Hungern für das Klima

flickr. / Sven-Christian Kindler

Mit ihrem „Veggie day“ , einem fleischlosen Tag in Deutschland, waren die Grünen im Jahr 2013 noch grandios gescheitert. Jetzt prescht die SPD nach vorne und möchte, dass wir den Fleischkonsum reduzieren. Wer glaubt, dass dieser Vorschlag auf die Verbesserung der Gesundheit abziehlt, irrt gewaltig. Denn das alles folgt einem ganz anderen Plan. Von langer Hand vorbereitet und Schritt für Schritt umgesetzt.

Schon der damalige Vorsitzende der UNO-Organisation IPCC, Rajendra Pachauri, rief dazu auf, weniger Fleisch zu essen, weil der Fleischverzehr eine sehr klimaschädigende Angewohnheit sei.

Wir müssen das Klima schützen! Will man uns einreden. Die Nutztierindustrie und ihre Produktion von Fleisch und Milch sollen durch ihren Ausstoß von Treibhausgasen noch vor dem Autoverkehr der Hauptverursacher der globalen Erwärmung und damit der Klimakatastrophe sein. Was als Versuchsballon mit dem Fleischkonsum ausprobiert wird, wird nach erfolgreicher Umsetzung mit Einschränkung von Milchprodukten in anderer Form zu uns zurück kommen.

Denn beide killen das Klima.

Schritt für Schritt werden wir auf die sogenannte Große Transformation, wie Herr Schellnhuber vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) es nennt, vorbereitet. Nahrung wird immer mehr zum Mangel werden. Fleisch und Milchprodukte für alle sind nicht gewünscht, weil die Menschen dann noch mehr werden. Also muss man uns den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten ausreden.

Mit der CO2 -Klimareligion gelingt das vorzüglich.

Man solle, so hört man aus Potsdam, den Verzehr von Fleisch und Milch vermindern. Man macht sich in diesem Institut auch Sorgen darüber, dass der Klimakiller Kohlendioxid noch weiter anwachsen werde, wenn die Entwicklungsländer mit steigendem Einkommen zunehmend auch mehr Fleisch und Milchprodukte konsumieren.

Können Sie sich vorstellen, dass jemand dagegen ist, die Nahrungsmittelproduktion zu erweitern? In Zeiten, in denen unglaublich viele Menschen Hunger leiden?

Auf dem landwirtschaftlichen Unternehmertag 2012 in Marburg widersprach Martin Hofstetter der Forderung nach Erhöhung der Weltproduktion von Nahrungsmitteln! Er beklagte, dass die Landwirtschaft in Deutschland so viel CO2 verursache wie die vier größten Braunkohlekraftwerke zusammen. Also, damit wir weniger Kohlendioxid produzieren, sollen keine Nahrungsmittel hergestellt werden, zumindest keine zusätzlichen. Was für eine menschenverachtende Einstellung.

Jetzt sollten Sie noch wissen, wer denn dieser Martin Hofstetter ist. Er ist der Agrarexperte bei „Greenpeace“!

Ja, das geht offenbar gar nicht, dass die Armen anfangen, sich satt zu essen. Mit Fleisch und Milchprodukten. Es fehlt nur noch der Slogan: „Hungern für das Klima“. Alexander Popp vom PIK möchte, dass Fleisch wieder zum Statussymbol wird, auch in den Industrieländern. Ein Statussymbol ist aber etwas, was sich nicht jeder leisten kann. Und in dem Fall wohl auch nicht leisten können soll.

Folgerichtig und geradezu unvermeidlich fordern Ökonomen der Universität Göteborg in einem Bericht in „Climate Change“ dann auch eine Besteuerung von Fleisch und Milch. Das ist kein Witz! Eine neue Art der Klimasteuer.

Die UN-Ernährungsorganisation FAO geht davon aus, dass Rindfleisch zukünftig erheblich teurer wird. Sie bezeichnen es sogar als „Kaviar der Zukunft“. Für jede Tonne Kohlendioxid, die bei der Herstellung von Fleisch und Milchprodukten entsteht, sollen Konsumenten zukünftig 60 Euro zusätzlich als Strafe zahlen. Sieht man sich die Zahlen an, wie viel Kohlendioxid bei der Herstellung von Lebensmitteln erzeugt wird, so würde die geplante Steuer zu folgender Verteuerung der Produkte führen: Rindfleisch würde bis zu 1,50 Euro pro Kilo teurer, Käse um ca. 50 Cent und Butter um ca. 1,30 Euro pro Kilogramm. Damit sich die Grundnahrungsmittel dann bestimmt nur noch der Reiche leisten kann. Selbstredend steht das PIK da sofort „Gewehr bei Fuß“.

Die Armen sollen also keinen Zugang zu energieintensiven Industrien bekommen, und sie sollen gefälligst auch Fleisch und Milch von der Speisekarte tilgen. Und am besten wohl gleich sich selbst.

Merken Sie, wohin die Reise geht?

Wenig essen ist angesagt, idealerweise wohl gleich verhungern. Irgendwie muss die Weltbevölkerung ja auf eine Milliarde, die Herr Schellnhuber akzeptieren könnte, zu reduzieren sein. Und sehr viel essen geht gar nicht. Denn der Lebensstil der reichen Länder gilt in den armen und Schwellenländern ja als Vorbild.

Deshalb weg mit den Dicken!

Lachen Sie nicht! Die meinen es ernst! Abnehmen für’s Klima ist angesagt.

Der „Spiegel“ fasst die Ergebnisse britischer Forscher (haben die nichts Sinnvolles zu tun?) prägnant zusammen:

„Übergewicht ist nicht nur für den Körper, sondern auch für die Umwelt schädlich. Eine schlanke Bevölkerung mit einer Milliarde Menschen stößt eine Gigatonne weniger Kohlenstoff aus als eine dicke Bevölkerung.“

Oha! Haben Sie es bemerkt? Man spricht in dieser Studie tatsächlich von einer Milliarde Menschen – wo es doch derzeit sieben Milliarden gibt!

Man will uns diese eine Milliarde als erstrebenswertes Ziel verkaufen – schlank müssen alle sein. Und der Grund, warum das so sein soll, wird in dem „Spiegel“-Artikel gleich mitgeliefert. Eine dünne Bevölkerung, wie zum Beispiel in Vietnam, esse bis zu 20% weniger als eine, in der es viele Übergewichtige gibt. Ich bin mir sehr sicher, dass ein Großteil der Vietnamesen liebend gerne mehr essen würde, wenn sie es sich denn leisten könnten. Stattdessen will man uns weismachen, dass die Vietnamesen ein erstrebenswertes Leben führen.

Das alles verpackt man natürlich, wie gewohnt, in eherne Ziele und schöne Worte. Wir wollen schließlich alle unser Klima und damit unseren Planeten retten. Folglich ist es gut, wenn man wenig isst. Am besten noch weniger.

Zudem sind Übergewichtige schon deshalb Umweltfrevler und Klimakiller, weil sie durch ihr Gewicht für ihren Transport in Autos, Bahn und Flugzeug usw. mehr Energie brauchen. Die britischen Forscher riefen dazu auf, dass Übergewichtigkeit als „Schlüsselfaktor“ im Kampf gegen den Klimawandel erkannt werden müsste! Auf der anderen Seite fristen unzählige Menschen sowohl in den armen, als auch in den reichen Ländern unserer Erde ein erbärmliches Leben.

Aber sie sind zumindest keine so großen Klimakiller wie wir hier in Europa und somit quasi Vorbilder.

Günther Vogl
ist Autor des Buches „Die erfundene Katastrophe“, das im Juwelen-Verlag erschienen ist.

You May Also Like

8 Comments

  1. 1

    Ich wäre auf jeden Fall dafür, weniger Fleisch zu produzieren, allein schon aus ethischen Gründen. Und langfristig halte ich es für den gesamten Planeten für zwingend wichtig, weniger Menschen zu haben… natürlich nicht über irgendwelche Kriege bzw. Massenmorde, so wie unsere Eliten das gerne hätten, sondern durch Einsicht.

    • 2

      @M. Es steht Ihnen frei, auf Fleisch (aus welchen Gründen auch immer) zu verzichten. Aber das ist dann Ihre Entscheidung und darf nicht zu Zwang für andere führen. Und nein, es ist nicht zwingend notwendig, weniger Menschen zu haben. Es ist genug Platz und genug Ressource frei, um alle zu ernähren. Schaffen wir die Subventions- und Dritte-Welt-„Mitleids“-Industrie ab – und schon werden ungeahnte Kräfte frei. Dafür muss kein Mensch weniger auf der Welt sein.

      • 3

        „Es ist genug Platz und genug Ressource frei, um alle zu ernähren.“

        Susanne Kablitz – Auf welche Fakten begründen Sie Ihre Aussage? Sie erinnert mich an Jean Zieglers (1934) Feststellung, dass die Erde 16 Mrd. Menschen ernähren könnte!Ziegler ist ein Schweizer Soziologe, Politiker und Sachbuch- und Romanautor. Von 2000 bis 2008 war er UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – zuerst im Auftrag der Menschenrechtskommission, dann des Menschenrechtsrats – sowie Mitglied der UN-Task Force für humanitäre Hilfe im Irak. 2008 bis 2012 gehörte Ziegler dem Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der UN an, im September 2013 wurde er erneut in dieses Gremium gewählt Ich halte aber deratige Aussagen für unbedacht und sehr bedenklich.

        Lässt sich Überbevölkerung und Hunger durch Immigration bekämpfen?

        Hier ein paar reale Zahlen über die afrikanische Krise – Afrika tötet sich selbst!

        Aber auf keinem anderen Kontinent herrschen so viele Diktatoren wie in Afrika. Nirgends sonst gibt es so viele Staaten, die eigentlich keine sind. Die Industriestaaten sind an dieser Misere wohl mitschuldig, aber die Verantwortung tragen letztlich die Afrikaner selbst. Die Krise produziert letztlich Afrika selbst – man kann heute nicht mehr für alles die ehemaligen Kolonialmächte verantwortlich machen!

        Die Krise in Afrika viele Gründe. Der Kontinent leidet seit Jahrzehnten unter der Raffgier und Selbstherrlichkeit vieler seiner despotischen Führer. Gestützt wird deren Regime durch ein gut funktionierendes Netzwerk internationaler Konzerne, die mit Hilfe der einheimischen Oligarchie die Länder ausplündern. Aber auch die internationalen Entwicklungshelfer- und Hilfsorganistaionen sind zum Teil an der Misere beteiligt. – Neue Uno-Prognose: Weltbevölkerung wächst (weiter) schneller als erwartet – http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/neue-prognose-weltbevoelkerung-waechst-schneller-als-erwartet-a-905630.html

        Ich meine, es zeugt von einer gewissen Ignoranz vieler politischen Entscheidungsträgern, zu versuchen, das Thema der Überbevölkerung mit inhaltslosen Bemerkungen von Tisch zu fegen. Ganz besonders, weil es einer Weltrettungs-Klientel, nicht in den ideologischen Meinungs-Mainstream passt. Wer den Zuwachs von 5 Milliarden Menschen in 100 Jahren von 1906 – 1,6 Mrd. bis 2006 – 6,6 Mrd. (2016 – 7,2 Mrd.) nicht wahrnehmen will, wird ein schmerzliches Erwachen erleben. Dabei steht nicht nur die Versorgung mit Nahrung im Vordergrund. Es darf aber dabei nicht vergessen werden, dass diese Menschen auch Arbeit, Bildung, Unterkunft sowie Infrastruktur brauchen.

        Das Bevölkerungswachstum der Zukunft findet demnach fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. In Afrika werde sich die Bevölkerung von heute 1,1 Milliarden auf voraussichtlich knapp 4,2 Milliarden Menschen im Jahr 2100 vervierfachen. Als Beispiel, Ägypten hatte 1900 – ca. 12,5 Mill. Einwohner; 2000 waren es schon 70 Millionen und gegen Ende 2015 wurde die ägyptischen Bevölkerung auf etwas mehr als 87 Millionen geschätzt.

        Lässt sich der Hunger durch Immigration bekämfen? NEIN – siehe Roy Beck: https://www.youtube.com/watch?v=6zEMe1cpYVM

        • 4

          @ Burkhardt Adam: Ich bin ja ganz bei Ihnen mit Ihrer Analyse. Aber GENAU da liegt doch das Problem. Es ist nicht die Bevölkerung an sich das Problem, sondern die Personen und Gruppierungen, die diese Menschen (vornehmlich in Afrika) in bewusster Armut und Perspektivlosigkeit halten. Ob für 16 Milliarden Menschen Platz ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber so weit wird es auch gar nicht kommen, wenn die Visionen der „Weltverbesserer“ umgesetzt werden.

    • 5

      Es gibt nachweislich genug Platz und es würde auch genug Nahrung für alle geben. Das ist nicht das Problem.
      Aber das ist politisch nicht gewollt. Durch steigenden Wohlstand in bisher armen Ländern würde es auch dort ganz automatisch zum Geburtenrückgang kommen.
      Man muss den Ländern nur die Chance geben sich zu entwickeln. Aber genau das will man ja nicht. Und man schiebt nun das CO2 vor um die Entwicklung zu behindern.

  2. 6

    Was die Lebensmittelhilfe angeht, würde ich sogar noch härter argumentieren.
    Denn es ist bekannt, dass die Nahrungsproduktion in den armen Ländern auch deshalb unterbleibt, weil diese Geld kostet (z.B. Bewässerungsmaßnahmen.
    Die geschenkten Lebensmittel sind billiger, weil kostenlos.
    Letztlich läuft das auf eine Marktverzerrung hinaus.
    Auch hier zeigt sich: eine rein nationale Produktion (auch Industriegüter) kann regional von Vorteil sein.

  3. 7

    naja, wenn die vietnamesen wirklich alle schlank sind weil sie sich nicht so viel fresserei leisten können, dann wäre das doch nachahmenswert—eine künstliche hungersnot nur für die fresssüchtigen reichen länder so zusagen als entzug, denn fettes schweinefleisch kann sich jeder leisten und nur sehr wenige sind in der lage darauf freiwillig zu verzichten

  4. 8

    Es geht hier nicht um schlank oder fressüchtig, es geht um Platz (der in der Wüste reichlich vorhanden ist, man müsste diese nur Bewässern) und es geht um Marktverzerrung durch diese von undurchdachten Gutmenschen erfundene „Hungerhilfe“ oder wie diese Programme alle heissen.
    All diese Programme bewirken eine Marktverzerrung nicht nur auf den Regionalmärkten der Empfängerländer, sondern auch auf dem Weltmarkt.
    Das Ende all dieser dirigistischen Maßnahmen aber ist, dass die Lebensmittelproduktion der „Hungerländer“ unten bleibt, weil der nationale Bauer in Afrika nicht mit der Massenproduktion mehr oder weniger naturferner Produkte der EU mithalten kann und das Ganze dann eben sein lässt. Noch deutlicher: Lebensmittelhilfe aus dem Westen steigert die Lebensmittelknappheit in den Empfängerländern.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>