Sklaverei reloaded!

flickr. / European Parliament

Kennen Sie die Momente in Ihrem Leben, wo alles in Ihnen schreit: „DAS IST NICHT GUT! GANZ UND GAR NICHT GUT!“? Was tun Sie in solchen Momenten? Versuchen Sie das ganz und gar nicht Gute abzuwenden? Oder ziehen Sie Ihren Kopf ein und hoffen, dass der Sturm an Ihnen vorüberzieht und Sie so unbeschadet wie möglich davonkommen?

In der richtigen Welt eines Jeden von uns wird genau dies immer wieder passieren. Wir sehen die Dinge kommen und reagieren. Entweder versuchen wir die Dinge zu verändern oder wenn uns das nicht mehr gelingt, dann hoffen wir, dass der Schrecken nicht allzu lange dauert.

Aber wir reagieren – mal ängstlich, manchmal zögerlich, gelegentlich zu langsam oder auch zu schnell. Aber wir reagieren! Wir reagieren, indem wir die Dinge – hoffentlich! – nicht noch einmal oder gar mehrmals wiederholen und damit das gleiche Ungemach immer und immer wieder hinaufbeschwören.

Nicht so in der planwirtschaftlichen Parallelwelt eines Zentralbankers. Egal, woher der Zentralbanker stammt … ob aus Europa, den USA oder aus Japan.

Sie alle sind Magier!

Und Magier haben es gar nicht nötig, zu reagieren, wenn sie bemerken, dass an ihren Handlungen etwas bis alles falsch ist. Sie glauben, dass wenn sie den gleichen Fehler nur oft genug wiederholen, er sich irgendwann in einen Segen verwandelt. Das wäre grundsätzlich nicht weiter schlimm, wenn es ihre eigenen Fehler wären, die sie beständig wiederholen und wenn sie vor allem selbst dafür gerade stehen müssten. Aber genau das geschieht nicht!

Das, was Mario Draghi und Kollegen uns zum Teil seit Jahrzehnten angedeihen lassen, wird unser aller Leben gewaltig auf den Kopf stellen – und uns zu armen Wichten degradieren. Einer Form von Sklaverei, die zwar keine Fesseln an den Füßen bedeuten wird, aber

Seit 2008 haben die Zentralbanken weltweit die Zinsen über 500 Mal gesenkt und inzwischen über 10 Billionen US-Dollar gedruckt. Mit dieser Entscheidung haben die Magier uns vor der wichtigen Einsicht bewahrt, dass ein Wohlstand auf ungedecktem Kredit ungesund ist. Sie haben uns weisgemacht, dass die Märkte versagt haben und sie haben uns glauben lassen, dass sie die Welt wieder in Ordnung bringen. Nun… schaut man sich die Entwicklung in den letzten Jahren an, stellt man einfach nur fest, dass keine Verbesserungen eingetreten sind. KEINE Verbesserungen! Nicht eine einzige!

Die Magier haben nur die Fallhöhe nach oben geschraubt und den Tag der Wahrheit nach hinten verschoben. Sie haben Gott gespielt und sie spielen ihn weiterhin. Und die meisten Menschen lieben sie dafür. Die meisten Menschen mögen es, wenn sie sich im Augenblick mit der unangenehmen Wahrheit nicht beschäftigen müssen … weil sie hoffen, dass der Eintritt der verschobenen Wahrheit in der Zukunft aus unerklärlichen Gründen ausfällt.

Mario Draghi hat mit seinen vielen fatalen Entscheidungen, zuletzt im März 2016, als er den Leitzins auf das historische Tief von 0,00 % senkte und eine Strafgebühr für Banken beschloss, den Weg in den finanziellen Untergang beschleunigt.

Mit seiner Überlegung (und es ist bei diesen Herrschaften nur ein winziger Schritt von der „Überlegung“ zur Umsetzung), ähnlich wie sein Verbrecher-Kumpel Ben aus den USA, nun die Bürger Europas mit „Helikopter-Geld“ zu beglücken, ist er auf dem direkten Weg in den Wahnsinn.

Er spricht davon, dass die EZB davon überzeugt sei, dass „QE“ (oder anders: Geldschwemme für Deppen) einen „signifikanten zusätzlichen Effekt“ auf die Wirtschaft haben werde. Ja, lieber Herr Draghi, davon gehe ich auch aus. Es wird äußerst „signifikant“ – die Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren wird im Vergleich als ein laues Lüftchen in die Annalen eingehen.

Mal davon abgesehen, dass außer den Pleitekandidaten kein Mensch das wertlose Papierzeugs haben will, sollte man eines nicht vergessen: Wenn grundsätzlich gewinnorientierte, von der Planwirtschaft gehätschelte und durch die Politik geschützte „Marktteilnehmer“ ihr Geld nicht mehr investieren wollen, dann sollte man sich fragen, warum das so ist. Nun will aber die EZB unbedingt, dass die Banken Kredite vergeben… „weil ohne Kredite die Wirtschaft nicht prosperiert!“

Bleibt Ihnen auch das Lachen im Halse stecken?

Das alles hat man doch schon hinter sich… die Kreditversorgung in Unternehmungen, die man nur und ausschließlich vorgenommen hat, WEIL das Geld so billig war. Die ein echter Unternehmer NIE getätigt hätte, wenn er bei Verstand gewesen wäre. Begründet wird der ganze Zauber mit der so überaus gefürchteten Deflation. Auch hier… lebe ich in einer anderen Welt?

Seit Ewigkeiten wird die Welt mit Geld geflutet. Wenn dieses wertlosen Zettelchen niemand, der noch klar denken kann, haben will, dann ist das kein Zeichen von Deflation, lieber Herr Drahgi, dann ist das ein Zeichen von Verstand. Verstand, mit denen „normale Menschen“ den Magiern weit voraus sind. Wer unter diesem Wahnsinn leiden wird, sind nämlich die Sparer, die die Magier vorgeben, zu schützen. Sie werden es sein, die den Narzissmus der Magier bezahlen werden. Die es bezahlen werden, dass die Magier immer noch tätig sein dürfen. Die den naiven Glauben bezahlen werden, dass die Politik es schon richten wird!

Nehmen wir uns einen Augenblick Zeit, um die historischen Geschehnisse noch einmal zu verinnerlichen.

Und da stellen wir fest, dass die geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken seit jeher die Kapitalmärkte immer und ausnahmslos beschädigt haben; nur … inzwischen sind wir so weit gekommen, dass ein Unternehmer nicht mehr danach fragt, wie sich eine Investition in der realen Welt entwickelt. Ihn interessiert fast nur noch, wie DIE MAGIER darauf reagieren. DAS hat mir „Markt“ nicht mehr das Geringste zu tun!

Seit 2012 versichert Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, „alles Notwendige“ zu tun, um den Euro zu bewahren. Und was hat sich zum Guten bewegt? Frankreich ist pleite, Deutschland auch, Spanien ist hoffnungslos, Portugal sowieso… Griechenland erwähne ich erst gar nicht…

Trotzdem sind die Renditen für Staatsanleihen europäischer Länder auf Jahrhundert-Tiefs gefallen! Die 10-jährige deutsche Staatsanleihe rentiert aktuell bei 0,05 %! 0,05 %! DAS ist Wahnsinn!

Die europäischen Anleihen sind zu einer riesigen Spekulationsblase verkommen, die meisten europäischen Länder halten nur noch deswegen den Zipfel ihrer Nasenspitze über Wasser, WEIL einer schlechter dasteht als der andere.

Während also „die Mächtigen der Welt“ mit Mario Draghi also ein kleines Pläuschchen halten und so tun, als wäre alles in bester Ordnung, werden die Sparer in einer Form enteignet, dass es nur so kracht. Aber es kracht ganz offensichtlich leise – so leise, dass viele Menschen auf der Welt es fertig bringen, den Krach zu überhören. Unbedingt überhören zu wollen!

Und DAS hatten wir auch alles schon.

Bildquelle: Copyright: flickr./.European Parliament

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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