Vom Falschgeldsystem zu totalitären Regimes

Roland Baader (1940-2012)

„Die aktuell ablaufende Weltwirtschaftskrise ist die Heilkur, die von den (restlichen, von der Politik noch übrig gelassenen) Marktkräften erzwungen wird. Sie mit immer noch mehr Papier- und Kreditgeld verhindern oder auch nur lindern zu wollen, wird die Krankheit verlängern und verschlimmern – und schließlich zum Tod des Patienten führen, zum vollständigen Zusammenbruch des Wirtschaftssystems sowie aller wichtigen Währungen.

[…]gb

Das aktuelle Desaster ist keineswegs eine Liquiditätskrise, wie ständig behauptet wird, sondern eine Struktur- und Verschuldungskrise von welthistorisch nie gesehener Dimension, und die kann man nicht mit neuen Schulden aus der Welt schaffen.

Je länger die Ernüchterung hinausgeschoben wird – mit neuen Illusionspapierchen und Kreditschulden –, desto furchtbarer wird der Tag (oder die Jahre) der Abrechnung bis hin zu Währungsreformen ( = Totalvernichtung der Ersparnisse der Bürger), politischen Umstürzen, totalitären Regimes, Verelendung, Knechtschaft und Krieg. So wie gesundes Geld, also Geld, das ursprünglich am freien Markt – meist in Form von Goldgeld – entstanden ist, die Zivilisation erst möglich gemacht hat, durch Förderung der Arbeitsteilung und durch dramatische Senkung der Transaktionskosten bei allen Tauschvorgängen, so führt das deckungslose Falschgeld und die nur mit ihm betreibbaren Marktverzerrungen der Politik die Völker auf den grauenhaften Pfad in die Entzivilisierung.“

Diese Worte Roland Baaders stammen aus einem beeindruckenen Interview im Smart Investor, welches bereits 2009 gegeben wurde.

Seitdem hat sich die Lage noch weiter zugespitzt, und es ist nichts anderem als einem riesengroßen Betrug zu „verdanken“, dass die Menschen immer noch glauben, es sei alles in Ordnung.

Man darf sich ruhig ruhig fragen, warum die Dinge derzeit rund um den Globus – zeitlich gerafft – aus den Fugen geraten. Man darf sich fragen, warum die westlichen Länder mit Menschen geflutet werden, die entweder schwer kriminell sind oder so von Illusionen getrieben, dass sie glauben, dass es ihnen dauerhaft hier besser gehen wird als in ihrer Heimat. Man darf sich ruhig fragen, warum die Massenweinwanderungen „auf Kommando“ losgingen, obwohl in den meisten Ländern seit vielen Jahren Krieg herrscht. Man darf sich fragen, warum in diesem Land Gestalten wie Heiko Maas, Ralf Stegner und Co. noch an der Macht sind, obwohl ihnen die Dummheit förmlich aus den Augen blitzt und/oder sie so oft geltendes Recht wahlweise verbiegen oder brechen, dass man sich nur noch verwundert die Augen reiben kann. Man darf sich ruhig fragen, warum auf dem ganzen Globus Milliarden über Milliarden verbraten werden, um eine „Energie“-Wende voranzutreiben, die nur größten Schaden anrichtet, und man darf sich fragen, warum diese Regierung auch nur ansatzweise geduldet wird, die vor allem NICHT die Interessen der tributzahlenden Bevölkerung im Blick hat.

All das kann und sollte man sich fragen. Das „Cui bono?“ wird jeden Tag offensichtlicher.

 

 

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

You May Also Like

6 Comments

  1. 1

    Ja, totalitäre Regimes sind ein Resultat der uferlosen Staatsexpansion, die auf der uferlosen Falschgeldexpansion fußt.
    Ein anderes nahezu zwangsläufiges Resultat sind z.B. Bürgerkriege. Roland Baader hatte dies bereits 2006 eindrucksvoll formuliert:
    „Je länger das Spiel vorher lief, desto heftiger und tiefer ist der Absturz. Die staatliche Geld-, Fiskal- und Zinspolitik im fiat money-System ist auf längere Sicht geradezu eine Garantie für den Zusammenbruch. Je nach Schwere, Dauer und Häufigkeit der Krisen folgen irgendwann Staatsbankrott, Verarmung der Bevölkerung, Ausrottung des Mittelstands und oft auch eine politisch-ideologische Radikalisierung – bis hin zu Krieg und Revolution. Ein Mechanismus des Irrsinns und der Verantwortungslosigkeit.“
    http://forum.finanzen.net/forum/Staatsbankrott_und_Konkursverschleppung-t250965?page=0
    Und dieses verantwortungslose Handeln der Politiker-Kaste ist durch nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen. Es geht ihr weiterhin ausschließlich um Machtgewinn bzw. Machterhalt. Und einige Psychopathen unter diesen Politikern (gerade in den USA) denken offenbar sogar allen Ernstes daran, den Untergang ihres Falschgeld-Imperiums durch einen Weltkrieg aufzuhalten.
    Übrigens waren auch die Revolutionsbewegungen des „Arabischen Frühlings“ eine indirekte Folge des Falschgeldsystems: aufgrund des Gelddruckprogramms „QE2“ der Fed flossen gigantische Falschgeldströme auch in die Rohstoffspekulation – und hier eben auch in die Spekulation auf Grundnahrungsmittel. Gerade in Staaten, die in hohem Maße von Lebensmittelimporten abhängig sind, führte das zu einem katastrophalen Preisanstieg (URSACHE: Erhöhung der Geldmenge, FOLGE: Teuerung / Preisanstieg bei den Lebensmitteln). Somit waren die Revolutionen des „Arabischen Frühlings“ zu einem Gutteil auch Hungerrevolutionen (ab Min. 20:23):
    https://www.youtube.com/watch?v=DyV0OfU3-FU
    Roland Baader hat noch einen weiteren äußerst wichtigen Satz gesagt:
    „Wir werden wieder das Beten lernen.“
    Er war überzeugter Christ, aber man muss diese Aussage auch in ihrem Kern weiterdenken: je schlimmer die Falschgeldkrise wird, umso extremer wird auch die religiöse Radikalisierung vieler Menschen werden – und hier ist natürlich an erster Stelle die religiöse Radikalisierung des Islams zu nennen.
    Was geschieht, wenn politische und religiöse Radikalisierung Hand in Hand gehen, und es zudem auch noch einen „starken Mann“ gibt, können wir gerade am Beispiel der Türkei mitverfolgen, die auf dem direkten Wege von einer Demokratie zu einem despotischen islamischen Staat ist.

  2. 2

    @ WzK

    Schon recht, mein lieber. Aber bitte immer Ursache und Folge beachten.
    Der Krieg ist älter wie alle Währungen zusammen. Und weil das so ist, war der Wunsch, die aufstrebende Mittelmacht Deutschland in seine Schranken zu weisen völlig unanhängig vom „Falschgeldsystem“. Die große Zäsur ist und bleibt der Erste Weltkrieg. Dieser hat den Goldstandard beendet und danach ging die Aufschuldung aller Staaten so weiter. Die Hauptursache für den Zweiten Weltkrieg (denke mal jetzt nicht an kriegerische Handlungen, sondern an die Kosten) lag im Ersten Weltkrieg und nicht in der Aufschuldung nach 1914. Hitler hatte ganz klar erklärt worum es ging: die Ungerechtigkeiten der Nachkriegsordnung beseitigen. Ohne den 1. WK hätte es diese Ungerechtigkeiten und Entmündigung Deutschlands und Österreichs nicht gegeben. Vermutlich bestünde der alte Goldstandard heute noch.

    • 3

      „Die große Zäsur ist und bleibt der Erste Weltkrieg. Dieser hat den Goldstandard beendet und danach ging die Aufschuldung aller Staaten so weiter.“

      Ich würde es treffender formulieren: Diesen haben die Regierungen vom Zaun gebrochen und um ihn ausreichend finanzieren zu können, haben sie mittels einseitiger Aufhebung des Goldstandards alle Goldhalter ihres Goldes enteignet, um sie in Folge per Inflation massivst betrügen, also sie ihrer vom Gold herkommenden Kaufkraft über die Jahre entledigen zu können. Damit war dann das Enteignungsschwerbrechen (typischste und häufigste aller Staatsmafiahandlungen) vollendet.

      • 4

        Nein, das ist nicht besser, sondern ungenauer.
        Dass es sich um die Regierungen der Staaten handelt ist ja klar und muss nicht erwähnt werden. Alle Regierungen der kriegsteilnehmenden Staaten waren von den Völkern gewählt. Aber nur in den USA und in Deutschland gab es ein Goldverbot.
        Also weder in England, in Frankreich oder in Italien oder in Japan.
        Der Goldstandard MUSSTE in allen kriegführenden Staaten abgeschafft werden, weil sonst mangels Kriegswaffenproduktion die sofortige Kapitulation die Folge gewesen wäre. Und Kapitulation wäre nicht billiger gekommen.
        Der Goldstandard war also nicht zu halten. Er musste abgeschafft werden.
        Regierungen sind nicht per se`schlecht. Die Schweiz, Liechtenstein und andere Staaten haben nichts dergleichen getan. Das ist ein Unterschied!

        • 5

          Sie bringen da was durcheinander, wie mir scheint. Die besagten Goldverbote wurden erst lange nach dem WK 1 verhängt. Aber alle kriegsteilnehmenden Staaten schafften den Goldstandard ab, um die Notenpresse zur Kriegsfinanzierung anschmeissen zu können.

          „Und Kapitulation wäre nicht billiger gekommen.“
          Das kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen. Millionen weniger Kriegstote, Millarden weniger medizinische Kosten durch Millionen weniger Verwundete, hunderte Milliarden weniger Vernichtung an Sachwerten etc. etc. wäre nicht billiger gekommen? Und wer hätte vor wem kapitulieren müssen, wenn doch sofort Schluss gewesen wäre, also eigentlich erst schon gar nicht angefangen worden wäre?

          Abschließend noch folgende Fragen:
          a) Wie stehen Sie zum Nichtaggressionsprinzip?
          b) Wie lautet die Legitimation (Rechtfertigung) für verletzende, aggressive Gewalt gegen friedliche Menschen (also nicht die defensive Gewalt bei Notwehr) inkl. deren Androhung? Inwieweit ist solche Gewalt und deren Androhung anerkennungswürdig und zustimmungsfähig? Falls Sie gläubig sind: Ist solche Gewalt und deren Androhung gottgefällig?

  3. 6

    Ich hatte früher schon daraufhin gewiesen, dass das Goldverbot in USA und in Deutschland jeweils 1933 erlassen wurde.
    Was das „billiger kommen“ betrifft, ergibt sich aus dem betreffenden Zeitfenster 1914. Lesen Sie mal Lektüre zu den Kosten des 1. WK!
    Z.B. bei Bruno Bandulet. Danach lagen die Kosten des Versailler Diktates deutlich über den reinen Kriegskosten 1914 bis 1918!
    Und nur darum gingt es. Dass dann die Toten nicht zu diesem Zeitpunkt, sondern bei anderer Gelegenheit angefallen wären, steht auf einem anderen Blatt.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>