Herr Gauck und die Französische Revolution

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Es hat natürlich nicht lange gedauert bis sich auch DIE Bundespräsidenten-Fehlbesetzung zu dem Anschlag in Nizza geäußert hat.

Der 14. Juli, der Tag an dem Frankreich seinen Nationalfeiertag begeht, steht für die Werte der französischen Revolution, die auch unsere Werte sind. Ein Angriff auf Frankreich ist deshalb ein Angriff auf die gesamte freie Welt.“

Soso, Herr Gauck, das ist ja hochinteressant. Jetzt ist inzwischen halbwegs aufmerksamen Menschen auf der Welt aufgefallen, dass der Herr Gauck intellektuell überschaubar ist, aber um eine solche Geschichtsklitterung zusammenzureimen, bedarf es doch einer ganz besonderen geistigen Leistung.

Ja, die Französiche Revolution gilt als Befreiungsschlag; eine der vielen Legenden, die ihren Anfang und ihr Ende in einer Verherrlichung der Gewalt begründen. Das ist das gleiche Märchen, das über den „Helden“ Ché Guevara erzählt wird, den wenig geschichtsaffine Gesellen heute noch auf ihren T-Shirts vor sich hertragen und entweder vergessen haben, welches Früchtchen sie an anbeten oder Gewalt immer dann begrüßen, wenn sie den „richtigen“ Zielen dient.

Peter Ziemann hat das schön zusammengefasst:

„Jakobinisches Geschwätz !! Die Werte der französischen Revolution sind NICHT meine Werte, lieber Gauckler.
Das Jakobinertum mit seinen vermeintlichen Werten von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit steht de facto für Terrorherrschaft und Massen-Tötungen – im Namen des Humanismus und der Revolution natürlich :-).“

Und genauso ist es. Die Parole Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (französisch Liberté, Égalité, Fraternité) ist der Wahlspruch der heutigen Französischen Republik und der Republik Haiti und basiert auf der Französischen Revolution 1789.

Dies hört sich ja zunächst auch ganz fabelhaft an – wie alles übrigens, was von sogenannten Freiheitskämpfern immer wieder hinausposaunt worden ist.

Aber: Was dem einen sein Freiheitskämpfer ist, ist dem anderen sein Terrorist.

Und genau DAS ist der kleine, feine Unterschied. Ein Unterschied, der sich im Anschlag von Nizza wieder einmal zeigt. Auch hier wird im Sinne einer „guten Sache“ agiert. Und für eine gute Sache darf man ruhig andere Menschen töten. Ganz offensichtlich. Und jeder LKW-Massenmörder wird sich fragen, wo denn die Unterschiede sein sollen zwischen den Mördern im Namen der Französichen Revolution und den Mördern im Namen Allahs.

Und da kann man nur sagen: Der Mann hat recht!

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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9 Comments

  1. 1

    Das ist richtig, Susanne, weil das auch meine Meinung seit Jahrzehnten ist.
    Die „Jakobiner“ waren keine Abkürzung in Richtung Freiheit, genauso wenig wie der Feminismus jemals die Frauen befreit hat.
    Wir hatten auch als der Präsident Deutschlands noch Kaiser Wilhelm hieß ein funktionierendes deutsches Parlament. Wer sich jemals mit dieser Zeit und dem Vorabend des 1. WK beschäftigt hat, weiß, dass der Beschluss, Serbien anzugreifen, vorher sowohl vom Wiener als auch vom Budapester Parlament bestätigt werden musste. Weder der deutsche, noch der österreichisch- ungarische Kaiser waren befugt, irgend jemand den Krieg zu erklären.
    Allerdings, hätten diese Dumpfbacken die damals und heute schon wieder den Staat und dessen Grenzen ablehnen, diesen Kriegsbeschluss nicht benötigt.
    denn ein Staat ohne Regierung und somit jede Armee hätte von jeder Polizeitruppe irgendeines Landes überrant und tributpflichtig gemacht werden können. Erinnern Sie sich an unsere Diskussion um den freien Waffenverkauf?
    Da waren wir uns, mit Einschränkungen, einig, dass in einer schlechten Welt Waffen nötig sind.
    Wenn dem aber so ist, braucht ein Staat eine Armee und das ist ohne Regierung nicht zu handhaben.

    • 2

      Selbstverständlich hilft auch bei uns nur eine Revolution – aber eine friedliche (!!) Revolution IN DEN KÖPFEN der Deutschen. Die wird nur leider nicht stattfinden!
      Die breite Masse der Deutschen hängt in dem Irrglauben fest, dass ein „besserer“ Staat möglich wäre, wenn denn nur die „richtige“ Partei regieren würde:
      „Die Hoffnung der meisten Menschen auf eine Regierung, unter der „alles besser“ wird, ist genau so kindisch wie die Hoffnung auf bessere Giftschlangen oder bessere Feuersbrünste oder bessere Grippe-Viren. Leviathan ist und bleibt ein gefährliches Monster und wird in keiner denkbaren personellen Besetzung zum Teddybär. Es gibt deshalb (…) nur ein einziges sicheres Mittel, ihn klein und somit domestizierbar zu halten: Man muß ihm sein Mastfutter namens fiat money entziehen und ihn dauerhaft auf Diät setzen.“ (Roland Baader: Geld, Gold und Gottspieler. Gräfelfing: Resch, 2004, S. 237f.)
      Die kritischen Deutschen (die dabei sogar noch eine Minderheit bilden – bei den zahlreichen immmer noch komplett Desinteressierten oder bewusst Systemhörigen ist sowieso Hopfen und Malz verloren) denken dagegen dennoch weiter „im System“: „Den werden wir es bei der nächsten Wahl in x Jahren mal so richtig zeigen. Dann machen wir das Kreuzchen an der richtigen Stelle. Dann bekommen „die“ ihre Quittung“.
      Das ist mit – mit Verlaub – komplett hirnrissig!!. NIEMALS (oder so gut wie niemalls) würden die auf den Gedanken kommen, die Parteiendiktatur (aka „Repräsentative Demokratie“) in Frage zu stellen und eine Direkte Demokratie anzustreben, in der tatsächlich der Wille des Volkes berücksichtigt wird – und nicht nur das Machtstreben einer Parteienclique. NIEMAND (oder so gut wie niemand) käme auf die Idee, eine richtige (freiheitliche) Verfassung für Deutschland zu entwerfen, wozu das Grundgesetz den Deutschen in Artikel 146 eindeutig den Auftrag gibt.
      Die nahezu Einzigen, die erkennen, dass eine solche Parteiendiktatur nicht reformierbar ist (durch eine andere „bessere“ Partei), sind allerdings die Anarchokapitalisten. Sie haben die friedliche (!!) Revolution in ihren Köpfen bereits hinter sich. Ich würde sie daher als AVANTGARDE bezeichen – auch wenn ich selber ja sehr skeptisch bin, ob ihr Gesellschaftsmodell in der Praxis auch funktionieren würde.

  2. 3

    Das würde ich tendenziell so korrigieren WzK:

    gemäß unserer historischen Erfahrung und mithilfe unserer Logik ergibt sich, dass die schwere Krise des Kapitalismus unbedingt zu einer Revolution in den Köpfen der Menschen geführt hat (nach 1929) und wieder führen wird.
    Auch sehe ich in Frankreich, in Österreich und selbst bei uns eine andere Situation, wie beispielsweise im Jahr 1985. Es war 1985 völlig undenkbar, dass die „Front Nationale“ den Präsidenten stellen könnte, gleiches galt für die FPÖ mit Jörg Haider und sogar für Deutschland. 15 % für die AfD ist schon eine Hausnummer.
    Außerdem, mein lieber WzK, gehen Leute die eine Änderung der Merkelregierung nicht wollen und den „Staat“ am liebsten abschaffen wollen, nicht zu Wahlen.
    Denn dort gibt es für die nur Parteien zu wählen. Da die das nicht mögen, muss eben alles beim alten bleiben. Gelle? Genau über diese Gleichheit der Interessenlage von CDU/SPD/Grüne etc. Wähler und denen, die nicht wählen gehen und somit ihre Interessenlosigkeit zeigen, hatte ich bezüglich der Anarchisten (verharmlosend: Anarchos genannt) hier vor wenigen Tagen geschrieben. Es lohnt nicht über die Einfalt dieser Leute nachzudenken, weil schon jedem 12 jährigen Kind klar ist, dass man um die weitere massenhafte Flutung Deutschlands mit Fluchtwilligen aus Afrika zunächst eine Regierung braucht. Und genau bei diesem einfachen Punkt brüllen die Anarchisten: brauchen wir nicht und wollen wahrscheinlich die Grenzsicherung privatisieren. Aber das müsste, wenn es korrekt sein soll, über eine internationale Ausschreibung erfolgen. Eine Vergabe an ein deutsches Sicherheitsunternehmen verstösst gegen alle marktwirtschaftlichen und libertären Regeln. Aber Du bist mit mir einer Meinung, dass der allfällige Wechsel in D auf demokratischem Wege vonstatten gehen muss. Und damit bist Du für demokratische Wahlen, genau wie ich und lehnst eine Umwandlung unseres jetzigen Deutschlands in ein zweiten Libyen oder Syrien ab.
    Denn genau das wäre der voraussehbare Verlauf eines Bürgerkrieges.
    Und in dieser Frage weiß ich die demokratische Rechte Deutschlands und Österreichs hinter mir.

    • 4

      @ KUNO
      Ich verstehe nicht, warum Sie die einfachsten anarchistischen Prinzipien nicht verstehen. Ein 12 jähriges Kind könnte das verstehen.

      In Freiheit sind die Menschen auch frei sich zu organisieren, um das zu tun was sie für richtig halten. Man kann sich auch organisieren um eine Invasion zu stoppen. Warum kapieren Sie das nicht?
      Und schon wieder haben Sie vergessen, dass der Hauptgrund für die aktuelle Invasion massenhafte Geldausschüttungen sind, die vom Staat mittels räuberischer Erpressung erbeutet wurden. Würde man diesen Unsinn stoppen, dann gäbe es vermutlich gar keine Invasion. Kein Mensch, der noch alle Tassen im Schrank hat, würde unbegrenzt Leute aus aller Welt zum Freibier einladen. So was kann nur in so einem Verbrechersystem passieren, bei dem die Herrscher beliebig das Geld fremder Leute ausgeben können. In einer freien Gesellschaft gäbe es so einen Unfug gar nicht.

      Und wie kommen Sie darauf, dass man in einer freien Gesellschaft dazu gezwungen wäre ein ausländisches Unternehmen zu engagieren. Wie kommen Sie nur auf so einen Unsinn?
      Wenn Sie frei sind können Sie mit Ihrem Geld engagieren wen Sie wollen. Sie müssen auch keine Ausschreibungen machen. Sie können auch selbst eine Knarre in die Hand nehmen und Ihr Eigentum schützen.

      Fazit: Sie schreiben immer wieder abwertend über Anarchos, haben aber hinten und vorne nicht verstanden was das in all seinen Konsequenzen bedeutet.
      Ich habe langsam das Gefühl Sie sind ein hoffnungsloser Sklave.

  3. 5

    Wem nutzt was ist immer die Frage und die jeweilige Bewertung liegt immer im Auge des Betrachters..und schon entlarvt sich unser Gaukler..

  4. 6

    Ich habe diese Idotie des Anarchismus schon vor Jahrzehnten verstanden und sofort verworfen.
    Denn es wird sich niemand freiwillig „organisieren“. Das galt in der Vergangenheit und das gilt auch heute.
    Die Nuklearraketen der Sowjetunion konnten nur durch die Nulearraketen der USA abgeschreckt werden und umgekehrt. Aber das werden Leute wie rote_Pille oder Sie nie begreifen. Nach Ihrer Ansicht, aber kindischer geht es schon nicht mehr, hätte Deutschland auf die kriegerische Situation wie reagieren sollen? Vermutlich mit Händchenhalten und freiwilligem Organisieren. Man musste aber eine armee organisieren und die Aufgabe war danach immer diesselbe: Töten. Genau wie bei der anderen Seite. Wenn es nach Leuten wie Ihnen gegangen wäre, wäre Deutschland schon 1914 so groß gewesen wie heute, abzüglich dem Saarland höchstwahrscheinlich. Aber das geht in eure bornierten Schädel nicht hinein. Ende der Durchsage.

    • 7

      @ KUNO
      Sie haben sich vielleicht vor Jahrzehnten damit beschäftigt, aber verstanden haben Sie es nicht. Sonst würden Sie ja nicht in jedem dritten Satz totalen Bullshit über Anarchie schreiben.

  5. 8

    Ich halte es für absolut notwendig, die Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ der Französischen Revolution, die in der Folge zu Werten bzw. Idealen nicht nur der Französischen Republik selbst, sondern etwa auch der UN-Menschenrechtscharta wurde, kritisch zu hinterfragen.
    Und dies betrifft insbesondere den zweiten Begriff „Gleichheit“. Die „Gleichheit“ ist nämlich, ob bewusst oder unbewusst sei jetzt einmal dahingestellt, insbesondere auch von den Sozialisten vereinnahmt worden – und zwar im Sinne einer erstrebenswerten nivellierenden Gleichmacherei. Hier seien beispielhaft die Schlagwörter „soziale Gerechtigkeit“, „Ergebnisgerechtigkeit“ und „Startgerechtigkeit“ genannt, die die Gleichmacherei angeblich notwendig machen.
    Und auch auf diesen – bewussten oder unbewussten – Missbrauch des Begriffs „Gleichheit“ hat Roland Baader klar und deutlich hingewiesen:
    „Zwischen Freiheit und Gleichheit besteht eine scheinbar paradoxe Beziehung: Wenn man die Menschen und ihre materiellen Lebensumstände „gleicher“ machen will, muß man sie notgedrungen ungleich behandeln. Damit aber verletzt man das vor dem Recht und der Gerechtigkeit einzig zulässige Gebot der Gleichbehandlung aller Menschen. DAS GEBOT DER FREIHEIT HINGEGEN IST DIE RECHTLICHE GLEICHBEHANDLUNG DES NOTWENDIGERWEISE IMMER UNGLEICHEN. Das scheinbare Paradoxon löst sich jedoch auf, sobald man erkennt, daß für die Gleichbehandlung allgemeingültige und objektiv definierbare Regeln aufgestellt werden können, niemals aber allgemeingültige und objektive Regeln für das Gleichsein in einer Welt mit unterschiedlichen Menschen.“ (Die belogenene Generation. Gräfelfing: Resch, 1999, S. 194)
    Es kann tatsächlich also immer nur eine Regelgerechtigkeit geben: gleiche Regeln bzw. gleiches Recht für alle!!
    Übrigens hatte der geniale (verstorbene) polnische Filmregisseur Krzysztof Kieślowski in seiner meisterhaften Drei-Farben-Trilogie zur Trikolore die „Gleichheit“ genau als diese Gleichheit vor dem Gesetz bzw. dem Recht interpretiert: erfährt zunächst der polnische Ehemann bei seiner Scheidung von seiner jungen französischen Frau vor einem französischen Gericht eine Ungleichbehandlung, so „rächt“ er sich an ihr dadurch, dass es ihm gelingt, ihr in Polen eine Falle zu stellen, sodass sie vor ein polnisches Gericht gestellt wird, wo sie aufgrund ihrer Sprachbarriere ebenfalls benachteiligt ist. Somit ist letztendlich die „Gleichheit“ wieder hergestellt:
    https://www.youtube.com/watch?v=6fX7tyxBNsM

  6. 9

    @ WzK

    Der allseits bekannte Hans Olaf Henkel, ich habe alle seine Bücher mit Gewinn gelesen (auch wenn ich nicht immer seine Meinung teile) berichtet über die „positive Diskriminierung“ in den USA. Das ist genau das, was Baader sinngemäß meinte als er über die Ungleichbehandlung schrieb, die zur Gleichheit führen solle. Gemeint ist, für die Wenigen denen das nicht bekannt sein sollte: alle Schwarzen in den USA werden seit rund zwanzig Jahren politisch und wirtschaftlich besser gestellt wie Weiße.
    Damit hat der Rechtsanwalt Obama früher seinen Lebensunterhalt verdient.
    Wenn also eine Bank einen Kredit für einen Hauskauf wegen mangelnder Sicherheiten nicht geben wollte und der Kreditnehmer war schwarz, dann trat Obama und mit ihm dieses Gesetz in Aktion. Das Ziel: die Bank sollte gezwungen werden, eben weil die Person schwarz ist, den Kredit gegen alle Bedenken doch zu bewilligen. Diese „positive Diskriminierung“ erleben wir heute seit Tagen in der Tagesschau. Da konstruieren einige Leute, die US Meldungen abschreiben, aus einigen Todesfällen durch voreiligen oder gerechtfertigten Waffeneinsatz, dass diese nur deshalb geschahen, weil die Toten schwarz waren. Und nun hat es mehrere Fälle von Morden an (weißen) Polizisten gegeben. Die Täter waren Schwarze. Und nun windet sich die Systempresse in den USA und bei uns, diese letzteren „Vergeltungen“ ebenfalls als rassistisch zu verurteilen. Nur Donald Trump benennt die Dinge beim Namen. Gewollte Ungleichbehandlungen gibt es auch bei uns; letzter Fall ist das Gesetz wonach in den größeren Aktiengesellschaften ein Frauenanteil von 30 % in der Geschäftsleitung bestehen muss. Findet sich nun aber keine fachlich geeignete Managerin, dann wird dennoch eine Frau eingestellt und männliche Bewerber müssen, weil diese das falsche Geschlecht haben, abgelehnt werden. Auch das ist eine „positive Diskriminierung“, auch wenn das bei uns nicht so genannt wird.

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