durch das GG) verwirklichen musste: U.a. eine „soziale Marktwirtschaft“. Wenn man die linke Schulter hochzieht und ohne rechten Schuh läuft, dann bekommt man eben einen schiefen Gang. D.h., mit Verlaub, die korrekten Kausalitäten werden hier nicht erkannt- das Ganze geht viel tiefer als z.T. diskutiert wird. Z.B. A. de Tocqueville beschreibt – zeitgenössisch – den nahezu reinen Kapitalismus, wie er für die ersten rd. 100 Jahre die US Gesellschaft formte („Democracy in America“). Mit W. Wilson begannen die ersten staatlichen Eingriffe durch drastische wirt. und finanzielle Maßnahmen, die unter FDR durch soziale Programme wie das NRA und New Deal erweitert wurden, in beiden Fällen: 1. um Kontrolle über die Wirtschaft zu erhalten, 2. Die Kriegseintritte vorzubereiten. FDR kopierte dabei eifrig AHs soziale Konzepte, wie man in meinem Buch lesen kann. Es geht also nicht um Regeln und Grenzen per se, sondern um die NORWENDIGEN Regularien. Es ist mitnichten die Aufgabe des Staates Barrieren für eine Gruppe zu errichten und für eine andere zu senken, sondern um wirtschaftliche Barrieren zu verhindern. Sonst wird der Staat zum Träger der Moral, der Werte. Die aber gehören dem Individuum. Nette Grüße

  12. 30

    @ Kuno:
    „„Randscher Kapitalismus“. Den gibt es genausowenig wie den Marxschen Kapitalismus.“
    Zum ersten: Leider, zum 2. Himmel sei Dank!
    Jedoch: Während kapitalistische Wirtschaftsformen sich in Europa „natürlich“ entwickelten – ohne einen revolutionären Ideenspender – waren Sozialismus/Kommunismus künstliche Denkgebilde einiger (sehr) wenigen. Rousseau, der erste „Sozi“ lebte in einer Zeit extremen Feudalismus. Aber, Feudalismus ist nicht gleich Kapitalismus. Vielleicht ist es der größte Marketing-Coup der Geschichte, dass es der Marxismus schaffte, den Kapitalismus mit Tyrannei und Unmenschlichkeit zu verbinden, obwohl das Gegenteil der Fall ist.
    Und was „reinen Kapitalismus angeht:
    Wir meiden nicht reines Wasser, nur weil verschmutztes Wasser Menschen
    krank macht.
    P.S.
    „und so kann es auch nur mit dieser Ayn Rand sein“. Das klingt herablassend – würden Sie auch schreiben „diesen Immanuel Kant“? Halten wir uns davon fern.

  13. 31

    @ Thomas Bovet

    Auch in diesem Kommentar von Ihnen ist kein Fehler enthalten.
    Aber ich hatte mit den Regularien natürlich die Weltwirtschaft an sich gemeint und keineswegs die deutsche Perspektive. Insoweit ändern die von den westlichen Alliierten Beschränkungen und Verfügungen nichts an meiner Aussage. Und wenn wir den „New Deal“ Roosevelts nehmen; auch da wieder bitte Ursache und Wirkung unterscheiden. Hoovers Maßnahmen von 1929 bis 1933 (dann kam „FDR“ Kollege Roosevelt) reagierten beide auf die Ereignisse nach dem 29.10.1929. Auch hier wieder Reaktionen auf vorangegangene Ereignisse.
    Das FDR den Krieg wollte ist mir bekannt und tut jetzt wenig zur Sache.
    Was war den mit Kanzler Bismarck, der 1883 die Sozialgesetzgebung mit dem Kernstück der gesetzlichen Krankenversicherung durchsetzte?
    Darüber hatte ich bereits oben geschrieben. War das eine Laune des alten Fürsten mit der hohen Fistelstimme oder wollte er nur auf die Sozialistengesetze von 1878 (Peitsche, dann Zuckerbrot) reagieren?
    Bismarck hat sich voll für das nationale Interesse, welches selbstverständlich das intakte Bestehen von Unternehmen und Kirche einschloss, eingesetzt. Da sprang dann mehr als nur eine „warme Mahlzeit“ heraus.
    Kollege Hoover

    • 32

      Stimmt, Ursache und Wirkung sollte man nicht verwechseln – aber lieber Kuno, es scheint so, als würde Ihnen dieser Fehler unterlaufen :-) Anbei ein älterer Artikel von mir (auch zum Thema des „New Deals“) http://www.misesde.org/?p=6918
      Ich werde ihn auch nochmals als Konserve hier in den nächsten Tagen veröffentlichen

      • 33

        Danke, Susanne. Da gebe ich Ihnen insoweit Recht, weil das „billige Geld“ natürlich als Ursache von 1929 nicht außer Acht gelassen werden darf.
        Aber es sind immer zwei Seiten: der, der billige Kredite ermöglicht und der, der diese nimmt und expandiert. Außerdem war mit dem 1. WK das Kind insofern schon in den Brunnen gefallen, als nämlich die gewaltige Kostenlawine dieses Krieges das Ende des Goldstandards erzwang. Das war der erste Systembruch.
        Dann ging das fast so lustig weiter, eben weil die Gelddruck- und Kreditbremse Gold fehlte. Und der 2. WK war auch nicht ganz billig.
        Der wurde (Londoner Schuldenabkommen) nicht annähernd korrekt bezahlt.
        Denn alles war bezahlt wurde, hätte dann im Frieden erdient werden müssen.
        Aber dann ging das Ganze wieder weiter und hört, wie wir jetzt mit uns beglückenden neuen Atomwaffen in Deutschland sehen, immer noch nicht auf.
        Das bedeutet: wenn Kollege Mises, oder alle „Österreicher“ zusammen, heute die Bundesregierung übernehmen würden, sich nichts ändern würde.
        Wie denn auch? Die Schulden sind da und die laufenden Verpflichtungen auch.
        Kinder haben wir kaum welche und das übrige Pack hat anderes im Kopf als Deutschland zu helfen, Kreditverpflichtungen zu erdienen.
        Eine neue Politik hat eigentlich nur dann eine Chance nach dem Währungsschnitt und nach der Enteignung. Sonst wird die „neue Politik“ keinen langen Bestand haben. Aber ob Mises, der Jahre in den USA lebte und sein wichtigstes Buchn zuerst auf englisch veröffentlichte, dazu die richtige Person wäre?
        Widerworte gegen Obama- mit fortgesetztem Querulantentum?
        Wenn die EU zu teuer ist, dann muss man eben austreten und binationale Handelsverträge abschliessen. Zumindest aus dieser EU. Die Zeiten der Nationalstaaten sind leider vorbei. Sogar die „unabhängige“ Schweiz war früher in der EFTA und ist es vielleicht heute noch. Aber weiter für Griechenland zu bezahlen; das geht überhaupt nicht.

  14. 34

    @Kuno
    Danke für ihre Replik. Aber das wirkt mir jetzt doch ein wenig „versträut“.
    Was gibt es über die „Weltwirtschaft“ zu diskutieren? Das ist ein abstrakter Begriff für eine Sammlung von Ökonomien von Amerika bis Zimbabwe!

    „Was war den mit Kanzler Bismarck, der 1883 die Sozialgesetzgebung mit dem Kernstück der gesetzlichen Krankenversicherung durchsetzte?“
    Alfred Krupp erkannte die Vorteile der Ausgewogenheit zwischen den Pflichten und Privilegien unter seinen Betriebsangehörigen. Mit dem „General-Regulativ“ von 1872, verfasste er in 72 Paragraphen eine detaillierte Betriebsordnung (beinahe eine Betriebsverfassung), deren Inhalt auch Reichskanzler Bismarck zu seiner speziellen Form des Sozialstaats inspirierte und der dann weltweite Bewunderung fand, inkl. der USA.
    Die Paragraphen §19. bis §23. beschreiben die verschiedenen Verfahren für Lohnerhöhungen, Belohnungen und Anerkennungen für außergewöhnliche Dienste, sowie Einrichtungen für Schulen, Fortbildung- und Unterhaltung, Kinder- und Altersheime, Kranken- und Pensionskassen, Krankenhäuser, Lebensversicherungen, Consumanstalten [sic] für Nahrungsmittel und Kleidungsstücke und schließlich billige oder freie Wohnungen.

    „War das eine Laune des alten Fürsten mit der hohen Fistelstimme oder wollte er nur auf die Sozialistengesetze von 1878 (Peitsche, dann Zuckerbrot) reagieren?“
    Bismarck reagierte auf die deutschen Sozialisten als Erben des Marxismus, er störte sich nicht an dem Wohlstand der Arbeiterschaft.
    Für seine „Fistelstimme“ konnte der Reichsgründer nichts, aber Sie, für diese Unsachlichkeit.

    „Bismarck hat sich voll für das nationale Interesse, welches selbstverständlich das intakte Bestehen von Unternehmen und Kirche einschloss, eingesetzt.“
    Zu seiner Zeit sicher eine vernünftige Politik.

  15. 35
  16. 36

    Gemach, gemach Thomas Bovet. Ich wollte Fürst Otto von Bismarck nicht herabwürdigen, denn ich verehre ihn. Er hätte, wenn nicht Wilhelm II ihn zum Rücktritt genötigt hätte und er 1914 noch gesund gewesen wäre, die Julikrise mit der Ermordung des österreichischen Kronprinzen und seiner Frau besser gelöst.
    Aber das mit dem internen Betriebsgesetz des alten Krupp wusste ich noch nicht, Danke.
    Ich kann mit meinen drei Gehirnzellen nicht alles wissen.
    Aber ich bleibe dabei, dass Bismarck mit seinem Sozialistengesetz und der vorbildlichen Sozialgesetzgebung, gegen die Sozialdemokraten (das waren nämlich die Sozialisten) einen geschickten Schachzug führte.
    Und damit hat er, da ist wieder das alte Thema, auf die Bestrebungen der Sozialdemokratie REAGIERT. Aber das werden Sie nicht glauben wollen und setzen einfach voraus, dass die Unternehmer mit dem Socialen (Sozialen) angefangen haben und führen dafür Alfred Krupp an, der später geadelt wurde (nicht korrigieren, denn ich schreibe jetzt aus der Erinnerung).
    Wenn das so ist, warum haben dann Hundertschaften anderer Unternehmer exakt das Gegenteil getan? Um nicht missverstanden zu werden: ich wäre als Unternehmer zur selbigen Zeit auf der gleichen Linie gewesen. Denn wenn ich mir diese Kosten aufhalsen muss, der französische oder britische Hersteller aber nicht, dann hätte ich ein Problem gehabt. Aber im Kontext des geschickten Schlages gegen die Umstürzler und Anarchisten, die schon damals im Kaiser den Hauptfeind sahen, wäre ich damals auch dafür gewesen. Aber eben nur deshalb. Aber lassen wir es gut sein. Freuen wir uns, dass wir (hoffe ich doch!) gesund sind und die Geschichte noch nicht zu Ende ist.
    Obwohl ein gewisser Fukuyama voreilig das Ende derselben ausrief.
    Ich werde, wenn dereinst wieder Sitte und Anstand in Deutschland einkehren sollten, Pornografie und die „Grünen“ verboten sind, nicht in Sack und Asche wandeln. Dann mache ich eine Flasche Schampus auf.

    • 37

      @KUNO
      Man sollte allerdings nicht übersehen, dass

      1. bevor Bismarck dem Staat das „Soziale“ einverleibte, es sehr gut funktionierende private Arbeitervereine und Genossenschaften gab, die sich ausgesprochen erfolgreich den sozialen Belangen angenommen hatten.

      2. es Bismarck war, der den feudal-aristokratischen Privilegienstaates in einen demokratischen kollektivistischen Privilegienstaat überführte, indem die sozialen Aufgaben dem Staat einverleibte, denn er erkannte, dass er damit Wählerstimmen “kaufen” konnte.

      • 38

        Schon möglich, Ernst
        Das ändert aber nichts daran, dass Bismarck es offenbar für angebracht hielt, angesichts der Unruhen unter den Arbeitern, genau diese Maßnahmen zu wollen, d.h. im Reichstag diskutieren und verabschieden zu lassen.
        Der Kaiser musste übrigens gemäß Verfassung auch unterschreiben und hat das auch gern getan.

        • 39

          Dass der Kaiser unterschrieb, wundert mich nicht, KUNO.

          Nach meinem Verständnis ist Bismarck der Begründer des heutigen „durchbürokratisierten Sozialsozialismus“ (http://www.freitum.de/2016/03/fluchtlinge-und-finanzkrise-bye-bye-eu.html#more ) in Deutschland. Mit der Folge, dass die Regierung im Staat ständig mehr Einfluss auf das Leben der Bürger bekam, die Freiheit einschränkte, die Bürger immer mehr vom Staat abhängig wurden, und da die Wünsche der Bürger an die Regierung kein Ende nahmen, nach dem Motto: Der Staat ist die große Fiktion, nach der sich JEDERMANN bemüht, auf Kosten JEDERMANNS zu leben. (Frederic Bastiat), diente das staatliche fiat money, durch die Geldschöpfung per Knopfdruck, den Regierungen dazu, immer neue Versprechungen zu finanzieren, womit der Wert des Geldes schmolz, wie Schnee in der Wärme. Mit der Inflationierung des Geldes schwand dann der Wohlstand der Mittelschicht, die zusehends verarmte und die bereits Wohlhabenden wurden schnell noch wohlhabender. Ich finde ein solcher „Sozialstaat“ ist sehr unsozial.

        • 40

          @KUNO

          Zu: „angesichts der Unruhen unter den Arbeitern,…“

          Unruhen unter den Arbeitern gab es auch zur Zeit als die mechanischen Webstühle den Webern ihre bisherige Arbeit überflüssig machte. Hätte man ihnen nachgegeben, gäbe es wohl heute noch keine mechanischen Webstühle und keine Automation, also keine Steigerung der Produktivität, womit wir heute noch in der gleichen Armut unser Dasein fristen müssten, wie die damaligen Generationen.

          • 41

            @ Ernst

            Sie meinen doch nicht etwa den schlesischen Weberaufstand? Das war 100 Jahre früher!
            Wie dem auch sei: Wir sollten heute Bismarck und dem Kaiser nicht die politische Urteilsfähigkeit auf diese Weise absprechen!
            Diese lebten damals und hatten Gegenwart und Zukunft zu gestalten, während wir nur dumme Nachgeborene sind.

  17. 42

    Wieder so ein (halb erforderlicher) Nachsatz von mir:
    Es gibt, nach meiner Aufassung nur eine Weltwirtschaft Da ist nichts abstraktes dabei. Zumindest die Finanzen hängen alle (wegen dem Austauschverhältnis)
    unter einander zusammen. Früher gab es eine zweigeteilte Weltwirtschaft, aber nachdem jetzt auch Kuba seine Segel streicht, bleibt nur noch eine übrig.

  18. 43

    @Kuno,
    die WW per se ist deshalb ein Abstrakt, weil man mit Sammelbegriffen praktisch nicht umgehen kann, genauso wenig wie mit z.B. „Weltbevölkerung“. Sie können mit einzelnen Märkten handeln und deren jeweilige Wirtschaft zu Ihrem Nutzen analysieren. Ein Durchschnittseinkommen der Welt z.B. mag bei 600.00 liegen, ein Datum das so nutzlos ist, dass ich es nicht mal schnell googeln konnte und einfach annehme.
    Aber vielleicht meinen Sie mit WW etwas anderes?

    • 44

      Die Grundlage allen Wirtschaftens ist das Geld und somit das Austauschverhältnis dieser Währungen unter einander oder, man könnte auch sagen: der Stellung zum Dollar.
      Denn dieser Dollar hat seit 1950 seinen Kurs nie verändert, aber alle anderen Währungen zum Dollar schon. Der Dollar ist wie ein Fixstern, sagen wir die Sonne; alle anderen kreisen um den Fixstern.
      Das gilt solange, wie der Dollar die Weltleitwährung ist.
      Wenn das nicht mehr gilt, verändert der Dollar sofort seinen Wert (Austauschverhältnis). Wenn wir also in der Welt nur ein Weltfinanzsystem haben, welches höchst real ist, warum soll dann die Weltwirtschaft „abstrakt“ sein?

  19. 45

    @Kuno,
    „Und damit hat er, da ist wieder das alte Thema, auf die Bestrebungen der Sozialdemokratie REAGIERT. Aber das werden Sie nicht glauben wollen…“

    Doch, weil es in der Natur des Staates liegt, auf vermeintliche und reale Probleme zu reagieren. Dabei bekommt das Rad, das am lautesten quietscht das Öl. In demokratien wird eben nicht geplant, sondern Klienten bedient.

    „…und setzen einfach voraus, dass die Unternehmer mit dem Socialen (Sozialen) angefangen haben…“

    Das tue ich sicher nicht. Aber das Beispiel Krupp beweist, dass Märkte sich grundsätzlich regulieren KÖNNEN. Es gibt gute Unternehmer und schlechte, wie es auch gute und schlechte Angestellte gibt. Eine von Beginn freie Wirtschaft (und, übrigens auch eine Demokratie!) überlässt die Wahl dem Individuum, nicht dem Staat. Was die Auswüchse des Kapitalismus angeht, schauen Sie mal selbst, wer hinter der ersten Börse in Amsterdam und der Versachlichung von Inhaberpapieren stand – ich will hier kein neues Fass aufmachen.

    Am Ende zählt, wie Sie Ihre Brötchen bezahlen: mit verdientem Geld, Proudhon’schen Tauschscheinen, oder mit Nächstenliebe.

  20. 46

    mit den Worten von Ayn Rand: „Wenn Menschen friedlich miteinander leben wollen, müssen sie das Prinzip anerkennen, dass jeder Mensch Rechte hat, die andere Menschen nicht verletzen dürfen; dass der Mensch das Recht hat, für sich selbst zu leben und sein eigenes Glück zu suchen; dass er ein Selbstzweck und kein Mittel zum Zweck für andere ist – für niemand anderen, sei er nun groß oder klein, stark oder schwach; nicht als Kanonenfutter und nicht als Arbeitsdrohne für den Feudalherren, den König, den Kaiser oder die Kinder von Sozialhilfeempfängern.“

    könnte dafür bitte jemand quellen nennen?

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