Von deutschen (Renten)-Illusionen

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Befragt man die deutsche Bevölkerung, ob sie es gut und richtig findet, zwangsversichertes Mitglied in einer der zahlreichen staatlichen Versorgungssysteme, wie zum Beispiel der deutschen Rentenversicherung, zu sein, dann werden die wenigsten auch nur den geringsten Zweifel daran hegen, dass das von Bismarck 1889 eingeführte Versicherungssystem nur zu unserem Besten ist.

Zwar ist zuweilen von gewissen „Verbesserungsvorschlägen“ die Rede, aber im Großen und Ganzen sind die Menschen davon überzeugt, dass der staatliche Zwang durchaus seine sinnvolle Berechtigung hat.

Sie werden das System selbst jetzt noch gegen jeden noch so sachlichen Einwand verteidigen, wo BDI-Chef Ulrich Grillo sogar ganz unnebulös ausspricht, dass man zwar weiterhin einzahlen müsse (selbstverständlich), aber nie mehr etwas aus der Richtung zu erwarten hat (er umschreibt das mit einem möglichen Renteneintrittsalter von 85 Jahren).1200x900-8-280x210

Dabei wurde bis ungefähr 1878 das Deutsche Reich recht liberal geführt, wenn auch hier und da zunächst leise Töne „vom Segen der Wohlfahrtsstaatlichkeit“ zu hören waren. Diese ersten sanften Töne wurden zunehmend lauter und fordernder bis Bismarck, der in jeder Form ein Mann „des Staates“ war, sich mit seinen Ideen von der Übertragung der Freiheiten des Einzelnen auf den Staat durchsetzen konnte.

Dabei ging es Bismarck primär nie um fürsorgliche Absichten, sondern viel eher darum, die Menschen von Sozialleistungen durch den Staat abhängig zu machen.

„Wer eine Pension hat für sein Alter, der ist viel zufriedener und viel leichter zu behandeln als wer darauf keine Aussicht hat. Sehen Sie den Unterschied zwischen einem Privatdiener und … einem Hofbedienten an; der Letztere wird sich weit mehr bieten lassen…; denn er hat Pensionen zu erwarten.“ (Bismarck zu Moritz Busch)

Nach den wenigen vielversprechenden Jahren nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, die durch die Politik Ludwig Erhards geprägt waren, hat die den Deutschen innewohnende Ängstlichkeit und der daraus resultierenden großen und treuen Staatsgläubigkeit dazu geführt, dass wir von liberalen Gedanken und Ansprüchen wieder einmal weit entfernt sind. Dieser bei den Deutschen nahezu immer anzutreffende, fast schon pathologische Glaube an das Wohlwollen unserer Staatsdiener nimmt zunehmend bedrohliche Züge an, schickt dieser feste Glaube sie jedoch – wieder einmal – auf den direkten Weg in die Armut.

Staatsgläubigkeit und Staatsglorifizierung haben in Deutschland eine lange Tradition, dabei ist das Menschenbild des Sozialstaates wenig schmeichelhaft.

Erwachsene Menschen sollen – folgt man der Argumentation – nicht in der Lage sein, für ihr eigenes Leben Verantwortung tragen zu können, sie müssen – ganz offensichtlich – zu „ihrem Glück gezwungen werden“. Die Fähigkeit, für sich selbst angemessen zu sorgen, wird Ihnen verweigert; es wird ihnen höchst erfolgreich eingeredet, nur der Staat könne dem tief in den Deutschen verwurzelten Sicherheitsbedürfnis gerecht werden. Ohne ihn würden schreckliche Katastrophen Realität, Katastrophen, die nur Leviathan zu verhindern in der Lage ist.

Folgt man der Argumentation der Menschen, die unter gar keinen Umständen „amerikanische Verhältnisse“ wollen (einem Staat, der vor vielen Jahren den Freiheitsgedanken wirklich gepflegt hat), dann muss man einem „Typus Bismarck“ leider Recht geben. Es sieht ganz danach aus, als wollten die Menschen in diesem Land gezwungen, gemaßregelt und wie Unmündige behandelt werden.

„Die Freiheit von Not“, die Franklin D. Roosevelt, der „deutsche Bismarck“, als ein besonders erstrebenswertes Ziel erachtete, verspottet damit die Freiheit des Individuums und der Eigenverantwortung. Mit dem derzeitigen, weitverbreiteten Zeitgeist ist es absolut nachvollziehbar, warum ein Großteil der Menschen im „New Deal“ der dreißiger Jahre bis heute einen Segen sehen, obwohl genau das Gegenteil der Fall war.

Für viele Menschen will es noch immer nicht in die Köpfe, dass die Beiträge, die heute in gesetzliche „Absicherungssysteme“ fließen, gestern schon ausgegeben waren. Dass dieses ganze Sozialstaatsprinzip nur noch mühsam am Leben gehalten wird, weil der Staat sich – ganz im Gegenteil zum Individuum – in unserem Falschgeldsystem „dusselig“ verschulden kann.
Wenn man diesen Sachverhalt allerdings mit den Menschen bespricht und ihnen den Irrsinn der „Sozialstaatsverheißungen“ vor Augen führt – ein betrügerisches System zu dem fast jeder sogar noch gezwungen werden darf – dann erntet man meist recht unverständliche, nahezu feindliche Reaktionen.

Es handelt sich doch hier um den Staat, was soll denn daran betrügerisch sein?

Schaut man sich in diesem „Sozialstaat“ zum Beispiel das gesetzliche Rentensystem an, dann steht gerade das Verhältnis von Rentenbeitrag und späterer, selbst nur in Aussicht gestellter, Rente in einem krassen Gegensatz. Die entsprechenden Formeln zum jeweiligen Anspruch können verändert und manipuliert werden, wann immer es die Kassenlage oder „unvorhergesehene Umstände“ dies erfordert. Die wie eine heilige Kuh verehrte Sicherheit, Planbarkeit und Verlässlichkeit ist im gesetzlichen Rentenversicherungssystem nicht vorhanden, mit größter Wahrscheinlichkeit auch nicht vorgesehen. Die Wahrnehmung dieses unbefriedigenden Zustandes wird immer offensichtlicher.

Was hingegen nicht einleuchtet, ist die Reaktion auf diese Erkenntnis.

Anstatt – wie im Falle der gesetzlichen Rentenversicherung ein privatwirtschaftliches System einzufordern, was den Namen auch verdient, weil man für sein eingezahltes Geld auch einen entsprechenden Gegenwert bekommt, wird genau dieses strikt abgelehnt. Eher geht die ganze Welt unter, bevor die breite Bevölkerung an dem vertrauten (Betrugs-)System etwas ändern würde. Alles, was privat ist, riecht nach Ausbeutung, nach Bereicherung einzelner Marktteilnehmer. Alles, was staatlich ist, gilt hingegen als gerecht, sozial und für das Gemeinwohl unerlässlich.

Die wenigsten möchten als „unsozial“ gelten, kaum jemand gedenkt an Dingen zu rütteln, die – obwohl sie durch Zwang ausgeübt werden und zudem nicht ihren Zweck erfüllen – sich „der Staat“ zu unserer Bevormundung, die er als Fürsorge tarnt, hat einfallen lassen. Zu fest und unerschütterlich ist der Glaube (mehr kann es nicht mehr sein, die hohlen Phrasen wurden, bei genauem Hinhören, ja bereits als heiße Luft enttarnt) an „Vater Staat“, was an sich schon ein Witz ist. Wer will – allen Ernstes- einen solchen Vater? Ein „privater“ Vater würde von seinem eigenen Fleisch und Blut für alle Zeiten verstoßen! Der „gesetzliche“ Vater hingegen genießt hingegen Vertrauen und sogar breite Zustimmung.

Es verstößt gegen jedes moralische Gesetz, die Menschen per Befehl und Staatsgewalt in Konstrukte jedweder Art hineinzuzwingen, zumal dies noch mit deren eigenen Geld geschieht.

Es setzt dem Ganzen die Krone auf, wenn diese Zwangsausübung – diese Macht hat nur der Staat – auch noch in ein System erfolgt, dass klinisch tot ist und nur durch ein fiat-money-Falschgeldsystem mühsam am Leben erhalten wird, welches durch permanente Inflationierung beständig seinen Wert verliert.

Trotz oder eher genau deswegen werden unsere Politiker daran festhalten, denn hier liegt ein perfektes System jetziger und späterer Enteignung und damit dauerhafter Abhängigkeit von „Vater Staat“ vor. Die nächsten Jahre werden immer deutlicher zeigen, wie massiv unterfinanziert die soziale Errungenschaft ist und wohin es uns führen wird, dass die vor langen Jahren notwendigen Reformen entrüstet verweigert wurden.

Die Zukunft wird spannend – wenn auch nicht angenehm!

Die zahllosen Keime sprießen bereits kräftig. Es ist nur allzu deutlich erkennbar, dass uns „Vater Staat“ in seinen totalitären Armen willkommen heißen wird. Es ist nur allzu deutlich erkennbar, dass wir jegliche Freiheiten verlieren werden. Die Freiheit an sich gibt’s für uns schon lange nicht mehr.

Aber was macht das schon? Schließlich dienen wir „Vater Staat“!

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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24 Comments

  1. 1

    Verehrte Frau Kablitz,
    dazu passen die unnachahmlich klaren Worte von Roland Baader, die zeigen, wie weit der Staatskrake die meisten Menschen bereits korrumpiert hat:

    Der Stolz des freien Mannes
    Freiheit lebt und überlebt nur dort, wo sie in den Herzen der Menschen fest, tief und kompromißlos verankert ist. Man vergleiche diese Haltung, diesen Stolz des freien Mannes, mit der Einstellung jener erbärmlichen Kreatur, die heute an der
    Hundeleine des Wohlfahrtstaates geht: Dieses Hausschwein der sozial-sozialistischen Massentierhaltung rackert sein halbes Leben fürs Finanzamt und für die Sozialversicherungs-Maschinerie (d. h. für einen sinnlosen Verschwendungsapparat u. dessen Funktionäre), dokumentiert tagein tagaus jede seiner Regungen mit
    Steuerbelegen, baut sein Haus nach den Konstruktionsmerkmalen eines Karnickelstalls,um nicht aus den skalischen Vergünstigungen zu fallen, zahlt ein Drittel seines Lebenseinkommens in die Kassen von (als „Versicherungen“ getarnten)
    Manipulationsorganisationen, läßt sich seine Tages-, Wochen- u. Lebensarbeitszeit samt Lohnbetrag von Syndikaten vorschreiben, läßt sich seinen Arbeitsplatz von einer Monopolbehörde vermitteln und seine Kinder in Gesamtschulen mit der Strategie „Gleichschaltung des Verdummungsgrades“ versauen, ja richtet gar noch die Zahl seiner Nachkommen nach Mutterschafts- u. Kindergeld, nach Steuerklasse und Bausparprämien-Zuschuß ein, hetzt seine Ehefrau in irgendein stumpfsinniges Beschäftigungsverhältnis, um mit der sozialisierten Doppelrente seine eigenen Kinder auszubeuten, steht um Almosen an, wie Wohngeld- u. Heizkostenzuschuß, Weihnachtsfreibetrag u. Kantinenessen-Zulage, um Kilometerpauschale, Sparprämie u. Umschulungshilfe – kurz: läßt sich einen Bruchteil dessen, was man ihm genommen
    und was er selbst erarbeitet hat, als gnädigen Bettel zuweisen – und fühlt sich dabei auch noch als freier Mann mit aufrechter demokratischer Gesinnung.

  2. 3

    Das Deutsche Reich, liebe Susanne, hatte bis 1878 gerade einmal 6 Jahre lang existiert. Deshalb wäre ich persönlich mit dem „liberal geführt“ zurückhaltender.
    Wir sind uns einig, dass die künftige Rentnergeneration weitgehend betrogen wird. dabei treibt mich persönlich weniger die Höhe der Rentenzahlung um, oder deren Eintrittszeitpunkt- 66 Jahre oder 67 Jahre.
    Sondern, es sind die Ersparnisse die demnächst in diesem Theater durch den Schornstein gejagt werden. Um das zu wissen, pardon, brauche ich Roland Baader überhaupt nicht. Das kann jeder sich selbst zusammen reimen.
    Nehmen wir an, ein Land wie Deutschland mit einer Vielzahl von Währungsreformen, hätte keine umlagefinanzierte RV, sondern eine kapitalgedeckte RV gehabt. Was genau wäre denn 1918 und vor allem 1948 mit dieser Kapitaldeckung passiert?

    • 4

      Diese kapitalgedeckten RV´s hätte man natürlich zu einem Gutteil abschreiben können – genauso, wie man demnächst „Riesterrenten“, Kapitallebensversicherungen und anderes Papier-Gedöns zu einem Gutteil wird abschreiben können.
      Daran sind aber noch nicht einmal so sehr die Geldverwalter bei den Versicherungen schuld, sondern gerade auch die Reglementierungen des Staates, der diesen vorschreibt, wie sie das Geld anzulegen haben und wie nicht.
      Und nur ein Schelm denkt sich Böses dabei, wenn diese Versicherungen natürlich Triple-A-besicherte „todsichere“ Staatsanleihen zur Anlage erwerben dürfen, aber z.B. keine Goldminen-Aktien wie Du und ich.
      So habe ich Anfang des Jahres von der (Zwangs-)Zusatzversorgungskasse meines Arbeitgebers ein Schreiben erhalten, worin u.a. der wunderschöne Satz zu finden ist:
      „Leider steht die Zusatzversorgungskasse angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase vor erheblichen Herausforderungen und hat deshalb beschlossen, die Beiträge schrittweise zu erhöhen.“
      Aber nicht nur Mario Druckis Irrsinn stellt die Kasse vor Herausforderungen, sondern eben auch die Gesetzgebung, weil sie ihr bestimmte (dem Staat selbstverständlich genehme) Anlageformen aufzwingt.

      • 5

        @ WzK
        jetzt weiß ich wenigstens wo Du Zuhause bist. Denn es gibt nur ein Bundesland in welchem „Gedöns“ als Wort verwendet wird. Ich habe da vor Jahrzehnten selbst gelebt und weiß das daher. Susanne wird das bestätigen können.
        Und zur Sache: die gesetzliche Beschränkung des Aktienankaufs durch Versicherungen gilt generell den Aktien schlechthin. Das zielte nie gegen Goldaktien explizit. Ich schätze, wenn Du kurz nachdenkst, stimmst Du dem zu.
        Gold an sich ist wertlos. Aber es ist seit Jahrtausenden als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel in den Köpfen der Menschen verankert.
        Und deshalb, nur deshalb, ist Gold wertvoll und eine echte Alternative zum Notenbankgeld. Allerdings ist Gold auch eine anfassbare Ware und wird erfahrungsgemäß entweder besonders besteuert oder ganz verboten.
        Jeder, der Gold kauft, erklärt indirekt dem US Dollar den Krieg und muss dich deshalb beim nächsten Goldverbot nicht über die Brutalität dieser Enteignung wundern. Darüber schrieb ich hier schon vor Jahr und Tag und auch, dass ich persönlich Goldminenaktien bevorzuge. Ich will das jetzt für die vielen Neuen, die hier sind, nicht wiederholen.

        • 6

          Da musste ich jetzt erstmal googeln und habe gefunden, dass „Gedöns“ aus Norddeutschland stammt. Der Gas-Gerd hatte das Wort auch einmal benutzt. ;-)
          Das trifft aber bei mir nicht zu: ich stamme – ach du Schreck! – aus dem Heimatland vom Erich Honecker. Es gibt allerdings nicht nur Sozialisten bei uns. Tatsächlich sind wir ein sehr geselliges Völkchen mit ein paar Besonderheiten: so grillen wir beispielsweise jetzt im Sommer nicht, sondern wir SCHWENKEN:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Schwenkbraten

          Zur „Wertlosigkeit“ von Gold: es ist u.a. das große Verdienst des Genies Carl Menger, erkannt zu haben, dass es gar keinen objektiven Wert geben kann. Der Wert eines Gutes ist tatsächlich immer SUBJEKTIV. Somit besitzt selbstverständlich auch Gold weder gar keinen, noch einen objektiven, sondern immer nur einen subjektiven Wert!
          Menger beschrieb daher stattdessen den GRENZNUTZEN eines Gutes. Und nach dem Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen liefert der Konsum eines Gutes mit zunehmender Menge einen immer kleineren Grenznutzen (Zusatznutzen).
          Warum sind nun aber Gold (und Silber!!) das BESTE GELD, obwohl auch ihr Wert nur subjektiv ist?
          Diese zwei Güter haben sich über die Zeit als diejenigen erwiesen, die die GERINGSTE ABNAHME DES GRENZNUTZENS aufweisen!!
          Man kann es auch folgendermaßen formulieren: von Gold und Silber kann man fast nie genug bekommen! ;-)

          • 7

            @ WzK
            Na sowas aber auch!
            Im Rheinland, zumindest am Niederrhein, wo ich die Hälfte meines Lebens verbracht habe, bedeutet „Gedöns“ soviel wie überflüssiges, oder Lärm um nichts.
            „Mach nicht soviel Gedöns!“ Aber vielleicht hat sich das auch geändert.
            Die an den Niederrhein zugewanderte Susanne kann das sicher beurteilen.
            Aber keiner kann die siebziger Jahre wieder beleben.

            Früher wurde Gold z.B. in der Zahntechnik und bei elektronischen Schaltprozessen verwendet. Das ist seit langem weggefallen, jetzt bleibt nur noch die Schmuckindustrie. Und – die Notenbanken und Regierungen. Letzteres garantiert, dass das Gold „seinen“ Wert nicht verliert. Denn dann würden tausende Tonnen der Notenbanken wertlos. Wertlos für uns kleine Bürger aber muss das Gold dann werden, wenn Kauf und Verkauf von Privatleuten verboten würde. Das ist jetzt bereits absehbar. Das Jahr 1933, als Roosevelt dasselbe tat, könnte sich schon bald wiederholen. Sinn macht das auf jeden Fall, aber darauf hatte ich schon vor Jahren hingewiesen.

          • 8

            @Kuno: Ja, das stimmt. :-) Als geborene Bielefelderin war das ganz schön fremd am Anfang.

          • 9

            @ Kuno
            War Alkohol etwa während der Prohibition „wertlos“ und wurde nicht getauscht? ;-)
            Nein, er war selbstverständlich sogar BEGEHRTER als vorher!
            Und wenn irgendwann eine ungedeckte Papierwährung nicht mehr akzeptiert wird, kann keine ReGIERung der Welt ihre Akzeptanz durch Zwang wieder herstellen. Die Chinesen versuchten das sogar einmal unter Androhung der Todesstrafe – vergeblich natürlich: sie musssten ihre Währung sehr bald schon wieder decken.
            Trotzdem ist Vorsicht natürlich die Mutter der Porzelankiste, und deshalb sollte man neben Gold auch Silber haben. Da ist ein Verbot noch weitaus schwieriger: Silber ist zu einem ganz erheblichen Teil nämlich nicht nur ein Geldmetall, sondern auch ein Rohstoff und wird „verbraucht“ (im Gegensatz zu Gold). So findet sich das Zeugs in unserer wunderschönen „Öko-Republik“ z.B. auch in den sich rasant vermehrenden Solarpaneelen auf den Dächern. Will man die dann auch verbieten? ;-)
            Dann natürlich Minenaktien – das sehe ich absolut genauso. Ich habe darüber hinaus auch noch die Möglichkeit, einen Teil meines physischen Goldes jederzeit zu „swappen“, d.h. in ein anderes Metall umzutauschen. Zu erklären, wie das genau funktioniert, würde hier aber den Rahmen sprengen…

  3. 10

    Unser Rentensystem funktioniert folgendermaßen:
    1. Die Beitragszahler zahlen Beiträge, um damit die Renten ihrer Vorgänger-Generation (=Eltern) bezahlen zu können.
    2. Die Beitragszahler müssen aber gleichzeitig dafür sorgen, dass genug Nachfolger (=Kinder) gezeugt werden, damit die Beitragszahler in der Zukunft auch noch Rente bekommen können.
    Da Problem des Systems liegt darin begründet, dass die Beitragszahler fälschlicherweise erwarten, dass ihre vermeintlich „eingezahlten“ Beiträge irgendwann wieder einmal an sie als Rente „zurückbezahlt“ werden. Das ist aber nicht der Fall: Die Kinder zahlen später die Renten für die derzeitigen Beitragszahler. Kriegen die Beitragszahler in ihrem fruchtbaren Alter keine Kinder, dann gibt es auch keine späteren Beitragszahler; ergo keine Renten.
    Das Problem an unser Rentenversicherung sind also nicht die derzeitigen Rentner — denn die haben ja ihre Verpflichtung zum Kinderkriegen erfüllt. Sondern die derzeitigen Beitragszahler, die eben diese Kinderkriegen-Verpflichtungen nicht erfüllt haben. Das kapiert bloß kein Schwein, weil uns die Politik suggeriert, dass die eingezahlten Beiträge später wieder als Rente ausbezahlt werden.

    • 11

      1. stimmt – das haben sie gut erkannt.
      2. stimmt nicht – es werden ja genug Kinder gezeugt. Hypothese: Wenn man vor 10 Jahren mit einem Rentenversicherungseinzahler (Brutto-Einkommen 4000Euro) einen Rentner die Rente bezahlen konnte. Sagen wir 2000Euro pro Monat. Und in 10 Jahren ein Rentenversicherungseinzahler zwei Rentner die Rente bezahlen muss (es wurden halb soviel Kinder geboren), dann muss der Rentenversicherungseinzahler was haben?
      Genau ein Einkommen von 6000Euro, dann haben alle wieder 2000Euro.
      Und wie schafft man das? Durch Produktivitätssteigerungen, die es in den letzten Jahren in Hülle und Fülle gab und demnächst auch weiterhin geben wird, kann auch der Lohn steigen.

      Diese Lohnsteigerungen wollen aber die Reichen nicht, sie wollen die Produktivitätssteigerungen in ihre Taschen fließen lassen.

      Deshalb kann Frau Kablitz auch einen finanziellen Nutzen aus ihren Artikeln ziehen, wenn sie dies verschweigt. PR-Agenturen und Stiftungen gibt es genug, die Geld für Verblödung bezahlen.

      • 12

        @Joachim: Wer sind denn „die“ Reichen? Und zu 2.) Was ist denn das für eine Milchmädenrechnung? Und wieso sollte ich etwas „verschweigen“, was gänzlich unlogisch ist? Und welchen finanziellen Nutzen? Und selbst wenn, was spricht dagegen? So viele Wörter in einem Satz, die alle in eine Richtung gehen. Eine Richtung, lieber Joachim, die wenig schmeichelhaft für Ihre Person ist.

  4. 13

    “ Anstatt – wie im Falle der gesetzlichen Rentenversicherung ein privatwirtschaftliches System einzufordern, was den Namen auch verdient, weil man für sein eingezahltes Geld auch einen entsprechenden Gegenwert bekommt, wird genau dieses strikt abgelehnt. Eher geht die ganze Welt unter, bevor die breite Bevölkerung an dem vertrauten (Betrugs-)System etwas ändern würde. Alles, was privat ist, riecht nach Ausbeutung, nach Bereicherung einzelner Marktteilnehmer. Alles, was staatlich ist, gilt hingegen als gerecht, sozial und für das Gemeinwohl unerlässlich. “

    Als ob eine Private Versicherung nicht pleite gehen kann.

    Mit Gold und Silber kann man sich privat etwas absichern aber wichtig wäre das der Pflichtanteil der Staatlichen Rente zur Verfügung steht.

    • 14

      Hallo Habnix, Sie leben also auch noch. Schön.
      Aber durchdenken Sie die Sache und meinen Kommentar nocheinmal.
      Der Gesetzgeber hatte sich bei der Umlage gedeckten (von der jeweilig nachwachsenden Generation gedeckten) Rentenversicherung etwas gedacht.
      Und das Motiv war damals nicht der Wille zur Enteignung, sondern angesichts der geschichtlichen Erfahrung das Gegenteil, nämlich Erhalt der eingezahlten Beiträge.

      • 15

        Nicht nur ein Putin-Verehrer, sondern auch noch ein Enteignungs-Verfechter. Ja, das passt so was von gut zusammen. Das Bild von Ihnen verdichtet sich. Als Unternehmer „getarnt“, propagieren Sie alles, was mit Staatsmacht zu tun hat. Deswegen auch das Putin-Theater. Ein trojanisches Pferd sind Sie. Und ich habe mich mit Ihren Aussagen sogar wirklich beschäftigt. Jetzt weiß ich, dass Sie nur ein Troll sind. Krass!

        • 16

          Sowas dämliches, erfunden von Halbgebildeten, kommentiere ich nicht.
          Nur eine Frage: warum gehen Sie nicht fort aus Deutschland, fort aus Europa?
          Irgenwo wird es ein Wolkenkuckucksheim schon geben.
          Allerdings ist in sehr vielen Ländern eine Rentenversicherung völlig unbekannt.

          • 17

            Und was meine Unternehmereigenschaft betrifft; diese ist genauso real wie mein Foto, welches hier veröffentlicht wurde.

      • 18

        Für den staatsergebenen KUNO: Das Libertäre Institut in Bonn hat 2006 Folgendes errechnet: Bei geringem Arbeitslohn (50 Prozent des Durchschnittsverdienstes) von 1.220 Euro brutto beträgt der der Rentenbeitrag momentan 290 Euro. Das ergibt bei einer Einzahlungszeit von 45 Jahren eine Rente in Höhe von 590 Euro. Die geleisteten Beiträge belaufen sich zu diesem Zeitpunkt auf 157.000 Euro. Würden die gleichen 290 Euro pro Monat privat und sicher mit 3,5 Prozent pro Jahr angelegt, ergäbe das nach 45 Jahren Laufzeit 376.000 Euro. Sogar bei einer Rente von über 1000 Euro im Monat – also beinahe der doppelten – wären bei einem Todesalter von 80 Jahren mehr als 300.000 Euro übrig. Mit so viel Geld müßten die Erben vielleicht gar nicht mehr selbst vorsorgen – im staatlichen System aber ist alles weg. Verschwunden im bürokratischen schwarzen Loch und den unproduktiven Klauen des Staates. Oder anders gesagt: Das Rentenproblem würde gar nicht existieren, wenn der Staat es nicht geschaffen hätte.“
        (Fleischmann, Mario: Aber eins ist sicher … in: „eigentümlich frei“, November 2012)

        • 19

          @ Kirschbein

          Sie haben leider nichts verstanden. 3,5 % „sicher angelegt“ !!!
          Wie oft muss ich denn noch an die beiden Weltkriege und die vielen Währungsreformen, die nächste steht bevor, erinnern?

          • 20

            Nein, Kuno, Sie verstehen nichts! Wer hat denn diese Enteignung zu verantworten? Und außerdem ging es dem Kommentator ums Prinzip! Eine Währungsrefom betrifft immer alle Systeme. Eine rund 3%ige Verzinsung wäre vollkommen realistisch, wenn Regierungen sich mit dem Fiat-Money nicht dauernd maßlos Verschulden würden! Die RV war schon immer dem gierigen Zugriff der Regierung unterworfen. Sie sollten endlich die Ursache identifizieren und nicht dauernd auf den Folgen herumreiten.

  5. 21

    1. Die Umstellung des Rentensystems von Kapitaldeckung auf Umlagefinanzierung war eine Tat Adenauers, https://de.wikipedia.org/wiki/Rentenreform_1957?oldformat=true. Sie funktionierte nur solange, wie die Deutschen fleißig Nachwuchs produzierten und die Wirtschaft genügend Arbeitsplätze bot. Spätestens Anfang der 70-iger Jahre hätte ein Zurück zur Kapitaldeckung (ganz oder teilweise) erfolgen müssen. Die Politik geht meistens den Weg des geringsten Widerstandes und so produziert ein Fehler viele Folgefehler bis in die heutige Zeit. Irgendwann holt einen das immer ein.

    2. Wissenschaftlich verkauft wurde die Reform mit der Mackenrothese, die besagt, dass die sparsame schwäbische Hausfrau Unsinn betreibt, https://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These?oldformat=true

    3. Was ich bisher nicht verstanden habe, ist, inwieweit das Geldsystem beide Systemvarianten (Umlagefinanzierung / Kapitaldeckung) beeinflusst. Fiat-Geld versus Golddeckung versus freie Wahl des Zahlungsmittels > Einfluss auf den Einzelnen / die Politik / die Stabilität von „Vorsorge-„Entscheidungen?

    • 22

      „3. Was ich bisher nicht verstanden habe, ist, inwieweit das Geldsystem beide Systemvarianten (Umlagefinanzierung / Kapitaldeckung) beeinflusst. Fiat-Geld versus Golddeckung versus freie Wahl des Zahlungsmittels > Einfluss auf den Einzelnen / die Politik / die Stabilität von „Vorsorge-„Entscheidungen?“

      Mit einer zu 100% goldgedeckten Währung könnten Sie sehr zielgenau private Vorsorge betreiben. Warum? Diese Währung hätte nämlich nur eine NATÜRLICHE Inflation. Murray N. Rothbard erklärt das folgendermaßen:
      „Inflation kann definiert werden als jeglicher Anstieg der Geldmenge in der Wirtschaft, der nicht in einem Anstieg des Metallgeld-Vorrats besteht.“
      (Das Schein-Geld-System. Wie der Staat unser Geld zerstört, Resch: Gräfelfing 2000, S. 47)
      Den Anstieg des Metallgeld-Vorrats kann man ungefähr gleichsetzen mit der Menge des neu geförderten Goldes / des Minen-Outputs. Per anno kommen so ca. 2% neu gefördertes Gold zur bereits vorhandenen Goldmenge hinzu. Mit diesen ca. 2% per anno würde also eine zu 100% gedeckte Goldwährung „verwässert“ werden.
      Somit können Sie z.B. wesentlich „planbarer“ für Ihren Ruhestand sparen: Ich bin jetzt x Jahre alt, ich möchte mich mit y Jahren zur Ruhe setzen, die durchschnittliche weitere Lebenserwartung beträgt für mich z Jahre, und die (natürliche) Inflation beträgt ca 2% per anno. Um eine (kaufkraftidentische) monatliche Rente zu bekommen wie mein derzeitiges monatliches Einkommen, muss ich also bis zum geplanten Ruhestand eine Summe von xyz (zu 100% gedecktem Geld) ansparen.
      Mit (beliebig inflationierbarem) Fiat-Geld ist eine solche Kalkulation schlicht und ergreifend unmöglich. Wenn Ihnen heute auf dem jährlich zugeschickten Renteninformationsschreiben der NOMINALWERT ihrer zukünftigen Rente mitgeteilt wird, wissen Sie tatsächlich nicht im Geringsten, was Sie sich davon einmal werden kaufen können…

      • 23

        @ WzK

        Ich sehe eben Deine Unsicherheit hinsichtlich der „natürlichen Inflation“ bei einer goldgedeckten Währung. Das ist richtig, resultiert aber daraus, dass Gold nicht beliebig vermehrbar ist. Deshalb können Kriege unter einer Golddeckung nicht geführt werden, übrigens auch kein Kalter Krieg unserer Tage. Die alte Goldmark war, worauf LESER richtig hinwies zu einem Drittel goldgedeckt. Aber das zeigt, dass eben schon bei der Gründung des Deutschen Reiches die Geldmenge nicht mit der im Reich verfügbaren Goldmenge in Übereinstimmung zu bringen war. Man hätte auch nicht, was ganz Schlaue immer wieder behaupten, den Goldpreis einfach verdreifachen und so Geldmenge und Goldmenge in Übereinstimmung zu bringen. Das geht nicht! Weil Deutschland weder damals noch heute den Goldpreis beeinflussen konnte.
        Dieser wurde traditionell in London gefixt, aber auch England hatte nur einen begrenzten Einfluss. Der Preis bildet sich immer durch Angebot und Nachfrage internationaler Käufer/ Verkäufer. Heute reicht der im Ausland weilende „deutsche“ Goldschatz nicht einmal, um 5 % der Geldmenge zu decken.

  6. 24

    Danke für die Antwort zu meiner Frage. Meine Gedanken dazu:
    1. Ist Inflation nach der österreichischen Schule nicht die Differenz von Geldmengenanstieg abzügl. Wirtschaftswachstum? Also etwas anderes, als der reine Anstieg der Goldmenge p.a. im Goldsystem?
    2. Ein 100% Golddeckung gab es bekanntlich auch 1871 nicht. Die Mark war seinerzeit nur zu 1/3 Gold gedeckt. Baader schreibt dazu: „Nun, das beste aller Systeme wäre eine reine Goldwährung. Doch weil das voraussetzen würde, dass alle Staaten mitmachen – oder doch wenigstens die wichtigsten Industrienationen, können wir diese Lösung als illusorisch abhaken. Es bleibt die Möglichkeit einer zweitbesten Lösung – und die heisst „Konkurrierende Privatwährungen/Marktwährungen“.“, http://www.roland-baader.de/inflation-der-papierene-selbstmord/ Aber ganz so einfach, wie Baader es dort beschreibt, scheint es mir doch nicht zu sein.
    3. Ich stimme mit Ihnen überein, dass im heutigen Voodoo-System der Staat sein Heil im Kaufkraftverlust des Papiergeldes sucht. Die Rente wird es weiterhin geben, auch wenn das dann gerade mal für’s Frühstück reicht. Die Frage bleibt, ob es noch Möglichkeiten gibt, die drohende Katastrophe – wenn schon nicht zu verhindern – zumindest abzumildern.

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