Über das Zeitalter der glücklichen Sklaven

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Der Großteil der in diesem Land lebenden Menschen sind glücklich! Glücklicher als…. ach, wer weiß das schon so genau. Seit lange eben! Nun läuft auch noch das Mega-Event des Jahres, und da sind wir glücklicher als glücklich! Vor lauter Glück kommen wir aus dem Glück gar nicht wieder heraus!

So las ich heute (wieder einmal) in einem Leserbrief von „Jemandem“, dass er gerne Steuern zahlt! Für die Straßen und so! Ach so, dachte ich mir, für die Straßen wird das viele Geld gebraucht! Damit die so viele Löcher haben, dass nur noch unsere Premium-Automobile die einigermaßen unbeschadet überstehen. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit, dann haben wir hier keine Premium-Automobile mehr, die werden nämlich in nicht allzu weiter Ferne nur noch im Ausland gefahren – und gebaut.423593_98ca50eb860e4c5bb18089c5ec5c19e5.jpg_srz_p_264_326_75_22_0.50_1.20_0.00_jpg_srz

Und dann wird das ganze Geld gebraucht für die Kindergärten und frühkindlichen Verwahranstalten, damit Mami und Papi auch langfristig beide die moralische Pflicht haben, Herrn Schäuble zufrieden zu machen. Und natürlich für die ganzen anderen Wohltaten, die der Staat seinen glücklichen Bürgern gönnt.

Besonders glücklich machen die Deutschen Dinge, die Bio sind. Weil wir hier in Deutschland wollen grün sein. Grün heißt der neue Wohlfühltrend, grün ist das neue „Chanel“! Deswegen brauchen wir auch keine Premium-Automobile mehr. Die zerstören nur die Umwelt mit ihren Abgasen. Und wir brauchen die Umwelt, schon allein um diese Winddinger da rein stellen zu können.

Noch zehren wir vom Wohlstand der früheren Generationen und wir zehren gern! Neben dem Glücklichsein können wir auch vom Zehren gar nicht genug bekommen! Und ein nicht unerheblicher Teil scheint zu glauben, dass das ewig so weitergeht. In einer Phase der Dauer-Dekadenz mutieren wir alle zu Übermenschen, die glauben, sie könnten die ökonomischen Gesetze außer Kraft setzen, die glauben, sie hätten den Stein der Weisen gefunden, der ihre Idiotie in Gold verwandelt.

Ich lebe in einer historisch aufregenden Zeit, nachfolgende Generationen werden diesem Zeitalter Geschichtsbücher widmen. Über das Zeitalter der glücklichen Sklaven. Man wird sich über uns Primitivlinge ganz schön das Maul zerreißen, weil wir so dämlich gewesen sind.

Wann haben wir hier das letzte Mal etwas Großartiges geschaffen? Etwas Weltbewegendes? Das ist lange her, alle unsere Außergewöhnlichkeiten stammen aus der Vergangenheit, inzwischen sind wir nur noch grün. Großartige Erfindungen werden im Ausland gemacht. Entweder direkt durch unsere ausländischen Freunde oder durch deutsche Mitbürger, die ihr Glück lieber außerhalb Deutschlands suchen. Weil sie da kreativ sein dürfen, verrückt, erfinderisch. Das ist hier alles out.

Hier sind wir grün und gleich. Gleichheit ist neben dem Grünsein total en vogue.

Stellen Sie mal eine Frau auf einer Party neben eine andere Frau, die das gleiche Kleid trägt – das ist ein Spaß. Es sei denn, die Dame ist grün. Dann trägt sie oft etwas, das aussieht wie ein Sack – weil Weiblichkeit out ist! Kurven betonen – nix da, das ist frauenfeindlich!

Erklären Sie mal einem Top-Gehirnchirurgen, dass er genauso intelligent ist wie ein Fabrikarbeiter, der seit 25 Jahren am gleichen Band steht. Das Empörungsgesicht wird Sie noch in ihre Träume verfolgen. Aber sagen wird er das auf keinen Fall laut – nix da, das ist politisch unkorrekt!

Gehen Sie einmal zum Spaß zu einem reichen Mitmenschen und nehmen sich dort den Rinderbraten aus dem Gefrierschrank! Er wird Ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach freundlich den Weg nach draußen weisen. Ohne Rinderbraten! Aber tut er das auch, wenn er dabei gefilmt wird? Nix da – er könnte als sozial ungerecht gebrandmarkt werden! Schließlich ist er reich und Sie nicht!

Komisch finde ich das! Politiker erklären uns, was die Menschen gut und richtig finden. Wieso kenne ich keinen, der das bestätigt? Also dann bestätigt, wenn wir alleine sind?

Unsere Jugend ist inzwischen geistig dermaßen kontaminiert, dass sie den Staatsdienst jeglicher Selbständigkeit vorzieht, weil der Staatsdienst so sicher ist. So sicher! Das sind Leute um die zwanzig! Und die wollen vor allem Sicherheit? Herrje, wir sind dem Untergang geweiht.

Im stillen Kämmerlein will ein jeder einzigartig und besonders sein, wohl niemand fühlt sich geschmeichelt, wenn man ihm sagt, dass er Durchschnitt ist. Wir geben Unmengen an wertlosem Geld aus, um uns vom anderen zu unterscheiden. Aber wenn es um unseren Geist geht, wollen wir Einheitsbrei sein. Sind wir schizophren? Sind wir verrückt? Dieser grüne Geistesmüll hat unsere Synapsen verklebt, wir merken noch nicht einmal mehr, was man uns antut, wir wollen sogar, dass man es uns antut!

Wir stopfen uns mit Bio-Eiern voll und verpesten gleichzeitig unser Gehirn mit verseuchter Kost.

Das größte Ziel unserer Jugend ist es, auf Kosten anderer zu leben! Aus Steuergeldern finanziert zu werden. Die sogar dem Wahnsinn des „bedingungslosen Grundeinkommens“ huldigen. Und das sicher findet! Und gut noch dazu! Weil es so großzügig und ehrenvoll klingt. Dass das nur sicher, gut und „ehrenvoll“ ist, solange sich genug finden, die bereit sind für die Sicherheit und moralische Überlegenheit anderer zu arbeiten, scheint zu hoch zu sein. Das sind solche, die zum Staatsdienst gehen und verzweifelt bemüht sind, dann wenigstens durch Oberflächlichkeiten aufzufallen. Die ihr sicheres Leben durch spannende Hobbys und exotische Reisen aufwerten (müssen), um in ihrer selbstkonstruierten Neo-Biedermeierzeit noch frische Luft einatmen zu können.

Die mal etwas erleben wollen, weil der Alltag so öde ist.

Die auf Kosten anderer leben und sich dieses Leben teuer bezahlen lassen, weil sie für das Gemeinwohl arbeiten! Weil sie dem Staat dienen. Weil sie es für zu unsicher halten, eigene Werte zu schaffen. Weil sie dann beruhigt krank werden können. Weil sie keine echte Verantwortung für das Wohl ihnen unmittelbar bekannter Menschen übernehmen müssen. Weil sich Gutmenschlichkeit im Anonymen glaubwürdiger und vor allem beweisfreier lamentieren lässt.

Die Selbstständigkeitsrate unter den grünen Gutmenschen ist – und da verwette ich alles drauf – verschwindend gering. Weil Reden eben einfacher als Handeln ist. Weil Verwalten leichter als Schaffen ist. Weil es einfacher ist, den Moralapostel zu spielen als Moral zu leben, indem man Wohlstand schafft. Und Wohlstand schafft man nicht, indem man den Preis des größten Maulhelden der Nation gewinnt, sondern indem man die Klappe hält und anpackt! Sich die Hände schmutzig macht und nicht lamentiert. Indem man etwas TUT und nicht nur die politisch korrekten Regelungen, Vorschriften und Gesetze denjenigen um die Ohren haut, die Sicherheit erarbeiten.

Vor allem an die liebe Jugend von heute!

Bitte schreibt euch hinter die Ohren… Wenn ihr alle nur noch in den Staatsdienst wollt, weil ich durch staatlich Kindergärten, staatliche Schulen und staatliche Hochschulen dermaßen indoktriniert seid, dass ihr nicht mehr selber denken könnt, dann lasst euch sagen, das euer Plan nicht funktionieren wird. Wenn nämlich niemand mehr echte Werte schafft, habt ihr nichts zu verwalten – so einfach ist das!

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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12 Comments

  1. 1

    Ich (männlich, 45) will ein Kind von Ihnen! Und wenn das nicht geht, kauf ich meiner Frau eines Ihrer Bücher.

    • 2

      @Sisterle: Ich denke, die erstere Variante könnte mein Mann verhindern :-) Aber die Idee mit den Büchern ist fabelhaft! Beste Grüße

  2. 3

    (männl, 49) Ein großarartiger Text in einer Zeit zum Verzweifeln. Ich für meinen Teil kämpfe um meine Familie und um deren Resistenz gegen die Verblödung. Meine Kinder (10 und 7) bekommen von mir täglich fundierte und nahrhafte Widerstandskost serviert: Traditionen und Abstammung für den Link in die eigene Vergangenheit, die schon viele Staaten gesehen hat, Freiheitsbewußtsein für die Erkenntnis der Gängelung in der geheuchelten Fürsorge, Naturwissenschaft und Mathematik für einen glasklaren Geist, dem niemand ein X für ein U vormacht und – den Glauben an Gott für die Sicherheit die kein Staat jemals gab und geben wird! Und für all das weiß ich eine wunderbare Frau an meiner Seite. Ihnen, Frau Kablitz, danke ich für Ihre Gedanken und für Ihre Sichtbarkeit in der Welt des duckmäuserischen Unterwerfens.

  3. 4

    Widerspruch, liebe Susanne: Grün bedeutet für mich in erster Linie
    islamistisch-grün. Das ist die Farbe der Satanisten!
    Aber ich weiß ja, dass das satirisch gemeint war.

  4. 6

    Nun, Susannene, ich habe nur Ross und Reiter benannt.
    Die grüne Partei ist für mich, wie auch für Sie, nicht grasgrün, oder naturgrün, sondern islamistisch-grün.
    Die Gannoven haben alle einen Namen. Da erinnere ich an die Rede des letzten Papstes im Deutschen Bundestag. Als der reinkam, ist der Abgeordnete Ströbele aufgestanden und hat demonstrativ den Bundestag verlassen.
    Aber diese Gesinnung strahlt weit in die SPD und die CDU aus.
    Insofern lässt sich das näher eingrenzen, wenn auch nicht pauschal begrenzen.

    • 7

      Vielleicht kann man sich ja so einigen, dass die ganze Schweinerei zwar keine Begrenzung, aber einen Anfang hatte. Und das ist das Jahr 1968.

  5. 8
  6. 9

    Da liegt viel Wahrheit drin..Dieses Einrichten im Wohlfahrtsstaat als Lebensmaxime und immer auf der guten Seite..Wie billig und einfach zu gleich.

  7. 10

    Nun, liebe Frau Kablitz, ich (männlich 47) reih‘ mich gerne in die ‚(völlig überflüssige) Winkefront‘ ein, aber lustig isses (-:

    Zwei aktuelle Beobachtungen vom heutigen Tage aus Mainz. Einer meiner Kunden mit Souvenir-Artikeln berichtet, dass er seitens Steuerberater und Finanzamt keine Bargeschäfte in Einkauf mehr tätigen darf, nur noch über Rechnung und Überweisung, was natürlich ‚Gebüren‘ bedeutet. Ebenfalls in Mainz ein seit hundert Jahren ansässiges Fotofachgeschäft in Insolvenz. Ich fürchte, wir müssen uns da noch auf ein ‚langes Sterben‘ einrichten.

    Anderes Thema, ich weiß nicht ob Sie Benjamin Fulford ‚verfolgen‘, der berichtet in einem wöchentlichen Newsletter über die ‚Khasarische Mafia‘ (Anmerkung: Und die Grünen zähle ich dazu). Ich hänge Ihnen den Eintrag einfach mal dran, ganz interessant:
    http://benjaminfulfordtranslations.blogspot.de/2016/06/deutsch-benjamin-fulford-12062016.html
    Nun ist natürlich spannend, worum es sich bei den ‚goldenen Lilien‘ handelt.

  8. 11

    Liebe Frau, ein weiteres Mal herzlichen Dank für einen herzerfrischenden, wohltuenden, punktgenauen und sprachgewaltigen Artikel! Roland Baader hätte bestimmt auch seine helle Freude daran.

    „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“
    Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), österreichische Schriftstellerin, Erzählerin

    „Wenn das Rauben von 100 % der Arbeitsleistung und -zeit Sklaverei ist, ab welchem Prozentsatz ist es keine Sklaverei mehr?!“
    Urheber unbekannt

    „Ein Staat, in welchem die Bürger … genötigt oder bewogen würden, auch den besten Gesetzen zu folgen, könnte ein ruhiger, friedliebender, wohlhabender Staat sein; allein er würde mir immer ein Haufen ernährter Sklaven, nicht eine Vereinigung freier, nur, wo sie die Grenze des Rechts übertreten, gebundener Menschen scheinen.“
    Wilhelm von Humboldt: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen, Stuttgart 1962, S. 172

    „Niemand ist mehr Sklave, als der, der sich für frei hält, ohne es zu sein.“
    Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

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