Bis zum letzten Atemzug – Eine Liebeserklärung an den Kapitalismus

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Ich weiß es ist unschicklich – besonders in diesen Zeiten – dem Kapitalismus eine Liebeserklärung zu machen. Und es macht überhaupt nicht beliebt. Es ist geradezu ein Affront gegen den Zeitgeist, wenn man gebetsmühlenartig daran erinnert, dass vom echten Kapitalismus nur noch kümmerliche Reste vorhanden sind und wir uns mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit in eine Welt bewegen, die sich nicht nur vom Kapitalismus immer weiter entfernt ist sondern diesen – und das ist fast noch schlimmer – zudem mit falschen Bewertungen und Beschreibungen diskreditiert und vergewaltigt, die jedem klar denkenden Menschen die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte.1200x900-1-280x210

Dies passiert aber keineswegs, ganz im Gegenteil.

Es scheint so zu sein, dass „Finanzkrisen“ immer dazu führen, dass wir uns den selbsternannten Heilsbringern anvertrauen, die von einer Welt phantasieren, wo dem „schnöden Mammon“ der Garaus gemacht werden soll. Tausende von Menschen protestieren gegen „ausufernde Finanzmärkte“ und „unkontrollierten Turbokapitalismus“ und selbstverständlich für den guten Karl Marx, der immer dann aus der Mottenkiste geholt wird, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind und nach einem Erretter unserer selbstgemachten Probleme suchen.

All die, die von dem großen Kuchen des immer größer werdenden Reichtums eigener Aussagen zufolge nicht oder nicht genug profitiert haben, springen entrüstet auf und schreien um Hilfe. Hilfe in der Form, dass diejenigen, die ein Stück abbekommen haben, gefälligst teilen sollen.

Es geht also gar nicht darum, dem System des asozialen Falschgeldsystems auf die Füße zu treten.

Es geht einzig und allein darum, dem Falschgeldsystem inhärenten Wohlstand auf Pump an die zu verteilen, die nicht in gewünschter Form abgesahnt haben und dies nun eiligst nachholen wollen.  Der „Kapitalismus“ soll eigentlich gar nicht weg – her soll die Umverteilung! Und die wird dann publikumswirksam umformuliert – irgendwas mit „sozial“ muss drin sein, auch „Gemeinwohl“ kommt gut!

Ich hingegen werde nicht müde, dem Kapitalismus meine Liebe zu erklären. Wenn der Kapitalismus zu wählen wäre, ich würde es tun! Mit der vollsten Überzeugung und der lautesten Stimme, die ich aufzubieten habe.

Ich werde nicht vergessen, welchem Phänomen ich meine warme Wohnung zu verdanken habe. Ich werde auch nicht vergessen, wie viele Menschen in diesem Land von Armut sprechen und noch keinen einzigen Tag hungern mussten. Ich werde auch nicht vergessen, welchem glücklichen Umstand wir es zu verdanken haben, dass wir es uns trotz der permanenten Missachtung ökonomischer Gesetzte leisten können, mehr über die Missstände zu nörgeln als aus purer Not etwas dagegen unternehmen (zu müssen).

Wir werden sie nun jeden Tag deutlicher zu spüren bekommen – sofern wir die Augen geöffnet haben – die logische Konsequenz daraus, dem einzigen Mittel, was Wohlstand und eine nicht demütigende Sicherheit garantiert, dermaßen bösartig in den Hintern zu treten; wenn man alles verleugnet, was der Menschheit Unabhängigkeit und Freiheit gebracht hat.

Es ist nicht das Kapital, dem gehuldigt wird, es sind der Konsum und der Kredit, die wie eine Gottheit angebetet werden, fein garniert mit einer Bürokratie, die dem erarbeiteten Wohlstand zunehmend die Luft abwürgt. Es ist faszinierend, dass ganz offensichtlich viele davon immer noch mehr haben wollen. Mehr von denen, die nur deshalb immer noch ihre hohlen Phrasen von sozialer Gerechtigkeit auf Steuerzahlerkosten von sich geben können, weil der komatöse Kapitalismus selbst in diesem Zustand noch leistungsfähiger ist als der Gemeinwohl-Nonsens, der uns als Allheilmittel verkauft wird. Ein Märchen, das nur deshalb noch für erstaunlich viele glaubhaft erzählt werden kann, weil es zum einen viele fleißige Menschen gibt, die den politischen Parasiten den dafür benötigten Atem finanzieren und zum anderen ein Falschgeldsystem existiert, dass es diesen Schaumschlägern ermöglicht, damit noch nicht einmal auskommen zu müssen.

Ich möchte hier (dieser Mann muss einfach immer wieder erwähnt werden) einige Worte von Roland Baader zitieren, der es geschafft hat, die Dinge mit wenigen Worten und mit messerscharfem Verstand auf den Punkt zu bringen.

„Es sind, wie bereits erwähnt, zwei morsche sozialistische Grundpfeiler, die man der Marktwirtschaft untergeschoben hat und die das Gebäude des Kapitalismus zum Einsturz bringen werden: Das staatsmonopolistische und ungedeckte Papiergeld – und die zentralplanwirtschaftlich manipulierten Zinsen. Solange das Geld staatlich ist – also auf Zwang und Konkurrenzlosigkeit beruht, kann es nirgendwo auf der Welt einen Kapitalismus geben, der diesen Namen verdient. Eine kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit sozialistischem Geld und sozialistischem Zinsdiktat: Das wird immer ein Junkie bleiben, der sich nur mit zunehmenden Drogengaben wohlfühlt, um letztlich doch zusammenbrechen (…)

Seit Abschaffung des Goldstandards und der nachfolgenden keynesianischen Verirrung des politischen und ökonomischen Denkens haben die westlichen Industriestaaten keinen Kapitalismus mehr, sondern eine Ökonomie, die aus einem halbstaatlichen Körper (= staatsversumpftem Kapitalismus) mit sozialistischem Blutkreislauf (=ungedecktem Papiergeld) und sozialistischen Wegweisern (= planwirtschaftlich fixierten Zinsen) besteht. Die schwere Erkrankung verläuft als euphorisches Siechtum. Und die diesem System entsprechende Nationalökonomie ist keine Wissenschaft mehr, sondern ein Voodoo-Quacksalbertum von beschämender Ignoranz.“ (Roland Baader, Geldsozialismus, 2010)

Und so ist der  Kapitalismus in seiner reinen Form eine Privatrechtsordnung, in der die wesentlichen Freiheitselemente der Person unangetastet bleiben: Körper und Leben der Person, ihr Eigentum und die Vertragsfreiheit.

Diese Beschreibung, die zutiefst menschenwürdig ist, wird von jenen, die gar kein Interesse daran haben, dass alle ihr Eigentum schützen und die Vertragsfreiheit eines jeden befürworten, negativ belegt.  Das macht in der Konsequenz auch durchaus Sinn – schmälern doch die gleichen Rechte eines jeden (also auch derer ohne innehabende Macht und Sonderprivilegien) die Rechte der Profiteure.

„Im Kapitalismus werden nur die beschützt, die eh schon alles haben!“ Dies ist – mit Verlaub gesagt – hanebüchener Unsinn. Dies ist genau der gleiche Unsinn ignoranter Dilettanten, die auch das Hohelied auf den Todfeind „Neoliberalismus“ singen.

Der Kapitalismus ist vollkommen unparteiisch und absolut neutral. Wer nicht neutral ist, ist derjenige, der lenkend eingreift und Interessen umleitet. Im reinen Kapitalismus trägt jeder für sein Tun Verantwortung, persönliche Haftung inklusive; genau gegen dieses eherne Gesetz wird aber in unserem „Pseudo-Kapitalismus“ verlässlich verstossen.

Gerade die Menschen, die keine Lobby haben, würden vom echtem Kapitalismus profitieren, denn die Einflussnahme durch mächtige staatssubventionierte und bis zum Exzess hochgemästete Finanz-  und Kartellmärkte, die permanent auf Kosten „der Kleinen“ profitieren, könnte es in dieser Form nicht geben. Die Monopolbildung ist nur dann möglich, wenn der Staat eingreift und genau die schädigt, die er vorgibt zu beschützen.

„Ein Unterschied allerdings (zwischen Kapitalismus und Marktwirtschaft) ist bedeutsam, der heute von vielen verschwiegen wird: Marktwirtschaft und Kapitalismus sind nicht dasselbe. Die Marktwirtschaft setzt auf den Wettbewerb, auf Miteinander durch Gegeneinander, auf Reibung, Austausch und Kooperation zwischen Kapital und Arbeit. Marktwirtschaft und Monopol sind zwei Begriffe, die sich abstoßen. Wer Marktwirtschaft sagt, der sagt auch Staat.

Wer Kapitalismus sagt, der sagt auch Staat, aber er sagt es in verächtlichem Ton. Er verlangt dessen Unterordnung. Sein heimliches Ideal ist die staatsfreie Zone. Er will die Gesellschaft aufspalten in ihre Atome, und weil er ahnt, dass ihm das nie ganz gelingen wird, versucht er, Staatlichkeit zu narkotisieren. Nur ein Staat, der vor sich hindämmert, ist für den Kapitalisten ein guter Staat“

Ja, genau, das ist der Unsinn, der Menschenhirne verrückt werden lässt.

Wer also für Marktwirtschaft ist, der ist für den Staat, wer Kapitalismus sagt, der ist auch für ihn, aber nur in „verächtlichem Ton“ und will ihn im „narkotisieren Zustand“. Und so etwas stand im „Handelsblatt“, was das Ganze noch subtiler wirken lässt. Eine „marktfreundliches“ Blatt, das sich sozialkritisch mit dem Kapitalismus auseinandersetzt – wahrlich eine Meisterleistung.

Dabei ist es gerade der Staat, der aufgrund seines Monopols der Geldausgabe durch die “staats”-eigenen Zentralbanken, seinen unbegrenzten Möglichkeiten zur permanenten Kreditaufnahme und der Alleinstellung als gesetzlich legitimierter Eintreiber des Geldes anderer Leute eine absolute Sonder- also Monopolstellung hat und diese gnadenlos zwecks Ausbeutung und eigener Vormachtstellung zu nutzen weiß. Es wird uns suggeriert, dass der Staat für Gerechtigkeit sorgt und wir diesen zum Schutz vor „menschenverachtenden Kapitalisten“ brauchen. Dabei ist gerade der Staat es, der diejenigen ausgrenzt, die über die Privilegien des Staates nicht verfügen (können).

Wir haben einen staatlich gelenkten Ausbeutungsmechanismus namens Fiat-Money, der den Banken unfassbare Gewinne bei null Risiko garantiert, wir haben ein „Erneuerbare-Energien-Gesetz“, das in extremer Weise genau diejenigen subventioniert, die es eher nicht nötig haben, wir haben ein Renten- und Krankenversicherungssystem, das aufgrund der enormen „Attraktivität“ zwangsweise betrieben werden muss und nur aufgrund milliardenschwerer Zuweisungen aus Steuergeldern seinen permanenten Bankrott verschleiern kann.

Wir haben gerade in den Bereichen Monopolisierung, wo der Staat eingreift und lenkt. Zudem befürworten wir ein Steuersystem, das die Menschen, die ihr eigenes Geld vor dem Staat in Sicherheit bringen wollen (und dies auch können), zutiefst moralisch verteufelt werden und haben gleichzeitig kein Problem damit, wenn „Staatsdiener“ das erarbeitete Geld anderer verschwenden und veruntreuen. Steuerhinterzieher sollen Verbrecher sein, der Staat hingegen, der das Geld durch permanente Inflationierung vollständig entwertet, der Retter in der Not.

Ich weiß ja nicht so recht, aber kann es sein, dass wir die Orientierung verloren haben; dass wir den falschen Gott anbeten? Dass wir dringend umdenken sollten, bevor wir von den nachfolgenden Generationen als die ignoranteste ihrer Art identifiziert werden? Als die Generation, die noch so vieles in der Hand hatte und so wenig daraus gemacht hat?

Ich werde den Kapitalismus verteidigen – bis zum letzten Atemzug.

Kein einziger Kapitalist – und mag er noch so mächtig sein – kann mich in meiner Freiheit so massiv einschränken wie der unbedeutendste Bürokrat mit einer winzigen Vorschrift. Ich werde den Teufel tun und einem System huldigen, wo diese Willkür an der Tagesordnung ist.

(Auszug aus „Bis zum letzten Atemzug“)

 

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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5 Comments

  1. 1

    Jede Theorie muss sich einem Lackmustest unterziehen. Der Freiwilligkeit. Die Menschen haben ein Recht auf Glück, oder eben auch auf Unglück. Solange sie dies nicht anderen aufzwingen wollen.

  2. 2

    Es ist wohl so, dass es diesen „idealen“ Kapitalismus nie gegeben hat und nie geben wird. Meiner Einschätzung nach ist das auch gut so.
    Er ist nämlich eine Experiment mit unbekanntem Ausgang. Jedes System entwickelt sich nämlich weiter. Was aus dem System wurde, was im Westen nach dem 2. Weltkrieg eingerichtet wurde, ist letztendlich das geworden, was wir heute haben. Dieses System wird durch die Regeln eines Geldsystems in Bahnen gelenkt, die bestimmten Kreisen dienen und die die einfachen Menschen nicht verstehen. Und das System was wir heute haben, muss auf friedliche Weise in ein System überführt werden, was nachhaltig ist und was dem Menschen dient und nichts anderem.
    Das ist die 1. große Schwierigkeit, die vor uns steht.
    Anschließend muss das neue System so gestaltet werde, dass es nicht durch bestimmte Kreise so verändert werden kann, dass es nicht mehr den einfachen Menschen dient.
    Das ist die 2. große Schwierigkeit.
    Das neue System wird ebenfalls durch die Regeln eines Geldsystems bestimmt, aber anderen. Viele Dinge, die die Entwicklung zum heutigen System ermöglicht haben, wird es nicht mehr geben, z.B. wird niemand mehr allein von Geld leben können. Mit Geld Geld zu verdienen, wird nicht mehr möglich sein. Es wird auch nicht mehr möglich sein, mit Geld Macht zu erlangen und auszuüben.
    Wie das System heißt und wie es eingerichtet werden kann, weiß ich nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, das in seinem Namen das Wort Kapital vorkommt, geschweige denn, dass es etwas mit Kapitalismus zu tun hat.
    Die Einführung eines solchen Systems wird die größte Schwierigkeit sein.
    Denn durch Manipulation sind die Menschen derart indoktriniert, dass sie sich der Überführung in ein besseres System widersetzen werden.

    • 3

      Doch, Herr Engelking, es hat ihn fast ideal gegeben. Das war die Zeit, in der Amerika zum reichsten und freiesten Land der Erde geworden ist. Zugegeben, das ist lange vorbei. Heute ist Amerika bankrott und weit weg von Freiheit. Das ist dem massiven Sozialismus zu verdanken, der mit dem „New Deal“ seine verhängnisvolle Ausweitung fand. Was verstehen Sie unter „einfachen“ Menschen. Und wie wollen Sie zu Wohlstand kommen, wenn in Ihrem Wortschaft das Kapital fehlt? Wie soll denn investiert werden, wenn nicht mit Kapital? Ich habe eher den Eindruck, dass Sie sehr manipuliert sind. Sie lehnen etwas ab, was Wohlstand bringt, gerade für die „einfachen“ Menschen wie Sie sie nennen.

    • 4
    • 5

      Zunächst einmal muss vorhandene wirtschaftliche Macht, die Unternehmen weltweit gegenüber Angestellten haben, austariert werden. Dazu sind weder die Unternehmerverbände noch sonst jemand bereit. Die Gewerkschaften sind dann ein Übel, wenn deren Macht nicht austariert werden kann. Ein Beispiel hierfür ist die Bildung von Schwerpunktstreiks bei Zulieferbetrieben.
      Im Ergebnis erzielen dann die Gewerkschaften bei minimalen Einsatz und Risiko ein maximales Ergebnis. Die richtige Antwort hierauf stellt die Aussperrung dar: Betriebe, die nicht bestreikt werden, aber infolge der Streiks bei Zulieferern nicht arbeiten können, sollten das Recht haben die eigenen Angestellten auszusperren und die ausgefallenen Arbeitstage durch die Gewerkschaft bezahlen zu lassen.
      Aber die Notwendigkeit Macht auszutarieren betrifft auch die Unternehmen.
      So schreibt Dr. Platt in seinem lesenswerten Buch „die Hormonrevolution“, dass die internationalen Pharmakonzerne die Pharmaforschung bereits fast vollständig beherrschen. Das führt dazu, dass alternative (d.h. billigere) Arzneien nicht nur nicht erforscht werden, sondern die Fprschung verhindert wird. Denn es gilt das Prinzip der maximalen Profitbildung.
      Oder, bereits in den sechziger Jahren, als Berichte über die Gesundheitsschäden von Zucker unterdrückt und durch eigene Berichte manipuliert wurden. Alles bekannt, aber nur für den der das sehen will.
      Jahrzehntelang wurde, obwohl es hinreichend Beweise gab, den Frauen in den Wechseljahren Östrogene verabreicht. pharmazeutische Östrogene wirken aber, da nicht körpereigen, krebserregend.
      Heute geht man in den USA davon aus, dass an weit über 200.000 damit behandelte Frauen heute noch leben könnten.

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