Um es mit Klaus Kinski zu sagen: „Halt deine Schnauze, damit du hörst, was ich jetzt sage!“ – Eine Rezension

Ein wütendes, gleichzeitig aber auch höchst unterhaltsames und zum Nachdenken anregendes Buch, welches mit Genuss überall Salz in die Wunden unserer „alternativlosen“ Gesellschaft nach Merkel’scher Lesart zu streuen sucht.1200x900-Mende

Mit ebenso eloquenter, wie auch scharfsinniger Schreibe lässt der Autor seinen Gedanken freien Lauf, seien es Denk- und Sprechverbote, Kriminalisierung von nicht genehmen Meinungsäußerungen, kopfloser Politik, welche nur reagiert statt agiert, blindem Glauben oder auch dem Gehorsam an einen Staat als unverrückbares Monument.

Philipp A. Mendes – sehr wahrscheinlich auch infolge seiner Tätigkeit in Fernost – geschärfter Blick aufs Irrenhaus Deutschland und Europa, zementiert durch den Austausch mit zig nationalen wie internationalen Kontakten, vielen davon vor Ort, zeigt dem geneigten Leser jede Menge Momente auf, in denen man sich fragt: „Wieso sagt dies eigentlich hierzulande keiner genau so?“

Okay, die Antwort kann ich mir selbst geben: Weil wir keinen Diskurs haben, geschweige denn Diversität. Es sind nur noch stromlinienförmige Gedanken zugelassen. Wer sich dem widersetzt, wird solange zensiert, bis er nicht mehr zu hören ist oder die Existenz vernichtet ist. Es sei denn, er oder sie verfügt über genügend F**k-You-Money. Aber ich glaube, ich schweife schon ab. Ja, ja…

Um es mit Klaus Kinski zu sagen: „Halt deine Schnauze, damit du hörst, was ich jetzt sage!“

In diesem Sinne: Nehmt ruhig die paar Groschen in die Hand, schmeißt euch aufs Bett oder in den Sessel, und lest es in einem Rutsch durch.

Eine Rezension von Christian Fromme

 

Bildquelle: Copyright Shutterstock/Vampire with Candle – Michael Jaszewski

You May Also Like

1 comment

  1. 1

    Der Rezension kann ich voll und ganz zustimmen – bis auf den letzten Halbsatz: „…und lest es in einem Rutsch durch.“
    Das schaffe ich als Langsam-Leser einfach nicht und habe erst etwas mehr als die Hälfte hinter mir.
    Aber bereits in dieser ersten Buchhälfte finden sich Sätze, die in jedem Geschichts- bzw. Politiklehrbuch stehen müssten, wie z.B.:
    „Hitler hat – im Unterschied zu anderen Sozialisten – nicht die Produktionsmittel verstaatlicht, sondern ist gleich einen Schritt weitergegangen und hat den gesamten Volkskörper verstaatlicht. Insofern war er der konsequenteste Sozialist.“
    oder
    „Man muss verstehen, dass Sozialismus und der mit ihm einhergehende Totalitarismus generell widerlich sind und in die Katastrophe führen, egal, ob in roter oder brauner Ausprägung. Ob ein totalitäres sozialistisches Staatswesen nun Millionen Menschen abschlachtet, weil es sie „Klassenfeind“ nennt oder „Rassenfeind“, ist letztendlich vollkommen belanglos.“
    oder auch dieses Goebbels-Zitat:
    „Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke (…) Nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende, nationale Besitzbürgerblock.“
    Selbstverständlich wurden sie aber weder vor ca. 25 Jahren zu meiner eigenen Schulzeit ausgesprochen, noch werden sie heute im Unterricht gelehrt (schon mal überhaupt nicht!), und ob das jemals der Fall sein wird, ist ziemlich unwahrscheinlich.
    Philipp Anton Mendes Geschosse sind absolute Volltreffer gegen die politische Korrektheit und, wie er es selber formuliert, die „Entklärung“ (im Gegensatz zur Aufklärung) weiter Teile unserer Gesellschaft.
    Natürlich ist seine Sprache hart, damit die Geschosse ihre Wirkung auch garantiert nicht verfehlen, jedoch gleichzeitig überaus geistreich: hier erkennt man deutlich die philosophische Ausbildung des Autors. Wer bei den „Geschossen“ jedoch sprachliche Vulgär-Akrobatik ala Akif Pirincci erwartet, wird – je nach Gusto – hoch erfreut oder sehr enttäuscht sein: die hat Mende nicht nötig. (Ich selber habe übrigens aber auch mit Vulgärsprache nicht die geringsten Probleme, da ich auch ein großer Charles-Bukowski-Fan bin).
    Dass Mende für Pirincci durchaus Sympathie empfindet, kann man jedoch an einigen provokanten Titeln seiner „Geschosse“ erkennen, wie beispielsweise:
    „Offen sind nicht die Grenzen, sondern die Ärsche“ oder „Unsere tägliche Dosis Politverarsche gib uns heute oder: Staatsfieberwahn im Endstatdium?“
    Das erinnert mich doch sehr an Titel aus Pirinccis „Deutschland von Sinnen“, wie etwa: „Mit dem Arschloch sieht man besser“ oder „Der Islam gehört zu Deutschland wie die Reeperbahn nach Mekka“.
    So, und vor dem Schlafengehen lese ich jetzt noch ein wenig in den „Geschossen“ weiter…

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>