Die gewollte Armut

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Immer wieder „warnen“ diverse Interessenvertreter vor einer grauenvollen Armut. Gern genommen ist die „Lawine der Altersarmut“, die besonders in Wahlzeiten ein Top-Thema ist. Beliebt ist aber auch die Armut in der sogenannten 3. Welt, vor allem in afrikanischen Staaten.

Erst von wenigen Tagen war es die Linken-Göttin und Armuts-Dauerheuchlerin Katja Kipping, die mal wieder auf die unfassbare Armut hingewiesen hat – und natürlich darauf, wie dringend man diesen katastrophalen Notstand abstellen muss.

Huch, dachte ich mir, das ist ja wirklich furchtbar und suchte in veröffentlichten Artikel nach genaueren Informationen, mit denen die gute Frau Kipping ihre Ambitionen untermauert. Und was mich noch viel mehr interessierte, war, einen entsprechenden Hinweis darauf zu finden, wie sie diesen, von ihr festgestellten bedauerlichen Zustand, zu beseitigen gedenkt. Wie sie diesen zu beseitigen gedenkt, ohne auf die bekannten Phrasen einer Partei zurückgreifen zu müssen, die maßgeblich aus Steuermitteln (dem Geld anderer Menschen) finanziert wird. 1200x900-8-280x210

Also von Ihrem Geld!

Nun bin auch ich der Meinung, dass die Armut verschwinden muss – zumal es heute gar keine Armut mehr geben müsste, wenn die verschwenderischen Regierungen und nimmersatten NGOs sich einfach in Luft auflösen und dem vor allem in weiten Teilen armen Afrika nicht ständig in die Suppe spucken würden. Sei es durch die unsägliche „Energiewende“ oder – wie in diesem Beispiel – dem Vorschreiben der Lebensweise durch europäische Moralarroganzer.

So hat ein kenianischer Bauer einen ergreifenden, offenen Brief an das Europäische Parlament geschrieben, der genau die Wunde offen legt, die hier von Gutmenschen beständig blutig gehalten wird.

So schreibt er: „Das Letzte was wir brauchen, ist eine Bande reicher Staaten, die unseren Fortschritt missbilligen.“ Und: „Was wir nicht brauchen, sind Lektionen von Europäern, deren Lebensstil für gewöhnliche Afrikaner luxuriös wirkt.“

Man kann diesem Mann nur beschämt Abbitte leisten, denn das, was diese Menschen in diesen Staaten wegen unseres Wahnsinns zu ertragen haben, ist kaum auszuhalten. Das, was Gutmenschen diesen Menschen antun, ist so erbärmlich, dass man es kaum in Worte fassen kann.

Menschen wie der keniansiche Bauer können sich unser westliches Gutmenschen-Moral-Gewölle nicht leisten. Sie sind froh, wenn sie genug zu essen haben, was eh schon ein ewiger Kampf ist. Ganz sicher brauchen sie keine Moralpredigden über Bio, eine Klimawende und auch nicht über genveränderte Nahrungsmittel, die angeblich gesundheitsschädigend sind – während sie gerade verzweifelt nach der nächsten Mahlzeit suchen.

Aber das will hier im Westen von diesen Leuten keiner hören. Weil die Bitte in Ruhe gelassen zu werden, diesen Herrschaften weder Geld noch Ruhm bringen.

Und das mögen „Gutmenschen“ wie eine Frau Kipping nun überhaupt gar nicht leiden. So wie es sich sich für Gutmenschen gehört, fordert sie natürlich so dies und das. Vor allem fordert sie dies und das beständig von anderen ein. Gut, da kennt sie sich auch aus – tut sie ja schließlich auch nichts anderes. Aber sie packt es natürlich in wohlfeile Worte, die sich so wunderbar anhören. Leider nutzen sie dem kenianischen Bauer herzlich wenig – ganz im Gegenteil.

So wird die ganzes Schaar, die sich um solche Leute wie Frau Kipping sammelt, keinen Deut von ihrem Helfersyndrom abweichen. Und wenn der Bauer in Kenia es nicht ist, dann ist es halt ein anderer. Einer findet sich immer, der wie ein Trottel behandelt wird.

Mit der massenhaften Zuwanderung wird erst einmal genug zu tun sein. Das ist auch der einzige Grund, warum man nicht genug bekommen kann. Die Vorstellung, sich als Gutmensch zu präsentieren, sich über die Armut zu stellen, sich für das „Gute“ selbst ganz oben auf das moralische Treppchen zu stellen und endlich mal wieder richtig Klassenkampf spielen zu dürfen, ist für die Riege der Weltbeglücker so dermaßen verlockend, dass sie alles tun werden, damit sie ihr Spielzeug behalten können.

Wenn dabei der eine oder andere unter die Räder kommt – nun denn; wo gehobelt wird, da fallen Späne.

Und so ist es höchst amüsant, wenn man den Begriff „Gutmensch“ verwendet, um mit einer unverhohlenen Ironie eben diesen Kreis unserer Zeitgenossen in Frage zu stellen. Also nicht die Zeitgenossen an sich – sondern deren Absichten. Wenn man deren Absichten ganz offen in Zweifel zieht. Wenn man ihnen unverhohlen und „Aug in Aug“ mitteilt, dass sie – aus einem minder entwickelten Selbstwertgefühl heraus – ihre Gutmenschenparolen nur dann in den Ring werfen, wenn zum einen jemand anderes „Wichtiges“ es hört, sie von ihrer zur Schau gestellten Selbstlosigkeit ausschließlich Vorteile haben und – ganz wichtig – jegliche Verantwortung ihrer eingeforderten Ansprüche an die Allgemeinheit auch bei genau dieser Allgemeinheit liegt.

Dann ist der Teufel los – Hauen und Stechen sind da zarte Streicheleinheiten – weit und breit keine Toleranz. Toleranz scheint nur dann „hip“ zu sein, wenn die eigene Meinung anstandslos wiedergekäut und niemals – NIEMALS – gar negativ kritisiert wird.

Im Moment ist es gerade besonders chic, wenn wir so tun, als wären wir ausschließlich am Wohl des anderen interessiert. Wir selbst sind nichts – in der Gemeinschaft liegt das Heil verborgen! Hatten wir alles schon – es ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir dieses Gebrabbel anscheinend immer wieder total erstrebenswert finden.

In der Politik und bei allen vom Staat abhängigen – und das werden jeden Tag mehr – Wohlfahrtsstaatsempfängern wächst die Begeisterung für die Allmacht. Auch das hatten wir schon – es ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass wir es uns nicht verkneifen können, es immer wieder zu probieren.

Erstaunlich ist, wie Gutmenschen mit zweierlei Maß messen – entspricht man ihren Wünschen und Wertvorstellungen, so gehört man zu den Säulen dieser Gesellschaft, tut man dies nicht, ist der Teufel los. „Sozial ungerecht“, „egoistisch“, „rechts“. Suchen Sie sich bitte aus, was Sie sein möchten, wenn Sie dem Zeitgeist nicht entsprechen wollen und wenn sie nicht nach Ihren Regeln leben wollen. Suchen Sie sich etwas aus, womit sie am besten leben können – aber keine Sorge, der Rest kommt schon noch.

Auf Dauer werden Sie mit allen „unfassbar schlechten“ Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht.

Und so ist es auch im Falle von Frau Kopping, der sich absolut sicher sein kann, dass er mit seiner Armuts-Tirade den Nerv der Zeit trifft und kaum einer näher nachfragt, wie sich dieses feine Clübchen eigentlich finanziert und welch ein „Wirtschafts“imperium inzwischen dort entstanden ist.

Dieses Imperium wird es niemals zulassen, dass die Armut kleiner wird. Warum auch? Es lässt sich doch für viele enorm gut davon leben. Der größte Posten im Bundeshaushalt ist der Sozialetat. Nun könnte man meinen, dass dies gut investierte Gelder sind, die den Betroffenen zugutekommen. Aber nicht doch! Nein, weniger als die Hälfte kommt bei denen an, die es „nötig“ haben. Wenn sie es denn nötig haben. Die Frage ist – WOLLEN sie alle es nötig haben? WOLLEN sie alle gern von „Papa Staat“ versorgt werden? Nein, natürlich nicht. Viele hassen ihren Zustand und tun alles, damit sie aus der Abhängigkeit entlassen werden.

ABER! Vergessen Sie das, liebe Wohlfahrtsstaats-Beglückte. Vergessen Sie das! Sie sind in Ihrem bedauernswerten Zustand viel mehr wert für diese Herrschaften. Stünden Sie nämlich auf eigenen Füßen, würden Sie diesen geistigen Zwergen, mit eben diesen, ganz gehörig in den Allerwertesten treten. So wie der kenianische Bauer, der mehr Stolz hat als so viele hier in diesem Land.

Diese Gutmenschen brauchen kenianische Bauern so dringend wie die Luft zum Atmen, denn ohne Sie wären sie ohne Aufgabe, ohne Einkommen, ohne ihren Heiligenschein. Der gutbezahlte Heiligenschein ist ihnen ungemein wichtig. Und mit dem zeigen sie jedem den langen Finger, der außerhalb unseres wohlmeinenden „Sozialstaates“ etwas für einen anderen Menschen tun wollen. Die außerhalb des „Systems“ Nächstenliebe praktizieren. Die jenseits der „Steuerehrlichkeit“ anderen Geschenke machen.

DAS, liebe Arme, DAS geht nun einmal gar nicht. Jeder Cent, der Euch zugutekommt, muss erst einmal durch die huldvollen Hände eines Gutmenschen fließen, der dann großzügig entscheidet, ob DU – lieber Armer – oder DU – lieber anderer Armer, davon einen Brotkrumen abkriegen soll.

Regulierungen, Strafen, Steuern und Abgaben sind alles Vehikel, womit Gutmenschen sich ein wundervolles Leben erschaffen. Existenzgründer, kleine und mittlere Betrieben werden von Gesetzen und Vorschriften ermordet und der zwangsweisen Armut zugeführt. Wer da raus will, muss ich erst einmal mit Behörden auseinandersetzen, wo dann Leute sitzen, die von Wirtschaft keinen blassen Schimmer haben, aber ihren Senf dazugeben.

Nun, Frau Kipping, arme Menschen brauchen kein Mitleid. Mitleid spendet ihnen ein Laib Brot, der sie nicht verhungern lässt oder man „gönnt“ ihnen Unterhaltung, so dass sie ihr Elend für einige Zeit vergessen können. Aber Inspiration kann sie dazu bringen, sich aus ihrer Not zu befreien. Frau Kipping, wenn man den Armen helfen will, dann sollte man ihnen zeigen, wie man wohlhabend wird. Dann sollte man ihnen ein Vorbild sein. Ein Vorbild in Sachen Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und Durchhaltevermögen. Dann sollte man ihnen zeigen, wie es möglich ist, aus seinem eigenen Leben etwas zu machen und unabhängig zu sein … unabhängig von Almosen, unabhängig von Brotkrumen, die „dem Armen“ hingeworfen werden – und für die er auch noch dankbar zu sein hat.

Im Falle des kenianischen Bauern bräuchten sie nicht einmal das. Er will nur in Ruhe gelassen werden. Aber selbst das können Sie den ärmsten Menschen auf diesem Planeten nicht.

Aber dies ist nicht das Ziel, welches Sie verfolgen, denn die gesamte „Sozialdemokratie“ lebt von Rechtfertigungen, Umverteilung und moralischem Relativismus und ständig wollen Sie sich „um die Armen kümmern“. Und Sie „kümmern“ sich ja so gern; Sie finden es so erlösend für Ihren Selbstwert, wenn Sie andere unter Ihre Fittiche nehmen können.

Und warum machen Sie und Ihresgleichen das? Weil Sie alle besonders gute Menschen sind? Nein, keineswegs ist dies der Fall. Sie ziehen sich daran hoch, dass man Institutionen wie das Ihre „braucht“, dass Menschen wie Sie „Helden“ sein dürfen. Weil ein anderer von Ihresgleichen abhängig ist. Niemals wird unter dieser „Kümmerei“ die Armut aufhören, niemals. Denn dann wären Sie und Ihresgleichen überflüssig.

Und so nimmt es kein Ende, dass anstatt staatliche Wohltaten, Regulierungen und Energieverordnungen strikt einzugrenzen, eine Unmenge von Pseudo-Gefälligkeiten gießkannenmäßig verteilt wird, so dass auch nahezu jeder etwas von der Bestechung hat. Und die Rechnung geht auf! „Die Deutschen halten die Bundesrepublik für ein ungerechtes Land und wünschen sich mehr soziale Gerechtigkeit.“ Dass die Ungerechtigkeit in einem verbrecherischen Falschgeldsystem und einem darauf aufbauendem Steuermoloch zu suchen und zu finden ist – nicht ein klitzekleiner Gedankenblitzer!

Bei diesem ganzen Plan muss man eben nur dafür sorgen, dass es noch ein paar arme Tröpfe gibt, die für den Wohlstand arbeiten gehen. Die werden mit salbungsvollen Worten so lange bei Laune gehalten, bis die Profiteure sich mit dem finanziellen Ertrag – für den andere gesorgt haben – vollgesaugt haben. Dann werden sie ihr wahres Gesicht zeigen – dann, wenn nichts mehr zu holen ist.

Wenn es nicht so bitter wäre, könnte man von Herzen lachen!

 

 

 

 

 

https://www.novo-argumente.com/artikel/lassen_sie_afrika_in_ruhe?utm_content=buffer4e656&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

 

 

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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3 Comments

  1. 1

    Liebe Frau Kablitz,
    ich bin immer so deprimiert, wenn ich Ihre Artikel lese und gleichzeitig so froh, dass nicht alle dem Meinungsfaschismus der linksgrünenundallderanderen unterliegen. Sie sprechen mir aus dem Herzen und ich gehe mehr und mehr raus und sage den Leuten, was ich
    denke und dass ich nicht politisch korrekt bin, sorry (oder auch nicht). Danke also mal wieder für einen nachdenklichen und zum Nachdenken anregenden Artikel! :)

  2. 2

    Liebe Frau Kablitz,

    einmal mehr danke für eine exzellente geistige Labung für Freiheitsfreunde! Ihre Eloquenz und Ihr Scharfsinn suchen ihresgleichen und werden wohl erst fündig bei Roland Baader, Ayn Rand und ganz wenigen anderen.

    Mögen sich den Gutmenschen ihre Niedertracht, ihr Opportunismus und ihr Neid in die Gesichtszüge meisseln!

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