Mordende Opfer: Hochkonjunktur für die Attentats-Versteher

flickr. / Björnstar

Eine Woche haben wir ohne großen Anschlag hinter uns gebracht. Nach einer Serie furchtbarer Attentate innerhalb weniger Tage ist trügerische Ruhe eingekehrt. Doch die Angst bleibt. Zu sehr ist auch dem Letzten klar geworden, dass selbst im kleinsten Nest hinter den Hecken gerade jetzt jemand darauf warten könnte, seinen IS-Befehl zu bekommen.

Denn genau das ist die Nachricht der Attentäter: Niemand ist mehr sicher. Nirgends.

Der islamistische Terror ist in unserem Land angekommen und mit ihm die Attentats-Versteher. Sie sitzen in linksgrünen Organisationen ebenso, wie in vielen Nachrichtenredaktionen. Zu ihnen hat sich eine neue Gruppe gesellt, die nun die große Bühne des Terrors für sich entdeckt hat: Die Psychologen. Seit Würzburg zeichnen sie akribisch ein Psychogramm jedes einzelnen Attentäters, immer mit dem Ziel zu belegen, dass die Ursache der grausamen Tat in einer starken psychischen Störung zu suchen sei. Mit fatalen Folgen: Wer psychisch krank ist, den kann man nicht verantwortlich machen für das, was er getan hat. Und die Attentats-Versteher geben sich keine Mühe zu verbergen, dass genau das ihre Kernbotschaft ist. Sie dürfen darauf vertrauen, dass eine Gesellschaft, die ihre Burn-Outs liebevoll pflegt und in der jede Stimmungsschwankung zur Depression erhoben wird, sich schwer damit tut, ihnen zu widersprechen.

labimg_870_300_1_peymani

Vier große Attentate in nur sieben Tagen, vier ganz unterschiedlich ausgeführte Taten, doch viermal dauerte es nur wenige Stunden, bis wir erfuhren, dass der Attentäter psychisch gestört war.

Die anschließende Berichterstattung kreiste nur noch um diesen Aspekt. Vor allem aber scherte sie sich einen Teufel um die Opfer. Dabei liegt selbst für den Laien auf der Hand, dass einer, der einfach mal so andere Menschen umbringt, nicht ganz richtig im Kopf sein kann.

Warum also darüber fachsimpeln?

Fasziniert hingen jedoch die Journalisten an den Lippen der Experten für Geisteskrankheiten, die ein vorgeblich detailgetreues Bild der inneren Verfasstheit der Mörder zeichneten. Die fast ausschließliche Fokussierung auf die Psyche der Täter verdrängte viele Fakten. Etwa, dass alle vier einen muslimischen Hintergrund hatten, drei von ihnen gar im Zuge der Merkelschen Willkommensparty erst den Weg zu uns gefunden hatten. Oder, dass es sich in Reutlingen offenbar gar nicht um eine Beziehungstat, sondern einen islamistisch motivierten Anschlag gehandelt hatte. Und auch, dass der Münchner Täter mit vollem Namen Ali Davoud Sonboly hieß, was – anders als David S. – so gar nicht nach einem deutschen Nazi und erst recht nicht nach einem israelischen Massenmörder klingen will. All diese Fakten gingen unter im medialen Tanz um die begeisterndste Psychoanalyse. Weit und breit kein Journalist, der hier weiterrecherchieren wollte.

Es schien in den Tagen nach den Anschlägen stets nur darum zu gehen, dass Offensichtliche nicht offensichtlich werden zu lassen.

Wie auf dem Höhepunkt der Zuwanderungskrise, wie nach Silvester, so sollte offenbar auch diesmal mit allen journalistischen Mitteln die Wahrheit unterdrückt werden. Doch die Strategie konnte nicht aufgehen und fiel spätestens nach dem Selbstmordattentat von Ansbach in sich zusammen. Niemand kann jetzt noch behaupten, in Deutschland gäbe es keinen islamistischen Terror. Und niemand kann mehr beschwichtigen, dass „Flüchtlinge“ mit dem Terror nichts zu tun hätten. Die völlige Konzentration auf die gestörte Psyche der Täter soll dies verschleiern.

Doch die Bürger durchschauen das Spiel: Nur noch acht Prozent glauben, „wir schaffen das“, und satte zwei Drittel wollen Merkel in ihrer Zuwanderungspolitik gleich gar nicht mehr folgen.

Nie wäre jemand auf die Idee gekommen, die Psyche eines Rechtsradikalen zu analysieren und damit das Abfackeln eines Asylbewerberheims zu rechtfertigen. Natürlich nicht. Keinem fiele im Traum ein, den Geisteszustand hochkrimineller linker Extremisten zu beleuchten, obwohl dies dringend nötig erscheint. Nur beim Islamismus müssen wir uns gefallen lassen, dass Mörder zu Opfern gemacht werden, weil ihnen ihre Psyche einen bösen Streich gespielt hat. Lassen wir nicht zu, dass wie schon in der Integrationsdebatte Schuld und Verantwortung einmal mehr auf die Gesellschaft abgewälzt werden.

Lesen Sie mehr in meinem aktuellen Buch „Spukschloss Deutschland“, das auch als Ebook erhältlich ist.

Ramin Peymani
Der Autor ist Verfasser der „Klodeckel-Trilogie“ und hat im Juwelen-Verlag „Spukschloss Deutschland“ veröffentlicht. Im Januar 2017 erscheint sein neues Buch ebenfalls im Juwelen-Verlag.

You May Also Like

4 Comments

  1. 1

    Der Begriff „Attentatsversteher“ ist genial und trifft perfekt nicht nur den erschreckenden Sachverhalt, sondern auch das gegenwärtige selbsthassende Gesinnungsklima der deutschen Gesellschaft. Womit ich sagen will: Die psychologische Grundlage eines derartigen krankhaften Phänomens ist nicht von außen gelegt, sondern leider auch bei vielen einzelnen, auch intelligenten Zeitgenossen latent vorhanden und wird nun mit der Einwanderungskrise offensichtlich.

    Hier zwei Links zu der perfiden Strategie, die ich vor kurzem in diesem Kontext gefunden habe und bei denen einem der kalte Schauer über den Rücken läuft. Dies alles kann es aber, wie gesagt, nur geben, weil die Mehrheit der Deutschen dies will und unterschwellig sogar willkommen heißt. Es reicht nicht, mit dem Finger nur auf die „Mächtigen“ zu zeigen, aber den Selbsthaß im eigenen Lebensumfeld zu praktizieren und das gesunde Eigeninteresse zu diskreditieren.

    – Die psychischen Erkrankungen der ISIS-Terroristen http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=410023

    – PRO ASYL – Migrationsnetzwerk und Meinungsmacht https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/06/06/pro-asyl-migrationsnetzwerk-und-meinungsmacht/

  2. 2

    Ja, genau so ist es und ich habe bei den ersten Meldungen über angeblich vom Krieg traumatisierte Täter genau dasselbe gedacht.
    Doch das liegt in der Systematik dieser perversen Denkart selbst begründet.
    Wer mit Blumensträußen diese Leute empfängt und zehntausende unregistriert durchwinkt, der kann, wenn etliche von denen dann straffällig werden, nichts anderes sagen. Denn sonst würden die ihr eigenes Tun und deren Sprüche mit „Welcome“ etc. selbst ad surdum führen.
    Wer A sagt, muss eben auch B sagen.
    Übrigens gefallen sich derzeit Merkel, Kretschmann und die Neokommunisten darin, mit ausländerfeindlichen Parolen über Erdogan herzufallen.
    Genauso wie die vorher mit ausländerfeindlichen Sprüchen über Putin hergefallen sind.
    Da kann ich mir eine klammheimliche Freude nicht ganz versagen.

  3. 3

    Neulich habe ich schon einmal geschrieben: der „Schuldkult“, mit dem man das Deutsche Volk seit Jahrzehnten indoktriniert hat (und der den Selbsthass vieler Deutschen stark gefördert hat), führt nun in extremis dazu, dass einige besonders indoktrinierte Landsleute die eigene Schlachtung sogar als notwendige Sühne ansehen würden.
    Hier ist der (Über-)Lebensnerv eines Volkes an der Wurzel getroffen. Glücklicherweise haben die meisten anderen Völker Europas (insbesondere auch Osteuropas) eine weitaus größere Vitalität und einen weitaus größeren (Über-)Lebenswillen als die Deutschen. Diese Völker werden den Weg der Selbstzerstörung nicht mitgehen – wie wir bereits heute an der offenen Ablehnung der deutschen „Flüchtlingspolitik“ sehen können.

  4. 4

    Ja, WzK, so ist es bei einer Minderheit der Bevölkerung.
    15 % sind dagegen und die Mehrheit ist mit dem eigenen Leben beschäftigt und damit, die Umvolkung zu finanzieren.
    Steuern müssen überall bezahlt werden, es kommt nur auf deren Verwendung an. Also ob zum Vortel oder zum Nachteil der nationalen Bevölkerung.
    Aber die Zeit dieser Leute läuft bereits ab. Wir werden bereits in wenigen Jahren in Europa eine Mehrheit von Ländern sehen, die sich offen gegen das Diktat der EU stellen. Die Türkei ist bereits verloren als geopolitischer Aktivposten. Die türkische Regierung weiß genau, wer hinter dem Militärputsch stand.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>