Der Krieg gegen die Familie

Roland Baader (1940-2012)

Einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, hat sich einmal der Mühe unterzogen, in den Geschichtsbüchern über mehrere Jahrtausende hinweg zu eruieren, was erfolgreiche Gesellschaften von solchen unterschieden hat, die alsbald – in historisch relevanten Zeiträumen – wieder untergegangen sind.

Er habe, so Hayek, drei Elemente gefunden, welche die erfolgreichen Gesellschaften charakterisiert hätten, nämlich der hohe Wert der Familie, der Schutz des Eigentums, und der Wettbewerb. Und alle drei Werte seien eng mit dem Wert der Freiheit verknüpft.

Daraus kann man schließen: Wer die Familie zerstört, zerstört auch die Freiheit und den Bestand einer Nation. So wie man mit morschen Planken kein seetaugliches Schiff bauen kann, so kann man auch mit zerfallenden Familienstrukturen keine Gesellschaft vor dem Untergang bewahren. Diese Strukturen zerfallen derzeit in der westlichen Welt aber nicht aus Gründen einer Art „innerer Ermüdung“, sondern weil ein Krieg gegen sie stattfindet, ein Krieg des Staates gegen die Familie.

Das in Ausgabe 5/2006 behandelte staatliche Bildungswesen („Leviathans Opferschmiede“) ist nur eine der Arenen, in denen der Krieg des Staates gegen die Familie stattfindet. Ein noch größeres Schlachtfeld ist der Sozial- und Wohlfahrtsstaat.

Die Überalterung der Gesellschaft, die rapide sinkenden Geburtenzahlen, die Verdoppelung der Single-Haushalte in den meisten westeuropäischen Ländern, die Verfünffachung der nicht-ehelichen Geburten, die Versiebenfachung des Trennungsrisikos von Elternpaaren, die Explosion der sogenannten Kinderarmut und die hohe Arbeitslosigkeit bei Alleinerziehenden – und das alles im Zeitraum einer einzigen Generation – gehen schwergewichtig auf zwei Faktoren zurück: 1.) auf die Fehlanreize, die von den staatlichen Sozialsystemen ausgehen, und 2.) auf die permanente Schwindsucht der Einkommen und Vermögen breiter Bevölkerungsschichten durch den staatlichen Zugriff (Steuern und Sozialabgaben) zur Finanzierung der Sozialleistungen. (Zu diesem staatlichen Zugriff gehört auch die permanente Inflation, deren wahre Höhe die offiziellen Zahlen weit übersteigt, so beispielsweise seit Einführung des Euro akkumuliert rund 50 Prozent). Ersteres schwächt den Willen zur Eigenversorgung und familiären Mitversorgung, zur Familiengründung und einem Sippenzusammenhalt „durch alle Widrigkeiten des Lebens“, und Letzteres erodiert die finanziellen Möglichkeiten dazu.

Seit undenklichen Zeiten war die Fürsorge für die Alten, Behinderten und Kranken sowie das Hüten von Kindern und Säuglingen reine Familiensache.

Auch halfen Alte und Kinder in Haus und Hof mit. Man war „abhängig“ von der Familie und hegte diese Institution deshalb als Schutz- und Trutzburg. Mit dem Aufstieg des Wohlfahrtsstaates ging diese Abhängigkeit sukzessive auf den Staat über. Die Familienfunktion wurde sozialisiert – und somit auch der ökonomische Wert von Kindern. Die Kosten der Kinderaufzucht blieben zwar bei den Eltern, aber die möglichen Erträge wurden vom bürokratischen Staat kassiert, indem nun jedermann für die Kosten der Kinder, der Alten und Kranken aller anderen Leute aufkommen musste. Hierbei schlägt die Staatsrente, organisiert nach dem völlig untauglichen Umlagesystem, besonders schwer zu Buche.

Wenngleich es „materialistisch“ klingt, so gelten doch auch für das Kinderhaben die unabänderlichen ökonomischen Gesetze: Wenn der ökonomische Wert der Kinder abnimmt, sinkt die Nachfrage nach ihnen.

Natürlich gibt es dann immer noch Paare, die aus Gründen der Partnerliebe und anderer Emotionen Kinder haben möchten, aber im Trend sinkt der Kinderwunsch dramatisch. Vor hundert Jahren war die Fruchtbarkeitsrate in Europa höher als 5, heute dümpeln die Zahlen unter 1,5 herum, in Deutschland zum Beispiel bei 1,4. Das bedeutet, dass sich die Bevölkerungszahlen innerhalb von nur zwei Generationen mehr als halbieren werden und dass die staatlichen Sozialsysteme im Bankrott enden. Studien belegen, dass in keinem Land, dessen Rentenausgaben mehr als 4 Prozent des Sozialprodukts (Bruttoinlandsprodukts) betragen, die Fruchtbarkeitsrate die Zahl 3 übersteigt. Ja, umfassende Zahlenreihen belegen sogar, dass das Wachstum der Rentenzahlungen mit dem Abstieg der Fruchtbarkeitsrate fast eins zu eins korreliert.

Jede Art von Sozialismus schafft eben perverse Anreize, und mit dem gegen die Familie gerichteten Sozialismus wird konsequent auch die Institution Familie pervertiert. Unter der Ägide der staatlichen Rente und Sozialfürsorge versucht jedermann, auf Kosten aller anderen zu leben. Deshalb sinkt die Erwerbstätigenquote und steigt die Zahl der Vorruheständler, der Schein-Invaliden und „Krankspieler“, während im intakten Familienverband auch die ganz Alten, die Invaliden und Nicht-Schwerkranken noch Hilfs- und Versorgungsfunktionen übernommen hatten.

Hinzu kommt, dass bei Kinderlosen die sogenannte Zeitpräferenz steigt. Das heißt, dass der Gegenwartskonsum mehr und mehr dem Zukunftskonsum vorgezogen wird. Das führt zu sinkenden Sparraten und höherer Verschuldungsbereitschaft. Auch wird die Staatsverschuldung sorgloser hingenommen. Sogar bei astronomischen Staatsschuldenziffern bleibt es in der Bevölkerung bei einem desinteressierten Achselzucken. Damit aber werden die Zukunftslasten der weniger und weniger werdenden Jungen (und dazu gehören auch die Kosten der Eigenvorsorge fürs Alter und die Kosten der Kinderaufzucht) mit mathematischer Gewissheit immer untragbarer. Die betreffenden Völker verarmen und sterben aus. Diese Verarmung trifft die Menschen nicht nur finanziell, sondern den (stark ansteigenden) Anteil der Alten, Kranken und Pflegebedürftigen auch in Form von zunehmender Gleichgültigkeit und Feindseligkeit seitens der Jungen sowie in Form sinkender Qualität der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Der Verarmungsprozess hat sogar in den einst so reichen USA eingesetzt.

Bei verheirateten Paaren mit Kindern ist die Wahrscheinlichkeit eines Privatkonkurses mehr als doppelt so hoch als bei kinderlosen Paaren – und bei einer alleinerziehenden Mutter fast dreimal so hoch. Jährlich melden mehr als fünf Millionen Haushalte mit Kindern (das heißt fast jeder Siebte) den Bankrott an. Die Inflationsraten explodieren und rotten systematisch den Mittelstand aus, dessen familiäre Strukturen einmal besonders stabil waren. Früher war es selbstverständlich, dass Kinder von den Großeltern versorgt wurden, während die Eltern arbeiteten. Und die Alten wurden von ihren Kindern versorgt, wenn sie alt und gebrechlich waren. Man wohnte relativ lang unter einem Dach, um Lebenshaltungskosten zu sparen. Das Wort „Verantwortung“ bezog man auf sich und die Seinen, es wurde nicht – wie heute üblich – von den Politikern als Synonym für die steuerfinanzierte Umverteilung an anonyme Menschenmassen missbraucht. Es ist schwerer Missbrauch des Wortes Verantwortung, mir einzureden, ich sei nicht für mich und meine Familie verantwortlich, sondern für die Gesellschaft und Millionen Fremde. Vor dem Einsetzen der Sozialhilfesysteme gab es in den USA noch nicht einmal während der großen Weltwirtschaftskrise viele Elendsfälle, weil fast überall noch die Familien intakt waren.

Während heute die Kinder massenweise abgetrieben werden, zogen Eltern früher oft sechs und mehr Kinder groß, und zwar unter vergleichsweise deutlich erschwerten Bedingungen. Die heutigen Wohlfahrtsprogramme für alleinerziehende Mütter schaffen Anreize für Väter, ihre Mutter gewordene Partnerin und die Kinder im Stich zu lassen. Sie werden ihrer Verantwortung enthoben.

Also wird die Zahl der Alleinerziehenden weiter steigen. Und für die Väter wird eines Tages der Staat sorgen; welche Anreize sollten sie also haben, sich darum zu kümmern, dass aus ihren Kindern etwas Ordentliches wird? (Nebenbei bemerkt, gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der menschlichen Katastrophe der Vaterlosigkeit und der zunehmenden Gewalt unter Jugendlichen auf den Straßen). Die menschliche Natur ist eben so, dass sie den leichteren Weg wählt, wenn er ihr angeboten wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es in Belgien, wo viele Chinesen leben, keinen einzigen Chinesen gibt, der Sozialhilfe bezieht. Das „Sozialamt“ der Chinesen ist die Großfamilie. Der amerikanische Ökonom Vedran Vuk hat geschrieben: „Das Aufziehen von Kindern ist harte und mühsame Arbeit. Das war nie anders, weder für Reiche noch für Arme. Auch die Versorgung der Alten war harte Arbeit. Aber ich bin für den Unterhalt meiner Eltern verantwortlich – und nicht irgendein anonymer Steuerzahler. Der Wohlfahrtsstaat hat die Kultur der Familie und der harten Arbeit zerstört. Es gehört regelrecht zum Programm des Staates, die Familie zu zerstören, denn je mehr Menschen auf den Staat angewiesen sind, desto größer und mächtiger kann er werden. Er fürchtet nichts mehr als Leute, die ihn nicht brauchen. Der Tod der Familie ist das Leben des Staates.“

Derzeit holt der Staat gleich zweifach zum finalen K.O.-Schlag gegen die Familie aus:

Zum einen mit der feministischen Pathologie des „Gender Mainstreaming“, mit dem man die Kinderseelen zerstören wird (siehe dazu: Volker Zastrow: „Gender: Politische Geschlechtsumwandlung“, Manuskriptum Verlag 2006, oder meinen Beitrag „Mao, Marx und Männerhass“ in der Zeitschrift eigentümlich frei vom Jan./Feb. 2007), und zum anderen mit dem systematischen Ausbau von Krippenplätzen. Bis 2013 sollen 500.000 zusätzliche Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren eingerichtet werden. Das Familiennetzwerk Deutschland wendet zurecht ein, das Fundament für die gesunde Entwicklung eines Kindes sei nicht die „frühkindliche Bildung*, sondern die „frühkindliche Bindung“ — und diese kann durch Krippenbetreuung nicht gewährt, sondern nur gestört werden. Zu was die „Lufthoheit über den Kinderbetten“ genutzt werden wird, ist nur noch den ganz Blauäugigen unklar.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat die skandinavischen Länder mit ihren ausgebauten Betreuungsangeboten zum Vorbild erkoren. Daraufhin hat die schwedische Erziehungsberaterin Anna Wahlgren einen offenen Brief an Deutschlands Mütter gerichtet.

Darin heißt es: „Schweden ist kein kinderfreundliches Land. Unsere Kindertagesstätten entpuppen sich nach 25-jähriger Erfahrung als das größte soziale und wirtschaftliche Desaster.“ Jedes dritte schwedische Kind, so Frau Wahlgren leidet an seelischen Störungen, und jedes Jahr nehmen sich rund 100 schwedische Kinder das Leben. Und die Psychologin Christa Meves schreibt zur Krippenerziehung: „In der früheren Sowjetunion konnte man sehen, dass 70 Jahre Krippenerziehung ein Volk zerstören. Wir haben dort so viele Alkoholiker wie nirgendwo sonst.“

Den wahren Hintergrund der Kampagne kann man den Worten von EU-Kommissar Verheugen entnehmen. Verheugen zu Bild am Sonntag vom 4.3.2007: „Wir müssen in Europa – und somit auch in Deutschland – die Erwerbsquote so rasch wie möglich auf 70 Prozent steigern. Sonst können wir unsere Sozialsysteme nicht mehr finanzieren. Das wirksamste Mittel, Beschäftigungshürden für Frauen abzubauen, ist ein möglichst umfassenden Angebot an Ganztagskinderbetreuung.“ Die falschen Bankrottsysteme des Wohlfahrtsstaates sollen also noch eine Weile über die Runden gerettet werden, indem man ein Volk von seelischen Krüppeln heranzieht. Ein Verkrüppelungssystem soll das Bankrottsystem retten. Ein makabrer Circulus vitiosus – und ein weiterer Beweis dafür, dass der Staat den Krieg gegen die Familie an allen Fronten führt. Wenn wir ihm nicht das Monopol zum Gelddrucken nehmen, mit dem er diesen Krieg (und alle anderen Kriege) finanziert, und wenn wir ihm nicht das Bildungsmonopol entreißen, mit dem er ganze Generationen zu willigen Steuersklaven heranzieht, wird er unser aller Leben ruinieren, immer und immer wieder, bis zum bitteren Ende des Niedergangs und Untergangs einer ganzen Nation.

aus:  „opensource“, Mai 2007, S. 60f.

Dieser Beitrag erschien zunächst hier

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64 Comments

  1. 1

    Brillant analysiert. Der Mann hatte es begriffen.
    Die Familie ist die Keimzelle, das Gewissen und das Sozialamt einer jeden Gesellschaft.
    Greift man hier mutwillig ein, zerstört man die Basis des Volkes.
    Natürlich gibt es auch kaputte Familien, die im Sinne der Mitmenschlichkeit Unterstützung brauchen. Die Familie jedoch als Institution gleich in Gänze in Frage zu stellen und demontieren zu wollen, ist ein klarer Beleg dafür, dass es hier mitnichten um Mitmenschlichkeit, sondern um Umerziehung geht.
    Das Volk soll von der Pike auf dressiert werden um einem nebulös definierten „Wir“ zu dienen, welches in Wahrheit nichts anderes beschreibt, als den persönlichen Willen der Diktatoren im Politbüro.

  2. 2

    Zu diesem Thema werden sich Anarchisten nicht äußern, weil die sich dafür nicht interessieren. Da interessiert nur Leute, die im hier und heute beheimatet sind.
    Angelernte Anarchisten fragen sich nur, wieso diese nicht selbst „regieren“, sondern dies die Schröders und Merkels tun.
    Es gibt nur zwei Wege zur Gestaltungshoheit: durch Wahlen und somit durch Parteigründung oder durch Terror.
    Die Anarchisten bevorzugen letzteres, denn gegen Wahlen hat man sich schon eindeutig geäußert.

    • 3

      @Kuno: Es ist frech, Ihren engen Geist auf andere übertragen zu wollen. Nur, weil Sie sich nicht vorstellen können, wie etwas funktionieren könnte, können das natürlich auch andere nicht. Dies ist wirklich erbärmlich.

    • 7

      @Kuno

      Die Anarchokapitalisten von heute haben mit den linken Anarchisten der ’68 Generation und ihrem RAF Anhängsel nur die Ablehnung staatlich-autoritärer Strukturen und zugegebenermaßen auch 50% des Namens gemein.
      Damit hört es aber schon auf. Während dem linksautonomen Anarchospektrum die Gewalt seit jeher als probates Mittel zur Umsetzung ihrer Ziele dient, sind AnCaps und Libertäre wegen des Nichtaggressionssprinzips nicht nur vom gesellschaftlichen Ziel, sondern insbesonders auch von der Methodik auf einer völlig anderen Schiene.
      Gewalt wird jenseits der Selbstverteidigung vollkommen abgelehnt.

      Vielleicht sollten die AnCaps mal über einen weniger verfänglichen Namen nachdenken. Die Generation, die die Zeit des RAF Terrors noch persönlich miterlebt hat (mich eingeschlossen), denkt bei dem Wort „Anarchist“ sofort an Linksterror.
      Das sorgt für Verwirrung.

      • 8

        Nein, Ralf, das sehe ich leider anders.
        Was ist ein „Nichtaggressionsprinzip“ denn ganz genau?
        Wenn Du angegriffen wirst, dann ist Verteidigung angesagt und dann ist es aus mit dem Nichtaggressionsprinzip! Somit bestimmt der Gegner über Dein eigenes Aggressionspotential. Bei den angeblich rechten Anarchisten gibt es immerhin einige die anscheinend ganz glücklich mit Merkel & Co. sind. Denn wenn ich freudig anmerke, dass da in Deutschland eine Alternative im Wachsen begriffen ist, dann kommt von dieser Anarchoszene sofort das Totschlagsargument …das seien alles Sozialisten…

        • 9

          Nun Kuno, es SIND häufig Sozialisten, da geht nun einmal kein Weg dran vorbei. Die Liberalen/Libertären sind an einer Hand abzuzählen. Und ich bin keine Anarchistin. Und ob da wirklich eine Alternative wächst, sollte bis nach den Bundestagswahlen abgewartet werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die AfD den Weg der FDP geht, ist sehr hoch.

        • 10

          @Kuno

          Das Nichtaggressionsprinzip kannst Du hier im Kommentarbereich gut beobachten.
          Man ist so defensiv eingestellt, dass man selbst die Beteiligung an jeglicher politischer Aktivität als Aggression wertet.
          Jegliche staatliche Obrigkeit wird als Sozialismus gesehen, weil jemand zwangsläufig dabei für andere die Entscheidungen trifft.
          Führung wird generell in Frage gestellt. Und in Anbetracht der sich in Zyklen wiederholenden weltweiten Desaster, ist diese Sicht durchaus nachvollziehbar.
          Meine persönliche Meinung ist hier jedoch deutlich weniger fundamental, denn
          zu viel Defensive führt zu Passivität und damit dazu, dass man von den von anderen geschaffenen Tatsachen einfach überrollt wird.

          • 11

            @Ralf Pöhling: Ja, das stimmt. Aber mir geht es eher um die Programmatik. Und wenn in einer solchen etwas von Mindestlohn und dergleichen steht, dann IST das sozialistisch.

          • 12

            @Susanne Kablitz

            Bei meinem Kommentar oben hatte ich primär den harten Schlagabtausch unter ihrem Artikel zum Rechtsstaat im Kopf und keine Programmpunkte der Parteien.
            Konkret bezogen auf den Mindestlohn muss man sich aber schon fragen, warum die Parteien alle ab einem gewissen Punkt damit aufwarten.
            Offensichtlich wird dies vom Wähler honoriert.

            So lange es Menschen gibt, die offenbar bereit sind, permanent für einen grotesken Hungerlohn zu arbeiten und damit das natürliche Gleichgewicht aus dem Tritt bringen, bringt das solche Stilblüten hervor.
            Wer freiwillig zu Hungerlöhnen arbeitet, fördert damit faktisch eine versteckte Form von Insolvenzverschleppung. Entweder ein Unternehmenskonzept funktioniert und wirft entsprechend Geld ab, oder es sollte vom Markt verschwinden.
            Aber mit solchen marktradikalen Ideen kommt man bei uns nicht durch.
            Da kassiert man lieber staatliche Fördergelder für schwache Konzepte und Projekte, die die Welt gar nicht bestellt hat und auch nicht braucht.
            Was wir brauchen ist mehr Innovation und Qualifikation. Dann kommt der entsprechende Lohn von alleine.
            Die Deutschen bzw. die Europäer haben sich zu lange auf ihren Lorbeeren ausgeruht und der Rest der Welt überholt uns deshalb in atemberaubender Geschwindigkeit.

          • 13

            @ Ralf

            Wir hatten nach meiner Beobachtung bis 1914 kein Desaster wirtschaftlicher Natur. Dass die Arbeiter in der Frühzeit des Kapitalismus nicht gerade in Freuden lebten, hatte seine Ursache in der niedrigen Produktivität.
            Das Desaster fing erst mit dem ersten Weltkrieg an und der in dessen Verlauf erforderlichen Abkehr vom Goldstandard und Ausweitung aller Kredite.
            Der zweite Weltkrieg war die Fortsetzung des ersten WK.
            Ich denke, Innovation und Qualifikation sind in D vorhanden; allerdings laufen uns die Chinesen mit niedrigeren Preisen den Rang ab.
            Hinzu kommt eine sehr große Zahl von Vernetzungen und Marktpolitik.
            Denke nur an die Allmacht amerikanischer Computersprachen. Sind deutsche oder russische Informatiker dazu nicht imstande? Doch! Aber das nützt nichts wenn der Markt aufgeteilt und beherrscht wird.
            Und unser WzK hat auch Recht mit den deutschen Kindern.
            Die Ursache dürfte aber weniger im Wohlstand, sondern im psychologischen Bereich liegen. Das gesellschaftliche Klima in Europa läuft gegen Kinder und da muss man fragen: wer gestaltet genau das gesellschaftliche Klima.

          • 14

            @Kuno

            Denk an den Ursprung von „Made In Germany“ und es wird klar, worauf ich hinaus wollte.
            Die wiederkehrenden Desaster haben ihren Ursprung natürlich immer irgendwo im Bereich Wirtschaft, während die offiziellen Anlässe wohl eher Makulatur sind.
            Du hast vollkommen Recht bzgl. Kompetenz. Bei uns, wie auch bei den Russen gibt es sehr gute Informatiker. Dennoch kommt man mit revolutionären, den Markt antreibenden Entwicklungen wie z.B. das MP3 Format eher selten durch. Haben wir in den 70ern und frühen 80ern mit Nixdorf noch den Weltmarktführer im Bereich Bürocomputer im Lande gehabt, so steht auf den Smartphones heutzutage nicht Nixdorf oder etwa Siemens, sondern Apple oder Samsung. Das gleiche bei TV Geräten. Liegt das nur an der Marktvernetzung oder fehlt es nicht doch ein wenig an Innovation? Denn auch Apple lässt ja in China fertigen und verdient sich damit dumm und dusselig.

        • 15

          Sie verwechseln Aggression und Gewalt. Aggression ist INITIIERENDE Gewalt. Es gibt niemanden, der Sie dazu zwingen kann, zuerst zuzuschlagen.

          • 16

            @ rote Pille

            Sie sollten Aggression im Sinne der Darlegungen von Ralf Pöhling und mir nicht im Sinne von „Schlagen“ oder wer den ersten Schlag führt umdeuten.
            Eine Aggression findet bereits bei einer Aufrüstung eines Staates statt, die über das zur Verteidigung erforderliche hinausgeht.
            Oder wenn ein Kernwaffenstaat einem Nicht- Kernwaffenstaat etwas aufzwingt, weil er der Stärkere ist.
            Oder, brandaktuell, wenn Ungarn von einem EU Parlamentarier aufgefordert wird die EU zu verlassen.

          • 17

            1. Nein, Aufrüstung ist keine Initiierung von Gewalt. Wenn sie mit einer (aggressiven) Drohung einhergeht, kann man sie als Teil der Drohung betrachten. Was zur Verteidigung erforderlich ist, kann nicht bestimmt werden (wer sollte das auch entscheiden).
            2. Ja, jemandem etwas aufzuzwingen ist Aggression.
            3. Nein, niemand hat einen Anspruch darauf diesem politischen Gebilde „EU“ anzugehören. Die Aufforderung, die EU zu verlassen, beinhaltet auch keine Drohung.
            Generell ist es schwierig, den Begriff auf Staaten anzuwenden. Man muss sehen, was mit den betroffenen Individuen passiert.

          • 18

            Aufrüstung ist keine initiierende Gewalt? Na rote Pille, dann denken Sie lieber noch mal etwas tiefer nach.
            Ich schätze; mit etwas Mühe ist das möglich. Denn es waren Ihre eigenen Worte, dass das Finanzamt mit seinen Steuereintreibern eine Gewalt ausüben.
            Wenn das aber so ist, so ist die vorangegangene Aufrüstung (die über das erforderliche Maß hinausgeht) und den friedliebensten Staat zur Nachrüstung zwingt, dann keine initiierende Gewalt? Ohne diese Rüstungsausgaben hätten doch die Steuersätze viel niedriger sein können!

          • 19

            Das ist eine Umdefinition des Begriffs „Zwang“. Wenn mein Nachbar sich eine Waffe kauft, zwingt er mich nicht dazu mir eine Waffe zu kaufen. Es ist vielleicht sicherer für mich, aber es gibt noch andere Optionen wie ich damit umgehen kann. Ich könnte meine Beziehungen zu ihm verbessern oder die Beziehung zu den anderen Nachbarn um ein Gegengewicht aufzubauen.

          • 20

            @rote_pille & Kuno
            Man muss sich einfach nur vorstellen, man hätte Nordkorea oder den IS als direkten Nachbarn. Der martialische Auftritt und das theoretische Bedrohungspotential entwickeln eine Eigendynamik, der man sich nicht verweigern kann. Und so bald man selbst anfängt aufzurüsten um dem Bedrohungspotential theoretisch etwas entgegensetzen zu können, geht die Spirale los und am Schluss weiß mal wieder keiner, wer damit ursprünglich angefangen hat.
            Sich komplett aus diesem Prozess auszuklinken ist einfach nicht möglich, so lange es da draußen Nationen gibt, die ihre Misswirtschaft mit Gewalt kompensieren müssen.
            Frieden ist ein Wohlstandseffekt. Hat man selbst nichts zu beißen und der Nachbar einen vollen Kühlschrank, ist der Frieden ziemlich schnell Geschichte.

          • 21
          • 22

            @rote_pille

            Aufrüstung kann sehr schnell zur Ursache für einen Angriff werden.
            Es gibt etliche Beispiele in der Geschichte.
            Vom Präventivschlag oder neudeutsch „preemptive strike“ haben Sie doch bestimmt schon mal gehört, oder?

          • 23
          • 24

            @ rote-Pille

            1. Frankreich war 1870 nicht bereit die deutsche Reichsgründung hinzunehmen und provozierte mit der „Emser Depesche“ den Krieg mit Deutschland.
            D.h. es war sogar noch schlimmer: einfach die französische Vermutung, die bevorstehende Reichseinigung aller deutschen Länder (ohne Österreich!) könnte eine militärische Stärke „Deutschlands“ nach sich ziehen, führte bereits zur französischen Kriegserklärung an Preussen!
            2. 1914 tat der deutsche Kaiser alles, um England aus dem möglichen Krieg herauszuhalten, gleiches tat 1938 Hitler (Flottenvertrag!). Den Ausschlag gab aber immer für die britische Regierung die vorhandene militärische Potenz des „Gegners“ Deutschland. Nicht etwa ein propagandistischer Anlass.

          • 25

            Die Gründung des neuen deutschen Staates ging nicht einher mit irgendeiner besonderen Aufrüstung. Man sollte eher sagen: Frankreichs Wunsch nach Hegemonie auf dem Kontinent war der Grund.

          • 26

            @rote_pille
            Einige Beispiele:

            1.Die massive Aufrüstung der deutschen Kriegsmarine zu Zeiten Kaiser Wilhelms II., die von den Briten als direkte Gefährdung ihrer militärischen Vormachtstellung auf den Weltmeeren gesehen wurde. Das Attentat von Sarajevo war damals nur der Zündfunke für einen schon viel länger schwelenden Konflikt um den Machtanspruch in Europa.
            Ich zitiere ausnahmsweise mal Wikipedia, weil es hier treffend zusammengefasst ist:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Flottenpolitik

            Zitat:“Der von Tirpitz verfolgte Schlachtflottenbau sollte für Großbritannien jeden Krieg mit Deutschland zu einem wirklichen Risiko werden lassen („Risikoflotte“). Der Gedanke, man könne Großbritannien so an die Seite Deutschland zwingen, erwies sich als große außenpolitische Illusion, denn der forcierte deutsche Flottenbau förderte die Bereitschaft Großbritanniens zum Ausgleich mit Frankreich und Russland und führte schließlich zur antideutschen Koalition, der so genannten Entente vor dem Ersten Weltkrieg.“

            2. Die angeblichen Massenvernichtungswaffen des Irak als Begründung für den „preemptive Strike“ der Amerikaner im Jahre 2003 mit folgender Besetzung bis 2011.

            3. Die Giftgasbestände in Syrien als Rechtfertigungsgrund für die Unterstützung oppositioneller Gruppen, was schließlich in der aktuellen Situation mündet.

            Es ist immer das selbe:
            Sie stehen als Nation irgendeiner anderen Nation bzgl. lokalen wirtschaftlichen oder machtpolitischen Interessen im Weg, werden aufgrund ihres militärischen Potentials zur Gefahr erklärt und mit dieser Begründung angegriffen.
            Und wenn Sie mal genau hinschauen, werden Sie das selbe Phänomen sogar innerhalb Deutschlands wiederfinden: Alleine die Tatsache, dass jemand Legalwaffenbesitzer ist, lässt ihn zum Opfer eines Generalverdachtes angeblicher Gefährdung für andere werden.
            Militärisches Potential stellt immer eine theoretische Gefahr für bestehende Machtstrukturen dar.
            Sobald Sie bewaffnet sind oder aktiv aufrüsten, wird sich sofort jemand finden, der Sie genau deshalb aus dem Wege räumen will.

          • 27
          • 28

            @rote_pille

            Falsch. Sie folgen hier zu sehr der allgemeinen Darstellung, die sich in unwichtigen Details verheddert.
            Reduzieren Sie es auf das Wesentliche:
            Wenn Sie sich der Macht anderer entziehen wollen, um ihr Leben selbstbestimmt führen zu können, brauchen Sie das nötige Werkzeug um eine fremde Macht von der Machterhaltung oder einer angedachten Machtübernahme abzuhalten. Damit wird ihre Wehrhaftigkeit (also ganz besonders ihre Bewaffnung!) zum Hauptgrund für den Angriff, denn ihre Bewaffnung steht einer Machtausübung auf Sie durch Dritte im Wege.
            Fremde Mächte tolerieren üblicherweise nur dann die Bewaffnung anderer, wenn diese die gleichen Ziele verfolgen. Sobald die Ziele andere sind, wird die Bewaffnung zum Problem.
            Und da Sie noch freiheitlicher Denken, als ich, wird jede bestehende Macht mit ihnen früher oder später auf Kriegsfuß stehen, da Sie Macht insgesamt ja ablehnen.
            Wenn Sie nicht bewaffnet sind, wird man ihnen die Macht gegen ihren Willen einfach aufdrücken. Sind Sie aber bewaffnet, wird ihre potentielle Wehrhaftigkeit zum Kriegsgrund, denn wer bewaffnet ist, kann sich der Machtausübung durch Dritte effektiv entziehen.
            Um Freiheit und Selbstbestimmung zu erlangen, bzw. zu erhalten, bedarf es eines permanenten und stark abschreckenden Rüstungsvorsprungs.
            Die friedliche Alternative dazu wäre eine Welt ohne Machtmenschen. Aber das werden wir beide nicht mehr erleben…

          • 29

            Wenn mich jemand angreift, weil meine Wehrfähigkeit ihn daran hindert mich zu beherrschen, ist er ein Aggressor. Ein Angriffsgrund ist noch lange keine Rechtfertigung.
            Ich muss es den Angreifern nicht gleichtun. Andernfalls verstricke ich mich nur in eine selbsterfüllende Prophezeihung: ich schaffe Krieg, weil ich Krieg erwarte. Man muss dem anderen eine Chance geben. Erst wenn man wirklich angegriffen wird, kann man Gewaltanwendung als Verteidigung bezeichnen.

          • 30

            @rote_pille

            Im Kern und von ihrer Intention her haben Sie zwar vollkommen Recht. Wie ein Blick in die Geschichtsbücher jedoch zeigt, ist Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in Fragen von Krieg und Frieden das Erste, was auf der Strecke bleibt. Wenn man dies außer Acht lässt, einzig mit dem hehren Ziel vor Augen es moralisch richtig zu machen und sich selbst nichts zu Schulden kommen lassen, wird man trotzdem sehr schnell zum Opfer der Aggression anderer und die Welt zeigt mit dem Finger auf einen, weil man sich gewehrt hat.
            Wer Opfer und wer Täter ist, bestimmt immer der Sieger und nicht eine irgendwie geartete höhere moralische Instanz. Wenn man das aus den Augen verliert, bleibt man selbst auf der Strecke.

          • 31

            Exakt, mein lieber Ralf. Du liegst sehr selten daneben. Ganz im Gegensatz zu manchem Stuss, der hier so geschrieben steht.
            Allerdings hat Freundin Merkel uns den IS zum direkten Nachbarn gemacht, im Zweifel nur ein paar Straßen weiter.
            Mir geht es darum, das Gefasel vom „Sozialismus“ etc. endlich in die Schublade zu legen. Wir haben andere Probleme. Hat denn Susanne Kablitz noch nie einen alten Western gesehen? Da gibt es eine Gruppe Weißer, die sich gegenseitig bekämpft. Plötzlich greifen Indianer an und drohen alle Weißen zu skalpieren. Was passiert? Die bisher verfeindeten Weiße verbünden sich gegen den gemeinsamen Feind. Die bisherige Feindschaft wurde also in die Schublade abgelegt. Die haben die sogar (vernünftigerweise) die unbewaffneten „Gegner“ bewaffnet.

          • 32

            Zitat: „Was passiert? Die bisher verfeindeten Weiße verbünden sich gegen den gemeinsamen Feind. Die bisherige Feindschaft wurde also in die Schublade abgelegt. Die haben die sogar (vernünftigerweise) die unbewaffneten „Gegner“ bewaffnet.“

            Was ist denn jetzt los, KUNO?

            Die haben sich einfach so verbündet ohne dass der Staat sie unter Gewaltandrohung dazu gezwungen hat?
            Ich dachte das geht nicht und die Anarchokapitalisten sind nur naive Träumer?

            Sie haben gerade die Anarcho-Sicht ungewollt bestätigt.

            Glückwunsch, vielleicht werden Sie doch noch ein stolzer Anarchist.

          • 33

            Mir geht es darum die Situation so gut wie möglich zu nutzen um meinen Zielen näher zu kommen. Es ist mir vollkommen gleichgültig wieviele von den Gutmenschen skalpiert werden. Ist ja nicht so als ob sie was Besseres verdient hätten.

  3. 34

    Kürzlich habe ich eine Diskussion zwischen einem Befürworter und einem Gegener von Akif Pirinccis „Umvolkung“ gelesen.
    Zu diesem Thema sonderte der Gegner (sinngemäß) Folgendes ab:
    Wenn es so weiter ginge mit der demographischen Entwicklung, wären die Deutschen ca. 2080 ohnehin ausgestorben. Es sei daher ein „Glück“, dass Deutschland nun wieder „aufgevolkt“ werde, vor allem auch für die sonst leer stehenden Spielplätze, Kindergärten, Kinos usw. Wenn viele Landsleute ein Haustier mehr liebten als ein eigenes Kind, dann bräuchte man halt diejenigen, bei denen Kinder noch einen Wert darstellten usw. usf.
    An solchen „Argumenten“ kann man erkenn, dass unsere Gesellschaft todkrank und an der Lebenswurzel getroffen ist.
    Die „ältere“ Generation, die den Krieg noch miterlebt hat, schiebt den Rückgang der Geburtenrate nach meinen persönlichen Erfahrungen großteils auf den Wohlstand: „Wir mussten nach dem Krieg hungern – ihr dagegen seid im Wohlstand groß geworden und wolltet immer nur schön leben / das Leben genießen und keine Kinder bekommen. Und dann seid ihr auch noch neidisch auf unserer Rente.“ usw. usf.

    „Hinzu kommt, dass bei Kinderlosen die sogenannte Zeitpräferenz steigt. Das heißt, dass der Gegenwartskonsum mehr und mehr dem Zukunftskonsum vorgezogen wird. Das führt zu sinkenden Sparraten und höherer Verschuldungsbereitschaft.“
    Nicht nur Kinderlose haben eine höhere Zeitpräferenz, sondern etwa auch Homosexuelle.
    Das Aussprechen dieser politisch-inkorrekten Ungeheuerlichkeit hat meines Wissens sogar Hans-Hermann Hoppe seine Professur in den USA gekostet.
    Nichtsdestotrotz ist sie absolut wahr: wer nicht Vorsorge für Nachkommen treffen muss bzw. keine direkten Erben hat, konsumiert verstärkt in der Gegenwart. Und da Konsum heute alles ist (ja aufgrund unseres perversen Schuldgeldsystems auch sein muss), sind gesellschaftliche Gruppen mit einer extrem hohen Zeitpräferenz bei den Unternehmen und in der Politik sogar angesehener als solche mit einer niedrigen Zeitpräferenz.
    Ein untrügliches Zeichen der Enddekadenz…

    • 35
    • 36

      @ rote_pille

      Ich bin ebenfalls kinderlos, aber ich hätte noch gerne Kinder.
      Die Gründe für meine Kinderlosigkeit? Die darf ich natürlich nicht nur bei meinen bisherigen Partnerinnen suchen, sondern auch bei mir selber: ich war viele Jahre lang der Überzeugung, kein guter Vater sein zu können. Das sehe ich mittlerweile anders. Zudem bin ich auch kein einfacher Mensch; und wenn man auch noch anders tickt als die meisten Anderern und nicht mit der Herde mitrennt (was andererseits aber wiederum von großem Vorteil war, etwa auf solche brillanten Autoren wie Roland Baader zu stoßen), erleichtert das nicht gerade die Partnersuche.
      Nun bin ich mittlerweile 44 Jahre alt und gebe mir selbst noch ca. fünf Jahre, um doch noch Vater zu werden. Zu alt möchte ich dafür auch nicht sein. Falls es nicht klappt, darf ich jedoch – wie gesagt – die Schuld nicht nur auf Andere schieben.
      Ich ticke aber auch, was meine eigene Zeitpräferenz betrifft, anders als die meisten anderen Kinderlosen: sie ist nämlich relativ niedrig. Ich bin alles andere als konsumgeil – und auch schuldenfrei. Wofür ich hauptsächlich spare? Ich sehe, dass ich meinen physisch und psychisch sehr anstrengenden Beruf nicht zu 100% bis zu meinem „offiziellen Renteneintrittsalter“ ausüben kann (und zudem weiß ich ja auch noch, dass die Sozialversicherungssysteme vor dem Bankrott stehen). Selbstverständlich spare ich aber auch nicht (in Fiat-Money) wie die Herde. ;-)
      Da die Zukunft ungewiss ist, kann es natürlich sein, dass ich schon viel früher sterbe. Falls ich dann keine Kinder haben werde, so sind meine besten Freunde die Erben. Und glauben Sie mir: ich vererbe so, dass die Fiskalkleptokraten des Staates weitgehend leer ausgehen. ;-)
      Allerdings ist es so, dass eine zu niedrige Zeitpräferenz auch nicht gut ist, und man darf und soll sich sehr wohl auch in der Gegenwart etwas „gönnen“. Es geht also auch bei der individuellen Zeitpräferenz darum, das „rechte Maß“ zu finden. Wunderschön ist das hier beschrieben:
      „Eine allzu niedrige Zeitpräferenz kann hingegen dazu führen, den Augenblick nicht zu schätzen und damit das Leben an sich vorbeiziehen zu lassen, weil man stets für ein ungewisses Morgen plant. Das wäre das „ungelebte Leben“, wie es Erich Fried poetisch und Carl Gustav Jung psychologisch ausdrücken. Doch bei allem Lob für die Lebendigkeit des Augenblicks dürfen wir nicht vergessen, dass ein großer Teil menschlicher Kultur, insbesondere jener des Abendlandes, auf der geistig-abstrakten Überwindung des Augenblicks beruht, die die Grundlage niedriger Zeitpräferenz ist.“ (Rahim Taghizadegan et al.: Österreichische Schule für Anleger, München: FinanzBuch, 2014, S. 172)

      • 37

        Ihre Zeitpräferenz interessiert mich nicht wirklich. Worauf es ankommt ist, dass Sie die Standards, an denen Sie andere messen, selbst nicht einhalten, und die Handlungsmöglichkeiten, die Sie haben, nicht wahrnehmen. Auf diese Weise haben Sie logischerweise 0 Einfluss über die Geschehnisse und fühlen sich machtlos. Und dann kommen diese Forderungen, die Regierung möge doch bitte „die Umvolkung“ stoppen oder Ähnliches. Im Grund nichts anderes als die Sozialisten, die sich nicht um die Armen kümmern und stattdessen verlangen, die Regierung möge andere Leute dazu zwingen das für sie zu übernehmen.

      • 38

        @ rote_pille
        Nein. Machtlos fühle ich mich nur dann, wenn ich im DUALISTISCHEN WELTBILD feststecke. Und die schwerste Hürde (natürlich auch für mich) auf dem Weg zu innerer Freiheit besteht darin, es abzulegen. Genau dieses Weltbild verleitet nämlich auch die „individualistischen“ Anarchokapitalisten zu kollektivistischem Denken: „Noch sind wir zu wenige. Wir müssen mehr werden, um etwas verändern zu können.“ usw.
        Zitat rote_pille:
        „Wenn Sie Angst haben, dass die Gegenseite mehr Einfluss darauf hat, was die nächste Generation denkt, weil das deren Kinder sind, dann ist selbst Kinder zu haben ein unpolitischer und viel effektiverer Weg dem entgegenzuwirken, verglichen mit Reden oder dem Ausfüllen irgendwelcher Wahlzettel.“
        http://juwelen-magazin.com/?p=835
        Ihre „Lösung“ bestünde also darin, als Deutscher selber möglichst viele Kinder zu machen, um der „Umvolkung“ auf diese Weise entgegenzuwirken, d.h. einen persönlichen Beitrag zu leisten, damit die Deutschen wieder mehr werden.
        Wenn es Ihnen jedoch gelingt, das dualistische Weltbild abzuwerfen, dann brauchen Sie sich als Individuum überhaupt nicht mehr klein und bedeutungslos zu fühlen:
        https://www.youtube.com/watch?v=GYlembw-Chk

        • 39

          Ich habe nie gesagt, dass ich mich bedeutungslos fühle. Ganz im Gegenteil: ich fühle mich so bedeutungsvoll, dass ich es für wichtig halte, ob ich denen meine Zustimmung gebe oder nicht. Aus dem Gesagten ist eher zu schließen, dass es umgekehrt ist – Sie sind doch der, der einen Zustand (Kinderlosigkeit) beklagt, den er individuell hätte verändern können. Vielleicht erklären Sie mir noch einmal detaillierter wo jetzt mein angeblicher Fehler liegt und wie ich es richtig machen sollte.

  4. 40

    Leute wie rote_pille dürften es eigentlich in diesem Leben und mit dieser Einstellung nicht bis zum Vater gebracht haben oder noch bringen.
    Warum?
    Weil man mit dem Ehevertrag das Bürgerliche Gesetzbuch akzeptieren muss!

    • 41
    • 42
      • 43

        Dann haben Sie entweder auf dem Standesamt nicht nachgefragt, oder sind nicht verheiratet. Alle Eheverträge gehen auf das Bürgerliche Gesetzbuch zurück!!

        • 44

          Sie warfen rote_pille vor, es „nicht bis zum Vater gebracht [zu] haben“, weil er „mit dem Ehevertrag das Bürgerliche Gesetzbuch akzeptieren muss“.
          Zeugung und Ehe (oder andersherum) mag für Sie zusammenzugehören, aber es mag auch Ehen ohne Kinder und Kinder in Familien ohne Ehebescheinigung geben.

          Ehe und Familie ist in meinen Augen durchaus ein bischen mehr als der Verwaltungsakt auf dem Standesamt.

          • 45

            @lillebror67

            Falls Sie aus der freiheitlichen Ecke kommen, sollten Sie gegen eine offizielle Eheschließung eigentlich nichts einzuwenden haben. Letzten Endes ist auch die Ehe nichts anderes als ein Vertrag. Und Verträge zwischen Menschen sind ein wichtiger Bestandteil objektivistischen Denkens.

          • 46

            Ja, ich bin verheiratet und bin ehelicher Vater. Ich habe nie anderes behauptet oder angedeutet. Doch das ist nicht der Punkt. Die Ehe ist m.A.n. eine Willenserklärung (meinetwegen auch Vertrag) zwischen Mann und Frau. Dafür brauche ich aber die Verwaltung nur insofern, daß eine kirchliche Ehe nur nach dem Verwaltungsakt stattfinden kann. Im Endeffekt geht es auf dem Standesamt nur um Steuern und Haftung.

            Mir ging es nur darum, daß KUNO Zeugung und Ehe gleichsetzt. Und eine Familie kann man auch ohne (staatlichen/verwaltungstechnischen) Eheschein sein. Oder über was reden wir hier bei dem Begriff Familie?

            Zu guter Letzt:
            Was haben persönliche Zuweisungen von KUNO wie die nicht mögliche Vaterschaft von rote_pille oder meine Verortung in die linke Ecke mit der Thematik zu tun.

          • 47

            @lillebror67

            Mein Kommentar bezog sich nur auf ihre Feststellung, dass Nachwuchs auch ohne Trauschein geht. Ich will das gar nicht persönlich werten, sondern bin nur darüber verwundert, so etwas aus liberaler (libertärer?) Ecke zu hören, da gerade unter den Randisten durchaus Leute existieren, die selbst für einen One Night Stand im Vorfeld am liebsten einen Vertrag unterschreiben würden um jedwede „Garantieleistung“ ;-) ausschließen zu können.
            Ich persönlich halte die Ehe bei Kinderwunsch aus rechtlicher und nicht nur aus steuerlicher Sicht durchaus für sehr sinnvoll.
            Daraus ergeben sich für Eltern und Kind Rechte und Pflichten, die sonst gar nicht durchsetzbar wären.

          • 48

            Gerade weil ich die Freiheit so liebe, masse ich mir nicht an, anderen den aus meiner Sicht besten Weg vorzuschreiben noch sie missionieren zu wollen. Nicht mal meiner Frau. Auch dem Nachwuchs nicht, auch wenn ich mich freuen würde, wenn er mir ’nachwachen‘ würde. Wer Teile des von mir vorgelebten übernehmen will, gerne. Genauso ändert sich meine Sicht durch Einfluss anderer.
            Was die Regeln und Pflichten angeht: Diese sollten nur aus mir heraus kommen und meiner selbstgestellen Verantwortung mir und anderen gegenüber entspringen. Dabei gibt es durchaus Überschneidungen mit allgemein akzeptierten Regeln und Pflichten. Wer das (Regel-)Paket im Ganzen will, i.O. Aber mir bitte nicht vorschreiben bzw. mich deswegen nicht diskrimieren oder bestrafen. Und weil neulich die Frage aufkam, welche Regeln bei Anarchie (bedeutet ohne Herrschaft und nicht ohne Regeln) gelten sollten: natürlich die des Opfers (bei Mord an einem Einzelgänger nicht durchführbar. Aber dafür kann man sich ja freiwillig zusammenschliessen). Wer bei Anderen zu Gast ist,, sollte sich deren Regeln anpassen oder zu Hause bleiben.
            Dabei will ich ’s bewenden lassen.

    • 49

      Hier noch ein bisschen ausführlicher: die Akzeptanz, die Sie meinen und die im Konflikt mit dem NAP steht, wäre Zustimmung zu der Aussage, dass das BGB das allgemeine Gesetz sein sollte (genau genommen ist das eher eine Forderung). Durch die Ehe gibt man aber nur die Zustimmung zu der Anwendung bestimmter Paragraphen bezüglich der Ehe auf sich selbst, wie z.B. den Regelungen wie das Eigentum im Fall einer Scheidung verteilt wird. Das ist problemlos mit dem NAP vereinbar, denn es sind nur Regeln, die man sich selbst auferlegt. Wer den Text dazu erfunden hat ist nicht wichtig. Diese Regeln würden übrigens selbst nach der Auflösung des Staates und der Abschaffung sämtlicher staatlicher Gesetze weiterhin für die Menschen gelten, die unter diesen Bedingungen geheiratet haben.

      • 50

        Und bevor jemand aus der Sekte, der Herr Breunig angehört, irgendwas missversteht: die Eheschließung ist zweifellos ein Ausdruck der Zustimmung zu den Regeln, da diese wohl bekannt sind und man keine Unannehmlichkeiten zu erwarten hat, wenn man sie nicht eingehen will. Genauso verhält es sich mit den Regeln in einem staatlichen Bahnunternehmen, die man durch die Bahnfahrt für die Dauer der Bahnfahrt akzeptiert und die durch Schilder kommuniziert werden. Oder Hartz 4, mit dessen Bezug man auch die dazugehörige, allseits bekannte Sanktionsmöglichkeit akzeptiert, solange man die Leistungen beziehen will. Aber man akzeptiert nicht, dass man zum Sklaven der BRD wird, wenn man einen Personalausweis beantragt, erstens weil man Unannehmlichkeiten zu erwarten hat wenn man es nicht tut, und zweitens weil nirgendwo im Gesetz eine Verbindung zu einer derartigen Zustimmung hergestellt wird, die dem Personalausweisträger bewusst macht, was er angeblich tut (wahrscheinlich ist dieser Zusammenhang sowieso nur ein Hirngespinst der Sektenangehörigen) während es klar ist, dass kein Mensch damit einverstanden wäre, eine solche Zustimmung zu geben.

      • 51

        Das Bürgerliche Gesetzbuch ist keine Forderung, sondern Gesetz und regelt unter anderem auch die Beziehungen von Eheleuten untereinander.
        Nicht Gerhard Breunig gehört einer Sekte an, sondern es sind das die Anarchisten
        mit dieser einfältigen und bornierten Ablehnung von Ordnung überhaupt!
        Wäre alle Macht im „Staate“ bei der Industrie gewesen, wären weder bedeutende Kulturbauten entstanden, noch hätte die Bevölkerung zum Einsatz für den Staat mobilisiert werden können.
        Begreift endlich, dass Unternehmen immer und überall nach Gewinnmaximierung streben! Deshalb sind Kulturbauten in deren Sicht nur unnütz Kostenfaktoren.
        Begreift auch endlich, dass die Konzentration der Unternehmen zu immer weniger und immer größeren Konzernen wem nützt? Na den Chinesen! Weil diese in Zukunft, ohne Regulierung des Handels, die weitaus größten Konzerne stellen werden. Dann werden alle amerikanischen Firmen aufgekauft!
        Wenn Euch das nicht gefällt, müsst Ihr eben nach Protektionismus und Regierungskontrolle rufen!

        • 52

          @ Kuno: ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber dort hieß es, dass Unternehmer die nützlichsten Idioten der staatlichen Intervention waren und sind. Ich habe das nie geglaubt. Jetzt lese ich Ihre Beiträge und stelle fest, dass es stimmt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

          • 53

            Wenn hier Kritik an meiner obigen Darlegung gebracht wird, dann sollte diese auch sachbezogen sein, genau das ist mit der Behauptung „Geschwafel“ nicht der Fall. Von wem werdet Ihr Trolle den bezahlt, dass Ihr sofort losbellen müsst, wenn ich einen einfachen Zusammenhang herstelle?
            Das ist sowas von primitiv!
            Ich habe vor Jahrzehnten in mündlichen Diskussionen, es ging um die neuen nuklearen US Raketen gegen die Sowjets, Polen, DDR etc, genau diese „Nachrüstung“ als Vorrüstung bezeichnet und bin von einigen Mitdiskutanten dann aufgefordert worden „doch in den Osten zu gehen“.
            Ich weiß, dass obige Trolle das nicht begreifen und wahrscheinlich genauso reagieren würden. Eben weil der Verstand fehlt, einfachste Zusammenhänge zu verstehen. Denn genauso haben die Diskutanten am anderen Ort, in Ostberlin, in Prag, oder Dresden reagiert. Nur das man da nicht sagen konnte…dann geh doch in den Westen! Das ist der einzige Unterschied!
            Was wäre denn passiert, wenn statt Gorbatschow ein Scharfmacher (nein, nicht Putin!) Präsident geworden wäre? Dann hätten all diese Holzköpfe nichts mehr zu bellen gehabt, weil bei einer mittleren Umgebungstemperatur von fünftausend Grad Celsius (je nach Entfernung auch deutlich mehr) die Hirne sehr schnell verschmort wären.
            Als ob nicht jeder BW Student die einfache Logik, wie Gewinnmaximierung und Kulturbauten zusammengehen könnten, schnell beantworten könnte.
            Ihr seit leider Speichellecker chinesischer Konzerne, denn diese werden am Ende des ungesteuerten Konzentrationsprozesses ganz oben stehen!
            Dann solltet Ihr Euch schon mal mit den Gepflogenheiten innerhalb der Unternehmen in China vertraut machen. Wenn nicht (z.B. ungehmigter Toilettenbesuch während der Arbeitszeit), droht Abmahnung und sofortige Entlassung. Aber damit habt Ihr Euch nie befasst, das perlt an Euch ab.
            Ihr habt maximal drei Bücher gelesen und argumentiert dann entsprechend gemäß den Pawlowschen Reflexen.

          • 54

            Nee, nee, Kuno, nicht die „Trolle“ sind primitiv. Was durch den ersten Satz schon klar wird. Wegen des Begriffs „Geschwafel“ – und es ist und bleibt Geschwafel – beleidigt zu sein aber andere als Trolle zu diffamieren. Was Sie übrigens nicht zum ersten Mal machen. Immer, wenn Sie nichts zu argumentieren haben, dann bezichtigen Sie andere als Trolle. Ein Totschlagargument par excellence – und eines so eloquenten Mannes wie Sie ganz offensichtlich nicht peinlich. Und auch aus Ihrem Post schreit der Kollektivismus aus allen Poren. Sicherlich wird es solche Unternehmen geben. Aber wieviele haben Sie von innen gesehen? Wenn Sie nicht nur alles wieder aus Ihren 3+ Büchern haben. Und damit schließen Sie auf die Allgemeinheit? Und das ist nicht primitiv? Sie sind doch auch dieser Putin-Verehrer, nicht wahr? Was sagen Sie dann dazu? http://www.achgut.com/artikel/donald_trump_der_siebener_im_lotto_fuer_die_feinde_des_westens
            Und um mit Ihren Worten zu sprechen: „Aber damit haben Sie sich nie befasst, das perlt an Ihnen ab.“ Sie können einem wirklich leid tun.

          • 55

            @ Kuno
            Wer viel redet oder mitzuteilen hat, der macht sich mehr angreifbar wie andere.
            Sie argumentieren hier mit Libertären, die aber alles andere als liberal sind, sobald ein abweichender Zugenschlag ertönt!
            Das ist wie bei den Affen; der Außenseiter wird gemobbt. Bei den Hyänen sogar totgebissen.
            In der Sache haben Sie Recht. Wenn ich ein Arzt wäre, was mir schon unterstellt wurde, dann wäre ich auch Unternehmer. Aber eben Kleinunternehmer und dann verbindet mich mit einem multinationalen Großkonzern überhaupt nichts. Genauso, wie ein Großkonzern wie Opel (GM) vor Jahren oder VW heute mit kleineren Unternehmen umsprang. Das dumme Gefasel von Solidarität zwischen Großkonzern und Zulieferfirma ist unrealistisch.
            Ich weiß auch um die Brutalität im realen Geschäft. Jeder weiß das.
            Es geht nur darum, das auszublenden oder zur Kenntnis zu nehmen.
            Mein Rat: weniger hier mitteilen.
            Dann haben Affen und Hyänen weniger anzugreifen.

        • 56

          Oh Mann, Kuno. Muss man Ihnen die einfachsten Sichtweisen wirklich immer wieder darlegen? Ich kann gar nicht glauben, dass Sie wirklich Unternehmer sind. „Begreift endlich, dass Unternehmen immer und überall nach Gewinnmaximierung streben! Deshalb sind Kulturbauten in deren Sicht nur unnütz Kostenfaktoren.“ Zum ersten Teil: Stimmt, weil sie auch für schlechte Zeiten vorsorgen müssen, weil sie auch dann ihre Mitarbeiter bezahlen müssen, wenn es mal nicht so toll läuft. Weil sie reprarieren, neu anschaffen und inverstieren müssen. Zum zweiten Teil. Kulturbauten können dann finanziert werden, wenn Geld dafür da ist. Was viele Unternehmer auch tun. Aber eben nach ihrem eigenen Gusto, nach ihrem eigenen Dafürhalten. Und nicht per Raubabgabe für Dinge, die Investoren grundsätzlich – aus allen möglichen Gründen – nie gutheißen würden. Wahrscheinlich weil sie unnütz sind, zu teuer oder schlichtweg überflüssig.

          „Wäre alle Macht im „Staate“ bei der Industrie gewesen, wären weder bedeutende Kulturbauten entstanden, noch hätte die Bevölkerung zum Einsatz für den Staat mobilisiert werden können.“

          Zum ersten Teil: Wer sagt das? Womit belegen Sie das? Mit nichts. Geht auch nicht anders, eben weil es Geschwafel ist.
          Zum zweiten Teil: Wer ist denn der Staat, Kuno? Ist es nicht die Bevölkerung? Wieso muss die für sich selbst mobilisiert werden? Warum sollte sie an ihrem Erhalt nicht selbst interessiert sein? Sie lassen in Ihren Aussagen jegliche Logik vermissen. Das, was Ihre Aussagen auszeichnet, ist eine Unterwürfigkeit sondergleichen. Und das ausgerechnet hier. Zum Fremdschämen.

  5. 57

    Wer Eheschließung und Zeugung trennt, beweist hier ohnehin seine grundsätzlich linke Lebenseinstellung.
    Denn genau das, nämlich die Zerstörung der traditionellen Familie betreiben die 68er mit Erfolg seit Jahrzehnten.
    Wer diese Zerstörung nicht will, muss sich grundsätzlich anders definieren.
    Wer sich aber anders definiert, aber diese Zerstörung auch will oder akzeptiert, kann sich nicht anders als LINKS definieren. Oder er sagt die Unwahrheit.

    • 58

      @ KUNO

      Sie mit Ihrem eindimensionalen LINKS/RECHTS Denken.

      Wie haben es nur all die Lebewesen die letzten 3 Milliarden Jahre geschafft sich fortzupflanzen, ohne staatlich abgesegneten Ehevertrag?

      Durch solche Kommentare verdeutlichen Sie nur, wie sehr Sie ein Untertan sind. Sie brauchen sogar zum Ficken ein ausgefülltes Formular und Ihr Herrscher muss Ihnen hochamtlich bestätigen, dass Sie jetzt auch wirklich mal ran dürfen.
      Das ist einfach nur erbärmlich.

    • 59

      Bei allem Respekt, Herr Kuno, aber haben Sie einen an der Waffel? Wer Kinder zeugt und nicht verheiratet ist, ist links? Bei einem solch idiotischen Geschwurbel kann einem ja nur schlecht werden. Sie sind in ihren engen geistigen Möglichkeiten derart eingeengt, dass Sie einem nur leid tun können.

  6. 60

    Es findet wirklich ein Krieg gegen die Familie statt. Am schlimmsten empfand ich die Zeit in staatlichen Schulen meiner jetzt erwachsenen Kinder. Hat man sich für ihre Rechte eingesetzt (sag der Lehrerin, ich zahle keinen Geldbetrag für vergessene Hausaufgaben, ich zahle ihr überhaupt nichts und ich kaufe auch keine Geschenke für andere Kinder), dann wurde das Kind von der Lehrerin gemobbt. Eines meiner Kinder sagt im nachhinein: die Schule war doch wirklich fürs Leben. Ich wäre ohne diese Schule doch im Traum nicht darauf vorbereitet gewrsen, wie schlecht die Menschen sein können. Die Familie wird nicht untergehen. Wenn alle Kassen leer sind, wird sie sich wieder finden.

  7. 61

    @ Ralf Pöhling und rote_Pillle
    Leider lügt die deutsche Wikipedia, wenn es um die Mitschuld oder Hauptschuld des 1. Weltkriegs geht, systematisch und ausdauernd.
    1. Der deutsche Kriegsschiffbau blieb nach Anlaufen des kaiserlichen Flottenaufbauprogramms hinter den Neubauten und Erweiterungen Englands zurück.
    Somit stellte die deutsche Flottenpolitik überhaupt keine Gefahr für die britische Flotte dar, denn die zahlenmäßige Überlegenheit der Briten nahm nicht ab, sondern zu!
    2. Die deutschen Großschiffe errangen bei internationalen Wettbewerben immer wieder das „blaue Band“ für die schnellste Atlantiküberquerung.
    Infolgedessen wurden immer wieder deutsche Großschiffe nach Amerika, aber auch nach England verkauft. Allein diese unsinnige liberale Handelspolitik beschädigte erheblich den von Admiral v. Tirpitz angestrebten Flottenaufbau.
    Wikipedia und andere Gutmenschen begreifen auch nicht, wozu Deutschland überhaupt eine Kriegsflotte brauchte. Deutschlands Außenhandel war nach 1898 deutlich stärker gewachsen wie der britische Außenhandel und deshalb mussten die Handelsschiffe und die Handelswege zur See gesichert werden.
    Wenn England dieses Recht besass, dann musste dies auch für Deutschland gelten!
    Nach der Reichsgründung 1971 hatte Deutschland überhaupt nicht aufgerüstet, sondern die militärische Kraft Preussens wurde nun durch die übrigen deutschen Länder verstärkt. Deshalb trat, nachdem Frankreich und Russland nicht bereit waren die teils bereits vollzogene Mobilisierung zurück zunehmen, Anfang August 1914 auch die preussisch- deutsche Armee an.
    Die Kriegserklärung Englands erfolgte, weil Deutschland potentiell der größte Gegner war. Freundschaftliche diplomatische Noten hin oder her.
    Die Verletzung der belgischen Neutralität war nur vorgeschoben, denn England benutzte ebenfalls hauptsächlich belgisches Territorium zum Kampf gegen Deutschland.

    • 62

      @Kuno

      Dass Wikipedia „links“ tickt, ist bekannt. Das oben von mir gebrachte Zitat diente dennoch, im Rahmen meiner vorher gebrachten Kommentare, der Beweisführung.

      Zitat von Dir:“Deutschlands Außenhandel war nach 1898 deutlich stärker gewachsen wie der britische Außenhandel und deshalb mussten die Handelsschiffe und die Handelswege zur See gesichert werden.
      Wenn England dieses Recht besass, dann musste dies auch für Deutschland gelten!“

      Darauf wollte ich ja hinaus. Deutschland war für Großbritannien der Hauptkonkurrent. Wirtschaftlich wie auch machtpolitisch. Dazu nochmals der Verweis auf „Made in Germany“, welches ja ursprünglich als Stigma auf deutschen Waren angebracht wurde, um jedes Mitglied des Empire davon abzuhalten, deutsche Konkurrenzprodukte zu kaufen. Das hat bloß nicht gefruchtet, weil deutsche Produkte einfach besser waren als britische.
      Also musste man das Problem anders lösen. Der Rest ist Geschichte… ;-)

  8. 63

    Korrekt, mein lieber Ralf.
    Das Kriegsziel Frankreichs bestand fast ausschliesslich in der Eroberung von Elsass und Lothringen. Hegemonie auf dem eurasischen Kontinent hat keine Macht anstreben können, denn dann hätte Frankreich nicht das Bündnis mit Russland suchen müssen und umgekehrt. Einen europäischen Kontinent gibt es nicht; letzteres an die Adresse der roten Pille.

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