Das erbärmliche Wesen des Altruismus

flickr./.terren in Virginia

Carl Schmitt schrieb 1932 („Begriff des Politischen“):

„Zur absoluten Feindschaft komme es paradoxerweise etwa dann, wenn sich eine Partei den Kampf für den Humanismus auf ihre Fahne geschrieben habe. Denn wer zum Wohle oder gar zur Rettung der gesamten Menschheit kämpfe, müsse seinen Gegner als „Feind der gesamten Menschheit“ betrachten.Ayn Rand - Philosophie

In Abwandlung von Pierre-Joseph Proudhons*  „Wort Wer Gott sagt, will betrügen“, heißt es bei Schmitt: „Wer Menschheit sagt, will betrügen“.

Die Verallgemeinerung dieser These vollzog Schmitt 1960 in dem Privatdruck „Die Tyrannei der Werte“, in der er den ganzen Wertediskurs ablehnt:

Wer Wert sagt, will geltend machen und durchsetzen. Tugenden übt man aus; Normen wendet man an; Befehle werden vollzogen; aber Werte werden gesetzt und durchgesetzt. Wer ihre Geltung behauptet, muss sie geltend machen. Wer sagt, dass sie gelten, ohne dass ein Mensch sie geltend macht, will betrügen.*(1809-1865, französischer Politiker, Philosoph und Sozialist)

Wer sind diese Propheten der Gerechtigkeit, diese Monopolisten der vermeintlichen globalen Werte?

Zunächst sind es machthungrige Politiker, die sich im Einklang mit dem Zeitgeist zu befinden glauben. Urteilslos übernehmen sie die politisch-korrekten Vorgaben der Progressiven und der Medien um dann, mit antrainiertem populistischem Instinkt, die neuen gesellschaftlichen Normen des guten Europäers zu schreiben – ungeachtet deutscher Kultur und Traditionen.

Ihre Anhängerschaft sind Scharen von Hobbysoziologen, profilsüchtigen Sozial-Aktivisten und selbstgefälligen Gutmenschen.

Sie alle sind sich einig, dass Konservatismus, Kapitalismus, Privateigentum, Vermögen, Rationalität und Vernunft „böse“ Dinge sind. Dagegen gelten Armutsbekämpfung, Einwanderung, LGBT-Themen, Feminismus, Einstellungsquoten, Mindestlöhne und Umverteilung, sowie Bio,- Öko-Umwelt-Aktivismus, sogenannte „erneuerbare“ Energien, aber auch Demut, Spendenfreudigkeit und grenzenlose Toleranz „zweifelsfrei“ als coole, gute Sachen. Die Form von Toleranz, die immer gilt! Immer! Ohne Rücksicht auf das Opfer, ohne Rücksicht darauf, wie der Gepeinigte sein Trauma verarbeitet und ob er dies überhaupt schafft.

Diese Toleranz ist insbesondere dann geboten, wenn der Täter ein Mitglied einer „Randgruppe“ oder noch besser einer „Minderheit“, hilfreicherweise auch noch arm ist und das Opfer aus „gutbürgerlichem“ oder noch besser „reichem“ Hause kommt. Sie können sicher sein, dass DIESES Opfer in jedem Fall provoziert hat, ob nun mit dem Satz: „Ich möchte, dass Sie respektvoll mit mir umgehen“ oder allein dadurch, dass die Jeans mehr als 19 Euro bei „KIK“ gekostet hat.

Dabei wird dem Rest der schweigenden Mehrheit (wenn es denn diese überhaupt noch gibt) keinerlei Wahl über differenzierende Ansichten belassen. Wir dürfen uns dem „Guten“ gegenüber weder gleichgültig noch ablehnend verhalten. Nein, wer die Umverteilung und Mindestlohn nicht voll unterstützt, ist ein kapitalistisches Urgestein; wer meint, Windräder sind hässlich und Solarstrom zu teuer, und seinen Müll nicht trennt, ist ein Umweltfeind; Sie sind entweder homophil oder ein Schwulenhasser. „Nicht mögen“ gilt nicht – nur ein liebevolles Umarmen von liberalen Programmen, Minderheiten und Randgruppen rettet Sie vor dem Etikett eines asozialen Egomanen.

Die selbstherrliche Arroganz dieser warmherzigen Kreuzritter des modernen Humanismus ist unverschämt und grenzenlos.

Nach außen hin sind sie glühende Anhänger der Demokratie und Meinungsfreiheit. Ihre angebliche Toleranz (die sie für ihre eigenen Konzepte beanspruchen) ist allerdings nur eine Einbahnstraße; sie reagieren mit hysterischer Aggressivität und verbaler Gewalt gegen jeden, der sich die Freiheit nimmt etwas abzulehnen oder Abneigung zeigt gegen etwas, das auf ihrer Liste der guten Dinge steht. Obwohl Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit eher zu den europäischen Traditionen zählen, kam aus dem Land der Coca-Cola, Hamburger und schnell-rostenden Autos auch der planvoll strukturierte Altruismus.

Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Diskriminierung sind die unversöhnlichen Erzfeinde der Angepassten und Schuldbewussten. Jede öffentliche Äußerung, jede Geste unterliegt ihrer strengen Kontrolle.

Keinen Millimeter dem Faschismus!“ heißt ihre Devise – auch wenn man dabei selbst zu faschistischen Instrumenten greift. Die Blockwarte der politischen Korrektheit und ihre Denunzianten lauern überall. Ist unserer eigenen Selbstkontrolle doch etwas entwischt – keine Sorge! Dem jeweiligen Schattenkabinett der Deutschen Regierung, den Zentralräten der Juden, der Muslims und der Roma und Sinti und anderen Gesinnungs-Kontrolleuren entgeht nichts. Unsere zwanghaften Empörungs-Reaktionen auf die NSA-Affäre wirken umso unsinniger, wenn wir unsere Gedanken schon im Vorfeld der Selbstzensur unterwerfen, aber uns dann mokieren, wenn sie jemand nochmals korrekturliest.

Es ist zunächst ein Kampf um die Sprache.

Als wichtigste kulturelle Institution ist sie auch die wirksamste Waffe gegen Nonkonformisten und selbstständig denkende Bürger. Begriffe werden besetzt, gesegnet und als verbale Keulen bereitgestellt. Frauen, Minderheiten und andere Gruppen unter gesellschaftlichem Naturschutz werden „sprachlich sichtbar“ gemacht (als Eingeständnis, dass sie sonst unsichtbar sind?), Gender werden vermischt und Fremdes auf-Teufel-komm-raus integriert. Die Literatur, Kunst und Namen von Gebrauchsgüter werden auf potenziell anstößige Begriffe durchsucht und ungeachtet von ihrer Geschichte und Traditionen bereinigt (Achtung: säubern und gleichschalten tun nur Faschisten!). Aus Mohren wurden Südseekönige und im Kongo darf es keine Lügner mehr geben (Pippi Langstrumpf). Nigger und Krüppel verschwanden aus literarischen Klassikern oder wurden zu Sklaven und Behinderten. Negerküsse und jetzt auch Zigeuner-Soßen (Knorr) verschwanden aus den Verkaufs-Regalen. In der österreichischen Metropole organisieren sich einem Gerücht zufolge Kleingeister gegen eine Assoziierung mit „Wiener Würstchen“. Nur die Piraten-Partei konnte sich noch nicht auf ihre neuen Namen einigen: „Partei der Nautischen Umverteiler“.

Die christlichen Religionen haben schon lange ihren gesellschaftlichen Einfluss dem Altruismus überlassen.

Dessen Stärke liegt darin, dass er seinen irrationalen Mystizismus hinter einer modernen und progressiven Fassade verbergen kann. Seine Stätten der Andacht sind öffentliche Proteste und Kundgebungen, Asylantenheime, Arbeits- und Sozialämter und Mahnmale des Nationalsozialismus. Der Altruismus ist die einzige Religion, die auch Atheisten ein warmes Zuhause bietet – solange sie sich nicht durch rationale Vernunft beirren lassen. Ihre Ikonen sind die Opfer sozialer Ungerechtigkeit und des Kapitalismus, Unterprivilegierte jeglicher Art und Gegner nicht-demokratischer Regime.

Was bedeutet die Ideologie des Altruismus und was ist die Motivation und das Ziel seiner Anhänger?

Der Begriff des Altruismus ist ein passender. Auguste Comte (1798-1857) Begründer der europäischen Soziologie prägte ihn aus dem Französischen „vivre pour autrui“, oder „leben für andere“. Comtes positivistische Philosophie förderte später eine „Religion der Humanität“ und Gründung von Tempeln für positivistische Glaubens-Rituale. (Comtes Doktrin provozierte Karl Popper zu den Worten: „Der Positivismus ist so tot, wie eine philosophische Bewegung es überhaupt nur sein kann.“)

Wie sagte Ayn Rand?

„Verwechseln Sie Altruismus nicht mit Güte oder Respekt vor anderen. Dies sind keine Voraussetzungen, sondern Konsequenzen, welche der Altruismus in der Tat verhindert. Die unabdingbare Voraussetzung des Altruismus ist Selbstaufopferung, Selbstverleugnung und schließlich Selbstzerstörung. Das heißt: Das „Selbst“ ist der Standort des Bösen und „selbstlos“ ist der Standort des Guten.“

Ob Sie nun einem Bettler 1 Euro geben sollten oder nicht sind Oberflächlichkeiten und Ablenkungsmanöver hinter denen sich der Gutmensch versteckt.

„Die fundamentalen Fragen sind jedoch diese:

  • Haben ob Sie das Recht zu existieren, ohne ihm den Euro zu geben?
  • Müssen Sie sich Ihr Leben erkaufen (oder „erspenden“), Euro für Euro, von jedem, der gelegentlich an Sie herantritt?
  • Sind die Bedürfnisse anderer die erste Hypothek auf Ihr Leben und der moralische Grund Ihrer Existenz?

Das eine und einzige Wort welches die gesamte Moralität des Altruismus hinwegfegen kann ist: „Warum?“ Warum sollte ein Mensch zum Zwecke eines anderen existieren?

Warum sollte einer der beiden das Opferlamm sein? Warum sollte solch ein Konzept „gut“ sein? Dafür gibt es keine irdische Erklärung, und in der gesamten Geschichte der Philosophie wurde nie eine irdische Erklärung dafür angeboten.

Nur der Mystizismus, die Religion und die kollektivistischen Ideologien der politischen Korrektheit erlauben den Altruisten damit durchzukommen. Diese spirituellen, emotionalen und irrationalen Ideen mussten stets dazu herhalten um diese Opfer zu begründen. Die Prediger des Allgemeinwohls (und selbst einige ihrer Opfer) können nicht begreifen, dass die Freiheit und die Vernunft wirkliche (freiwillige) Emotionen und Wohltaten erst ermöglichen. Sie können nicht begreifen, dass die Vernunft mit dem Altruismus unvereinbar ist. Das ist der prinzipielle Widerspruch der westlichen Zivilisation.“

Und weil es so wunderbar wahr gesprochen ist, hier ein Auszug aus der Verteidigungsrede des Architekten Howard Roark aus „The Fountainhead“ von Ayn Rand.

„Der Schöpfer ist bestrebt, die Natur zu erobern. Der Schmarotzer ist bestrebt, Menschen zu erobern. Der Schöpfer lebt für sein Werk. ER braucht niemand anders. Sein primäres Ziel liegt in ihm selbst. Der Schmarotzer lebt aus zweiter Hand. Er braucht andere. Die anderen sind sein leitendes Motiv.

Das grundlegende Bedürfnis des Schöpfers ist Unabhängigkeit. Der Verstand vermag unter keiner Form von Zwang zu arbeiten. Er darf keiner Rücksicht angepasst, geopfert oder unterworfen werden. ER braucht totale Unabhängigkeit bei der Wahl seiner Mittel und Zwecke. Für den Schöpfer sind alle Beziehungen zu anderen sekundär.

Das grundlegende Bedürfnis des Schmarotzers ist die Sicherung seiner Verbindungen zu Menschen, durch die er leben kann. Für ihn stehen Beziehungen an erster Stelle. Er erklärt, der Mensch sei dazu da, anderen Mensch zu dienen. Er predigt Altruismus.

Altruismus ist die Doktrin, die verlangt, dass man für andere lebt und andere über sich selbst stellt.

Niemand kann für einen anderen leben. Er kann seinen Geist so wenig mit anderen teilen wie seinen Körper. Der Schmarotzer hat den Altruismus als Instrument der Ausbeutung benutzt und die sittlichen Grundlagen der Menschheit auf den Kopf gestellt. Den Menschen ist beigebracht worden, den Schöpfer auf jede erdenkliche Weise zu vernichten. Den Menschen ist beigebracht worden, Abhängigkeit als Tugend anzusehen.

Der Mensch, der versucht für andere zu leben, ist abhängig. Er ist auf Grund seines Motives ein Schmarotzer, und er macht Schmarotzer aus denen, denen er dient. Er schafft ein Verhältnis wechselseitiger Korrumpierung – sonst nichts. Sein Konzept ist realisierbar. Was ihm in der Realität am nächsten kommt – der Mensch, der lebt, um anderen zu dienen -, ist der Sklave. Wenn Leibeigenschaft widerwärtig ist, um wie viel widerwärtiger ist das Konzept geistiger Versklavung? Der Besiegt, der zum Sklaven geworden ist, besitzt noch eine Spur von Ehre.

Er hat das Verdienst, dass er sich gewehrt hat und dass er seinen Zustand als schmachvoll empfindet. Doch der Mensch, der sich im Namen der Liebe freiwillig versklavt, ist das niedrigste aller Geschöpfe. Er würdigt den Menschen herab, und er würdigt den Begriff der Liebe herab. Dies aber ist das Wesen des Altruismus.“

 

Bildquelle: Copyright: flickr./. terrin in Virginia

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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7 Comments

  1. 1

    Der Artikel weist sogar klug auf ein paar Widersprüche hin, um dann aber leider selbst in diese zu fallen. Das beginnt schon damit, dass meist nur die Extreme gegenüber gestellt werden anstatt mehr in Gleichgewichten, Logik, Vernunft, usw. zu denken. Sätze (oder in dem Fall Frage) wie „Sind die Bedürfnisse anderer die erste Hypothek auf Ihr Leben und der moralische Grund Ihrer Existenz?“ zeigen das exemplarisch auf. Hier wird nur die Perspektive des „Gutmenschen“ oder „Altruismus“ eingenommen. Genauso gut könnte man aber diese Frage im Bezug auf die Bedürfnisse von z.B. einem extrem Habgierigen oder egoistischen Menschen stellen. Ist das Bedürfnis desjenigen, der möglichst alles oder überproportional viele Ressourcen, Güter, usw. besitzen möchte über den Bedürfnissen meiner? Muss ich in Armut leben, damit ein anderer in Überfluss leben kann?

    Ich kann gerne noch auf viele weitere Punkte im Artikel eingehen, die immer wieder in diese Kerbe schlagen und das was der Autor vermeintlich versucht herauszustellen, eben immer nur aus seiner Perspektive macht. Es wirft also den „Gutmenschen“ fehlende Empathie und Freiheit anderer Meinung vor um genau in die gleiche Kerbe, nur eben auf der anderen Seite der Medaille zu schlagen.

    Wie eingangs erwähnt lässt er aber Vernunft, Logik, Fakten, Wissenschaft, usw. vermissen. Ist z.B. bekannt das psychlogisch erwiesen ist, dass dem Menschen Fairness wichtig ist? Der Grossteil der Menschen will also weder andere ausbeuten, noch ausgebeutet werden. Somit sind wie schon erwähnt beide Extreme schlecht. Das faszinierende daran ist, dass es immer im Relationen geht. Wenn alle relativ arm sind, aber eben niemand ausschert, dann sind diese Gesellschaften glücklicher als welche wo zwar relativ mehr im Wohlstand leben, aber es eine nicht unübersehbare Minderheit gibt, die überproportional reich ist. Das hat einfach damit zu tun, dass sich die Mehrheit dann fragt „warum wird das nicht fair unter uns allen aufgeteilt? Warum braucht der oder die überhaupt soviel“. Klar schwingt da auch Neid mit, aber primär geht es um Fairness. Und nein, egal wieviel jemand leistet, keiner „verdient“ oder braucht 10x mehr als der Durchschnitt. Das reden sich nur eben die Leutz ein, die in dieser Position sind um ihr Handeln/Denken nicht selbst reflektieren zu müssen.

    Ich finde auch, dass die PC oder Social Justice Warrior über die Stränge mit ihrer z.B. Sprachregulierungswut schlagen, aber auch hier muss man differenzieren. Ein Rassist z.B. sagt „Neger sind doch meist kriminell“ und das ist naturwissenschaftlich einfach Unsinn und genau so muss es auch bezeichnet werden. Unsinn darf weder zu einer legitimen Meinung, noch Wissen/Fakten werden. Sonst war die ganze Aufklärung seit dem 16. Jh für die Katz. Was hat denn bitte schön die Zusammensetzung bestimmter Melanine (also die für Haar- oder Hautfarbe zuständigen chemischen Stoffe) mit Charaktermerkmalen zu tun? Das ist doch hanebüchen.

    Jetzt könnte der Rassist natürlich antworten „so hab ich das nicht gemeint, sondern die Kultur wo diese Neger herkommen“. Dann würde ich sofort fragen „welche Kultur. Die der USA, Südamerika, Eskimos, Afrika und welches Jahrzehnt, Jahrhundert, welcher genaue Kulturkreis, und und und. Da gibt es doch tausende, also werd mal genauer“. Und hier beginnen genau die Probleme. Man sucht sich einfache Parolen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, möchte sich nicht gescheit bilden und mit diesen komplexen Themen auseinandersetzen. Die passende Bezeichnung für ein solches Denkmuster ist „Kognitive Dissonanz“.

    Ja, es stimmt sogar, dass die Kriminalitätsrate für manche Kulturkreise oder Minderheiten höher ist als für andere. Das freut dann wieder den einfach denkenden Menschen, wenn ich sowas ausspreche und er/sie fühlt sich bestätigt. Nur zeigt mir das erst einmal nichts ausser einem Symptom. Über die Ursache weiss ich immer noch gar nichts. Man müsste also (und zwar ohne Vorurteile) fragen, WARUM ist bei denen die Kriminalität höher. Und nu wirds wieder kompliziert. Da muss man sich dann mit Neurowissenschaft auseinandersetzen, mit Effekten wie Autosuggestion, mit Gesellschaftsstrukturen, Klischees, usw. Nehmen wir an ein Schwarzer bewirbt sich in einem typisch weissen Umfeld um einen Job. Wie sind seine Chancen überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch geladen zu werden? Wie wirkt es auch auf jemand aus, wenn sein Umfeld permanent sagt „ihr seid ja von Geburt an eher kriminell eingestellt“ (dazu gibt es sehr interessante Untersuchungen). Bewertet die Justiz gleiche Straftaten immer gleich? (und damit meine ich beide Richtungen. Manchmal werden Mindeheiten absichtlich härter und manchmal aus politischen Gründen weicher bestraft -> beides ist falsch).

    Hier noch eine kleine Anekdote zu Autosuggestion. In den PISA und anderen Studien ist immer wieder markant aufgefallen, dass Jungs ca. 7-10% besser in Mathe abschneiden als Mädels. Gut, man hat sich das halt mit dem Binsenweisheit erklärt, dass Jungs nunmal besser in räumlicher Vorstellung und Mathematik allgemein sind. Komischerweise gab es in einem Land dieses Unterschied nicht -> Südkorea. Also sind die Forscher dort hin und wollten wissen, ob an deren Lehrmethoden, Programm, etc… irgendetwas anders ist. Da haben sie aber nichts signifikantes gefunden. Also haben sie die Lehrer und Schüler mit der vorher erwähnten „Binsenweisheit“ konfrontiert und alle haben sie verdutzt angesehen und meinten „davon haben wir ja noch nie gehört“. Das heisst, in allen anderen Ländern waren die Mädels nur deshalb schlechter, weil man ihnen von Anfang an eingetrichtert hat, dass es nunmal biologisch einfach so ist. Jetzt übertragen wir das doch mal auf solche Klischees wie „Neger sind allgemein kriminell“. Na, dämmert es?

    • 2

      @ Umdenker: „Das beginnt schon damit, dass meist nur die Extreme gegenüber gestellt werden anstatt mehr in Gleichgewichten, Logik, Vernunft, usw. zu denken“. Nein, das ist kein Fehler, sondern Konsequenz. Dieses permanente Denken in angeblichen „Gleichgewichten“ verwässert die Positionen und genau dann sind Logik und Vernunft ausgeschlossen.
      „Hier wird nur die Perspektive des „Gutmenschen“ oder „Altruismus“ eingenommen.“ – DAS ist der Sinn des Artikels
      „Muss ich in Armut leben, damit ein anderer in Überfluss leben kann?“ Nein, aber das ist sowieso ein Fehlschluss. Niemand ist arm, weil ein anderer reich ist. Das ist die Falschannahme des Nullsummenspiels.
      „Wenn alle relativ arm sind, aber eben niemand ausschert, dann sind diese Gesellschaften glücklicher als welche wo zwar relativ mehr im Wohlstand leben, aber es eine nicht unübersehbare Minderheit gibt, die überproportional reich ist.“ So, so lieber Umdenker, dann ist die Ex-DDR ja das wahre Paradies gewesen. Oder Venezuela oder oder. Nein, das ist eine menschenverachtetende Position des Neids.
      „Man sucht sich einfache Parolen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, möchte sich nicht gescheit bilden und mit diesen komplexen Themen auseinandersetzen. Die passende Bezeichnung für ein solches Denkmuster ist „Kognitive Dissonanz“.“ Das ist eine Unterstellung, die nach der Lektüre Ihres Einwands ebenso gut zurückgegeben werden muss.
      „Klar schwingt da auch Neid mit, aber primär geht es um Fairness. Und nein, egal wieviel jemand leistet, keiner „verdient“ oder braucht 10x mehr als der Durchschnitt.“ Und das legt wer fest? Sie? Warum?

      Zudem wird hier thematisch viel zusammengewürfelt, was nicht zusammen passt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass viel an Aussage getätigt worden ist. Dies ist aber nicht der Fall. Also bitte klarer strukturieren, dann kommen wir vielleicht auch ein Stück weiter. Viele Ihrer Aussagen haben totalitären Charakter. Sie wollen bestimmen und befehlen. Und Sie verdecken das unter den Wieselwörtern wie Gerechtigkeit. Kein Wunder, dass Sie mit dem Artikel nichts anfangen können. Sie finden sich einfach zu oft wieder. Und zum Schluss: Nein, es „dämmert“ nicht. Wie sollte es auch?

    • 3

      Die biologischen Unterschiede zwischen den Ethnien bestehen in mehr als nur der Hautfarbe. Nehmen Sie das hier zur Kenntnis:
      https://www.youtube.com/watch?v=nTdMY9RI-7E
      Außerdem, wenn Sie sich anmaßen entscheiden zu wollen, was eine „legitime“ Meinung sein soll, brauchen Sie sich nicht zu wundern, dass Sie keine Freunde finden. Falls Sie jemandem unter Gewaltandrohung – direkt oder indirekt über den Staat – den Mund verbieten wollen, sind sie ein Aggressor und stehen moralisch auf der gleichen Stufe wie jeder gewöhnliche Verbrecher.

  2. 4

    @Umdenker,
    natürlich verurteilt der Artikel die Altruisten, weil es diese Menschen sind, die nach den natürlichen Rechten und Eigentum anderer greifen. Vernunft und Logik haben Sie nie verstanden, wie die Pfaffen, die postulieren,dass es „…vernünftig sei zu glauben“! Ihre einzigen Einwände sind die Gefühle. Sie haben keinerlei rationale Axiome auf denen Sie Ihre Forderungen an Andere stellen können. Das einzig zuverlässige Maß ist der Mensch selbst. Die Vernunft gebietet es dem Menschen sich nach seinen gegebenen Fähgkeiten und Talenten zu entwickeln.

    „…Muss ich in Armut leben, damit ein anderer in Überfluss leben kann?…“
    Wer hat denn „Ihren“ Besitz? – Bill Gates, oder die Krupps, vielleicht der Ackermann oder der Hoeneß? Wer schuldet Ihnen was und wieviel und wer ist Ihr „Herr der Werte“?

    „…Ist z.B. bekannt das psychlogisch erwiesen ist, dass dem Menschen Fairness wichtig ist?“ Ist es eben nicht, und schon deshalb falsch, weil dieser Begriff in unterschiedlichen Kulturen anders interpretiert wird und in einigen Kulturen nicht einmal einen Sinn ergibt. Das können Sie getrost zu den anderen p/k-getreuen sozialen „Studien“, zusammen mit den Klima-Lügen und dem Öko-Schwachsinn.

    Fair ist, dass jeder Mensch seine Talente und Fähigkeiten voll ausschöpfen und über die Resultate seiner Produktivität souverän verfügen kann. Eine „natürliche“ Fairness gibt es nicht, sonst gäbe es nur Löwen und keine Gazellen.

    Die Apostel des Einheitsbrei greifen ausgerechnet nach den Methoden ihres verhassten, fasschistischen Gegners: das Brüten des Einheitsmenschen, genormt nach den Maßstäben der Loser und Minderbemittelten. Die NS erstrebten ähnliches, nur, das Resultat deren neuer Arier-Gattung wäre sicher auf höherem Niveau, als Ihre karamelfarbigen, gleichgebügelten, neutralgeschlechtlichen Sozialzombies. Die NS-Ideologie, wie auch die der Altruisten kümmern sich einen Dreck um ihre Mitmenschen, solange sie selbst eine Stufe über dem niedrigsten sozialen Nenner stehen. Beide Systeme urteilen alleine nach den eigenen willkürlichen Maßstäben ihrer Kunstgesellschaften.

    Der Amerikaner unterstützt und verehrt den Erfolgreichen, ohne den Erfolglosen zu verachten. Sie, als Deutscher ziehen lieber Ihren Nachbarn auf Ihre Stufe runter, als ihm den Erfolg auch nur zu gönnen. Hier zeigt sich schon der Fehler in Ihrer Fairness-Idee.

    Obwohl es nicht zu diesem Thema gehört, aber weil Sie es anschnitten:
    Der Neger ist kein dunkelhäutiger Weißer! Wie erklärten Sie die außerordenlichen Erfolge z.B. schwarzer Leichtathleten, latinischer Fussballer, weißer Schwimmer und asiatischer Ping-Pong Spieler? Weil der weiße Rassist dem Schwarzen den Zutritt zu den Turngeräten verweigert? Der Weiße Mann kann jedenfalls auf seinen perfekten Pisten überall den 100M-Lauf trainieren. Das ist Rassismus! Von Ethnologie und Anthropologie haben Sie keine Ahnung. Der einzige Lieferant Ihrer Ansicht sind Ihre Emotionen. Von denen wären wir nur ungern abhängig!

  3. 5

    @ Thomas Bovet

    Es gibt in diesem Zusammenhang (dunkelhäutiger Weisser) noch ein praktisches Anschauungsbeispiel aus dem hier und heute.
    Einer meiner Freunde, der früher den Starfighter und später den Phantom Jäger geflogen hat, damals in Kalifornien in seiner ersten Ehe verheiratet war, fliegt jährlich von Deutschland ein bis zweimal nach Sacramento um seine beiden Söhne zu besuchen.
    So kennt er genau die „weissen Gebiete“ und „schwarzen Gebiete“ der Stadt.
    Wenn ein Schwarzer in „weisse“ Wohngebiete kommt, passiert garnichts.
    Umgekehrt schon. Die Schwarzen meinen, wenn ein Weisser in „ihr“ Gebiet kommt, dieser wolle provozieren und können durchaus aggressiv reagierem, je nach Situation.
    Leider wechseln die Gebiete und bleiben nicht unveränderlich. So will er, kaum angekommen, mit dem Leihwagen noch ein Geschenk kaufen und fährt in ein ihn bekanntes „weisses“ Parkhaus. Er wundert sich noch, warum sowenig Autos parken und die wenigen auch noch Rostschüsseln sind. Trozdem parkt er. Kaum ist er wenige Schritte vom Auto entfernt, als mehrere Schwarze auf ihn zugeschlendert kommen.
    Er begreift sofort, springt zum Auto, startet und verlässt blitzartig das Parkhaus.
    Seine Söhne sagen ihm dann später, das dieses Parhaus heute eben zum „schwarzen Bezirk“ gehört. Und dieses nicht zu benennen, gehört heute zur „politischen Korrektheit“ in den USA.

    • 6

      @Kuno,
      amüsant zu wissen, dass gerade bei der Diskriminierung von Schwarzen und unteren Klassen in US, stets demokratische Administratonen dahinterstecken nicht die bösen „rechten“ Republikaner. Durch den politischen Übereifer einiger Akteure, schaffte man diese „reverse discrimination“, wobei jeder abgewiesene Schwarze sofort eine Klage einreichen konnte und aus Angst vor Rassismus-Anschuldigungen meist recht bekam – eben, so wie es gerade in der BRD mit den Asylanten und Minderheiten abläuft. Bei der vermeintlichen Gleichheit, werden eben manche immer „gleicher“ als alle anderen. Das zeigt auch Ihr Beispiel sehr deutlich.

  4. 7

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