Vom deutschen Fetisch der Geschichtswiederholung

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Ayn Rand soll 1964 gesagt haben: „Dies ist die Psychologie von Menschen, die, wenn ein Land zu einer Diktatur geworden ist, schreien: ‚Ich bin nicht schuld! Ich wollte nur, dass die Regierung die Preise, die Löhne, die Gewinne, die Industrie, die Wissenschaft, das Gesundheitswesen, die Kunst, das Bildungswesen, das Fernsehen und die Presse kontrolliert! Ich war nie für eine Diktatur!‘“

Würde mich im Jahre 2016 ein erwachsener Bürger der Buntes Republik fragen, wie einst etwas wie das 3. Reich erschaffen bzw. möglich gemacht werden konnte, bestünde mein erster Reflex darin, nachzufragen, ob die Frage sarkastisch oder tatsächlich ernst gemeint sei.

Sollte Letzteres der Fall sein, würde ich ihn fragen, ob ihm im Hier und Jetzt nicht gewisse Parallelen auffielen.

„Welche Parallelen denn?“

Hier ein paar Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

– Unerschütterlicher Autoritätsglaube damals wie heute,

– Extrema. Ein Land kann sowohl durch pathologischen Egoismus (damals) als auch durch pathologischen Altruismus (heute) zerstört werden. Es geschieht nicht von heute auf morgen, das Resultat jedoch ist am Ende dasselbe,

– Zum pathologischen Egoismus gehörte eine „Herrenrasse“ in Form des „Ariers“. Zum pathologischen Altruismus gehört dementsprechend eine neue „Herrenrasse“. Diesmal in Form des unantastbaren, „rechtlich“ rundum immunisierten, von Kritik abgeschirmten (muslimischen) „Flüchtlings“, dessen Füße mittlerweile nicht mehr nur im übertragenen Sinne geküsst werden (Politik, Medien, Schulen, Universitäten, Justiz, Polizei), sondern wortwörtlich, so vom Papst im Vatikan,

– Damals: Überlegenheitskult. Heute: Schuldkult,

– Staatlich diktierte „Wissenschaft“ und Panikmache als Rechtfertigung für staatlich initiierten Terror, eine stetig wachsende Steuerlast etc. (u.a. Rassenlehre und dämonisiertes Judentum damals, u.a. Klimaschwindel, „Alternativlosigkeit“ und „Schicksalsgemeinschaft“ heute),

– Damals direkt: „Führer befiehl, wir folgen!“ Heute indirekt: „Buntheit befiehl, wir folgen!“,

– In diesem Zusammenhang gibt es damals wie heute Führer- und Durchhaltebefehle sowie die Lage mittels staatseigener Medien im Land schönredende Dauerpropaganda, um das denkfaule Stimmvieh auf Linie oder zumindest ruhig zu halten,

– Heute wie damals werden kritisch-rationale und/oder der politisch auf Gedeih und Verderb durchgepeitschten Agenda widersprechende Köpfe sukzessive dämonisiert, zensiert, benachteiligt, ausgeschlossen und/oder verfolgt. Kurz: Vernunft wird der Ideologie geopfert,

– Abschaffung einer breitgefächerten Diskussionskultur, stattdessen ein von staatlichen Handlangern diktierter, politisch korrekter „Meinungsrahmen“, innerhalb dessen auf allen Seiten erbittert mehr desselben verlangt und verteidigt wird,

– Realitätsverlust: „Endsieg“ damals, „Wir schaffen das!“ etc. heute,

– Damals wie heute: Hemmungslose „Staats“-Verschuldung bzw. Misswirtschaft ohne Konsequenzen für deren Verursacher,

– Staatlich zunehmend massiver betriebenes sowie gefördertes Spitzel- und Denunziantentum damals wie heute,

– Diaspora, resultierend aus Weitsicht

– usw.

Fazit: Deutschland ist wohl das einzige Land, das nach einer braunen und roten Sozialismus-Variante auch noch eine „bunte“ ausprobiert. Und das alles in nicht einmal 100 Jahren.

Philipp A. Mende
Der Autor lebt in Peking und hat im Juwelen-Verlag das Buch „Geschosse wider den Einheitsbrei“ veröffentlicht, das auch als Hörbuch und als e-book erschienen ist.

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28 Comments

  1. 1

    Man sagt, Geschichte wiederholt sich nicht. Scheint nicht zu stimmen, denn an Deutschland lässt sich zweifelsfrei das Gegenteil beweisen.
    Die treibende Kraft ist dabei immer die selbe:
    Ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Dummheit, das spätestens mit jeder dritten Generation immer wieder angezapft wird.
    Es soll keiner sagen, man hätte es nicht ahnen können…

    • 2

      Die spielen nicht in derselben Liga wie die Nazis. Vor den Nazis hatte die ganze Welt Respekt oder zumindest Angst, die hier werden von der ganzen Welt ausgelacht. Das hier ist keine Diktatur, sondern eine Karikatur.

      • 3

        @rote_pille

        Diejenigen, die gerade am Ruder sitzen, sind nur die Steigbügelhalter für das, was noch kommen wird. Und sie begreifen es einfach nicht.

  2. 4

    Man sagt allerdings auch: „Katastrophen passieren immer zweimal und das dritte Mal endet es als Farce“.
    Aber Herr Mende sollte schon etwas genauer hinschauen und nicht den amerikanischen Liberalismus durch die Hintertür hereinwinken.
    Es waren die Anhänger Hitlers, nicht Hitler selbst, der den Spruch „Führer befiel, wir folgen“ in die deutsche Welt setzte. Es würde sich auch lohnen kurz darüber nachzudenken, inwieweit Hitler auf vorangegangene Aktionen anderer Staatsmänner und Staaten reagieren musste. Wenn ja, stellt sich überhaupt die Frage nach dem eigenen Spielraum Hitlers.
    Und was ist mit dem Denunziantentum, oder der Überwachung der Bürger?
    In keinem Land sind so viele Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen angebracht wie in England. Hier hat Deutschland „Nachholbedarf“!
    Und dann: der sich bald vollendende Überwachungsstaat Merkelscher Prägung könnte sich ohne Zustimmung Brüssels keine „fünf Minuten“ halten! 80 % aller „Merkelscher“ Gesetze wurden in Brüssel erdacht und europaweit als „Empfehlung“ an die Regierungen der EU weitergereicht.
    Dem kann sich nur entziehen, wer aus der EU austritt.

    • 5

      @ Kuno
      Zitat:“Es würde sich auch lohnen kurz darüber nachzudenken, inwieweit Hitler auf vorangegangene Aktionen anderer Staatsmänner und Staaten reagieren musste. “
      In der Tat. Auch wenn es keiner wahr haben will…

      • 6

        Stimmt, Ralf Pöhling, das macht ihn aber nicht zu einem „besseren Menschen“. Ich habe manchmal den Eindruck, dass man die Hitlersche Politik sogar verteidigen würde, wäre das nicht mit den Juden passiert. Und das ist wahrlich erschreckend.

        • 7

          @Susanne Kablitz

          Mir geht es wahrlich nicht darum, den Gröfaz zu verteidigen.
          Worum es geht, ist Ursache und Wirkung. Ohne weltwirtschaftliches Konkurrenzdenken, Vertrag von Versailles, Weltwirtschaftskrise und dem daraus folgenden Ausbluten der Deutschen, hätte es keinen Gröfaz gegeben.
          Genauso wenig wie es heute den IS ohne lustiges Diktatoren wegpusten und permanent fehlschlagendes „Nationbulding“ in Nahost geben würde.
          Die Schuld wird fälschlicherweise immer dem Kriegsverlierer zugeschrieben. Auch dann, wenn der Gewinner den Krieg selbst provoziert hat. In unserem nationalen Strafrecht, wäre so ein grobes (Fehl-)Urteil gar nicht möglich. Es gäbe zumindest immer eine Mitschuld. International scheint dies nicht gegeben zu sein.

  3. 8

    Stimmt, mein lieber Ralf Pöhling.
    Das was ich Hitler persönlich vorwerfe ist, das er die Kriegswarnung aus London und Paris nicht ernst nahm. Er schaukelte sein Hasardspiel immer höher, dann griff Polen zur Generalmobilmachung, als dann am 3. September England und Frankreich (in dieser Reihenfolge) den Krieg erklärten, fragte er Ribbentrop: „und nun?“. Das ist verbürgt.
    Er hatte alles getan um den europäischen Krieg zu vermeiden: er schloss mit Paris 1938 einen Freundschaftsvertrag und verzichtete auf Elsass und Lothringen. Und er schloss im mit England einen Flottenvertrag, der England begünstigte.
    Aber er nahm die Warnung Londons, welches die Grenzen Polens garantiert hatte, nicht ernst. Und genau das nehme ich ihm persönlich übel. Denn er hätte wissen müssen, das Stalin ein unsicherer Kantonist und das die USA im Zweifel gegen Deutschland sein würden. Heute wissen wir (zumindest einige) sogar, dass Roosevelt die Polen darin bestärkte in den Verhandlungen mit Deutschland kein Stück nachzugeben.

  4. 9

    @ Susanne Kablitz

    „Ich habe manchmal den Eindruck, dass man die Hitlersche Politik sogar verteidigen würde, wäre das nicht mit den Juden passiert. Und das ist wahrlich erschreckend.“

    Warum? Um dem Zeitgeist zu huldigen? Der Zeitgeist wechselt aber verdammt schnell und vor allem regelmäßig. Man könnte schon fast die Uhr danach stellen.

  5. 10
    • 11

      Falls es Le Pen in Frankreich schaffen sollte, besteht immerhin eine Chance dafür, dass sich französische Geschichte nicht wiederholt. Die einzige realistische Alternative für die französischen Nachbarn ist nämlich für mich eine Neuauflage der Jakobiner.
      Was aber soll an Le Pen „gut“ sein – und mit „gut“ meine ich jetzt MEHR Freiheit und WENIGER Staat?
      Leider ist der brillante Artikel aus dem Freiraum-Magazin von Susanne Kablitz hier nicht übernommen worden – man findet ihn aber noch bei der „Konkurrenz“:
      „Alles, was im Programm der französischen Nationalsozialisten zu lesen ist, ist konsequent sozialistische Politik … die Rückkehr zur Rente mit 60, die Anhebung des Mindestlohns, die Ausweitung des ungedeckten, wertlosen Geldes, gegen Globalisierung, gegen Freihandel, für die Verstaatlichung von Banken, für noch mehr Einfluss des Staates auf die Wirtschaft, auf die Bildung, auf den Transport, das Gesundheitswesen, für den Mega-Sozialstaat, für noch höhere Steuern … ja, alles Forderungen für den totalen Staat.
      Das einzige, was diese Sozialisten, deren Kollegen übrigens gerade wieder einmal in Venezuela krachend vor die Wand gefahren sind (…), von den hiesigen unterscheidet, ist, dass sie diesen Sozialismus auf Frankreichs Bürger beschränken wollen. Das, was eben Nationalsozialisten im Gegensatz zu Internationalsozialisten tun. Das, wofür wir wegen des irren Pseudomalergesellen noch ewig in der Hölle schmoren werden.“
      http://ef-magazin.de/2015/12/08/8057-front-national-frankreichs-nationalsozialisten
      Le Pen heißt also nichts anderes als weg vom International-Sozialismus der EUdSSR hin zum National-Sozialismus. Vom Regen in die Traufe.
      Im Vergleich dazu ist Trumps Regierungsprogramm wesentlich differenzierter und weitaus weniger sozialistisch.
      Was ist Trump nämlich? 1. ein erfolgreicher Unternehmer und Kapitalist, aber auch 2. ein Patriot.
      Aus Punkt 1 resultiert, dass er weniger Staat und mehr Freiheit möchte (geplante Steuersenkungen, Gegulierungen abschaffen, für jedes neue Gesetz zwei alte streichen usw.) – aus Punkt 2 resultiert jedoch das Gegenteil (mehr Protektionismus, Repatriierung von Arbeitsplätzen, evtl. Aufbau von Zollschranken usw.)
      Ich sehe jedoch die Möglichkeit, dass es unter dem Strich immer noch für weniger Staat und mehr Freiheit ausreicht, aber bei Marine Le Pen in Frankreich kann man das vergessen (in Deutschland mit Merkel natürlich erst recht).

      • 12

        Hallo WzK, danke für den Hinweis, ich werde ihn hier nochmal einstellen. Er ist umso wichtiger im Moment, wo viele nach einer Marine le Pen schreien, die einzig und allein das Bedürfnis nach „islamischer Regelung“ befriedigt. Dies wird aber ein teurer Preis sein, der da zu zahlen ist.

  6. 13

    Marine Le Pen befriedigt nach meiner Wahrnehmung nicht nur die Kritik (und Kritikfähigkeit) an der Islamisierung Frankreichs und Europas.
    Der „Front Nationale“ ist auch keineswegs „nationalsozialistisch“, sondern in erster Linie französisch.
    Und damit der direkte Pendant zu Donald in den USA.
    Ich würde es für eine Wahrnehmungsschwäche halten, würde man Trump und Le Pen für „Sozialisten“ halten. Beide haben sich für eine weitere Liberalisierung des Wertpapierhandels ausgesprochen und Donald ist gerade dabei dieses in den USA umzusetzen.
    Er setzt auch seinen Unwillen gegen die Gesetze im Zusammenhang mit der „Klimakatastrophe“ um. Während Clinton an der C02 Steuer und anderer Steuern für die Bürger und Unternehmen genauso wie ihr Gesinnungsbruder Obama festgehalten hätte.
    Ist es daher nicht etwa umgekehrt mit dem „Sozialismus“? Wer die Klimalüge landauf und landab herunterbetet und dieses zur Begründung von Steuererhebung macht, der ist doch tendenziell sozialistisch!
    Und was soll bitte schön „sozialistisch“ sein, an der Aussage des Front Nationale, dass, wenn die EU nicht mehr nützlich sei für Frankreich, oder die Nato, oder der EURO, Frankreich dann eben aus diesen Zwangsveranstaltungen austreten sollte?
    Die Etablierten wollen an allem festhalten, egal ob die Unternehmen oder die Bürger darunter leiden. Hauptsache, die Finanzmagnaten der Welt und in Paris sind zufrieden. Was das Volk wünscht, spielt keine Rolle. Das ist doch in Wahrheit „sozialistisch“, den Euro auch dann hochzuhalten, wenn fast alle EU Länder darunter leiden und die Überschussländer wie Deutschland auch noch die Arbeitslosen in Griechenland und in Italien bezahlen sollen.
    Es ist absolut nicht modern für den Front Nationale Sympathien zu haben, jedenfalls außerhalb Frankreichs. Doch das ändert sich hoffentlich im nächsten Jahr.
    Ich kann mich erinnern, dass Susanne Kablitz vor einiger Zeit die Merkel zum Rücktritt aufgefordert hat. Warum? Merkel ist doch auch gegen Trump und gegen Marine Le Pen, gemeinsam mit allen die derzeit die Macht haben. Sie werden sich irgendwann entscheiden müssen.

    • 14

      Lieber Kuno, dann war Hitler auch in erster Linie „deutsch“? Dann war es auch eine „Wahrnehmungsschwäche“ Hitler für „sozialistisch“ zu halten. Lassen Sie mal die Judenthematik aus dem Spiel. Und schauen Sie sich nur die Gemeinsamkeiten an. Ihnen sollte angst und bange werden. Ja, ich habe Merkel zum Rücktritt aufgefordert, vor allem deswegen, weil sie haufenweise Verträge bricht. Donald Trump sollte man sich gut ansehen in der nächsten Zeit – ob er all das wahrmacht, was er verspricht. Und ich habe nicht Trump als Sozialisten bezeichnet – das ist unwahr. Trump ist ein Merkantilist. Zwar auch nur eine Varianten des Sozialismus, aber eben eine Variante. Zudem habe ich mich längst entschieden. Sie müssen es nur zur Kenntnis nehmen wollen.

    • 15

      @Kuno & Susanne Kablitz

      Was machen Menschen einer Interessengemeinschaft bzw. Nationalität, wenn sie von außen durch eine andere Gruppe unter Druck gesetzt werden?
      Sie rücken dichter zusammen um sich gegen den einströmenden Feind zu wappnen! Et voila: Nationalismus + Sozialismus.
      Le Pen & co. kann man kritisieren oder auch nicht. Der Zuspruch den „Neurechts“ zur Zeit bekommt , hat seinen Ursprung in der völlig hirnlos forcierten Durchmischung unterschiedlicher Kulturen. Da man seine eigenen Kultur nicht von anderen Kulturen gefressen sehen will, rückt man eben zusammen und setzt sich zur Wehr.
      Der Kulturrelativismus der linksdrehenden „Social Engineers“ ist die eigentliche Ursache für erstarkendes Nationalgefühl und kriegerische Spannungen. Hier muss man ansetzen. Le Pen & co. sind nur die Abwehrreaktion und nicht das eigentliche Problem.

  7. 17

    Liebe Susanne Kablitz,
    natürlich hat Donald im Wahlkampf überzogen und wird manches zurücknehmen müssen.
    Schließlich ist er kein Diktator.
    Und was Hitler betrifft: der war in erster Linie deutsch. Der Kampf gegen die Kommunisten war nach seinem (und hunderttausender Mitkämpfer) auch deutsch, weil ein Sieg der Thälmann Partei 1932 nicht im Interesse Deutschlands gelegen ist.
    Die Nachrüstung Deutschlands ab 1934 und die durch Verhandlungen herbeigeführte Rückkehr des Sudetengebietes mit Millionen von Deutschen lag eben auch im Interesse Deutschlands.
    Aber als London im März 1939 die rote Lampe zeigte, nahm er das nicht ernst.
    Ich gehe jede Wette ein, dass Churchill und Roosevelt sich heute vor Lachen biegen würden, würden Sie das vom Merkentalismus der NSDAP als Form des Sozialismus lesen.
    Der britische Außenminister hatte sich noch 1936 in aller Form bei Hitler bedankt, weil er die versuchte Machtergreifung der Sozialisten und Kommunisten in Spanien erfolgreich verhinderte.
    Er schrieb wörtlich: „ich danke Ihnen auch persönlich für Ihr überaus entschlossenes Vorgehen“.
    Da kann ich nur sagen: an dieser Entschlossenheit hat es der britischen Regierung gefehlt.
    Dazu raffte die sich erst auf, als die Wehrmacht am 1. September die voll angetretene polnische Armee angriff.

    • 18

      Kuno, ich muss diese falsche Durchmischung meiner Argumente zurückweisen. Das habe ich so nicht gesagt. Schon gar nicht habe ich vom Merkantilismus der NSDAP gesprochen. Unterlassen Sie bitte diese unfeine Art, mir Worte unterzuschieben, die ich nicht gesagt oder in diesem Fall geschrieben haben. Mit so einer Vorgehensweise werden Diskussionen ad absurdum geführt und sind unfair. Dass Hitler in vielen Bereich falsche Dinge unterstellt werden, ist klar. Er hat trotzdem einen Narzissmus an den Tag gelegt, der ihn als Volksvertreter vollkommen unbrauchbar gemacht hat. Wie übrigens viele andere auch. Vor allem Churchill, den Kriegstreiber. Und ob Trump kein „Diktator“ ist, werden wir sehen. Sie stecken nicht ihm drin, warten wir es also ab.

  8. 19

    Stimmt, Susanne Kablitz. Da war ich beim Lesen Ihres Kommentars wohl zu schnell.
    Aber das kommt daher, weil einige Leute hier eine Gleichsetzung von Sozialismus und NSDAP versucht haben.
    Was aber Trump betrifft, liege ich schon aus folgendem Grund richtig: Hitler hatte mit dem Ermächtigungsgesetz die anderen Parteien im Reichstag entmachtet und sich selbst und der NSDAP die Macht verschafft.
    Das ist doch wohl ein gewaltiger Unterschied zu Trump!

    • 20

      Hmmm, Kuno, das verstehe ich nun auch nicht. „Aber das kommt daher, weil einige Leute hier eine Gleichsetzung von Sozialismus und NSDAP versucht haben.“ Was sollte es denn sonst gewesen sein? Und natürlich kann man Trump nicht mit Hitler vergleichen. Da kommt Frau Merkel dem Mann mit Bärtchen schon sehr viel näher, was die Machtbeschaffung angeht.

  9. 21

    @ Susanne Kablitz

    Das hatten wir doch schon vor Jahr und Tag diskutiert. WzK, aber auch Sie sind der Meinung die NSDAP sei „sozialistisch“ gewesen. Wahrscheinlich wegen des Namens.
    Dann hatte ich darauf verwiesen, dass der „Sozialismus“ als Zukunftsvorstellung von der enttäuschten Bevölkerung Europas gewollt wurde. Das wollte sich Hitler zunutze machen und brachte daher den Sozialismus in den Parteinamen ein.
    Aber als der wirkliche Sozialist innerhalb der NSDAP, Otto Strasser, den Sieg mit der Regierungsübernahme im Januar 33 mit der Verstaatlichung der Banken und einiger Großbetriebe „vervollständigen“ wollte, stellte ihn Hitler ins Abseits.
    Wissen Sie denn wirklich nicht, dass die Industriellen in den zwanziger Jahren die NSDAP mit reichlich Spendengeld päppelten? Warum wohl? Waren die alle von Dummheit und Ignoranz gezeichnet?
    Und als in Spanien sich Sowjets und deutsche Freiwillige gegenüberstanden und beschossen , da ging es wirklich nicht um den Kampf gegen Russen, Ukrainer und wer sonst.
    Da ging es nur um gegensätzliche Ideologien.

    • 22

      Ja, das hatten wir diskutiert. Ich bin jedoch nach wie vor nicht Ihrer Meinung. Schauen Sie sich die Aussagen und Taten Hitlers an. Wie kann man denn da noch an seinen Ansinnen zweifeln? Er brauchte die Banken und Großbetriebe nicht sozialisieren. Sein Ansinnen war es, die Menschen zu sozialisieren. Das war viel effektiver. Der Publizist Sebastian Haffner, ein »Linksliberaler«, schreibt in seinem Werk »Betrachtungen zu Hitler«:

      „Wer mit Marx das entscheidende Merkmal des Sozialismus in der Sozialisierung von Produktionsmitteln sieht, wird diese sozialistische Seite des Nationalsozialismus natürlich ableugnen. Hitler hat keine Produktionsmittel sozialisiert, also war er kein Sozialist. Damit ist für den Marxisten alles erledigt. Aber Vorsicht! So einfach ist es nicht. […] Eine große gesellschaftliche Veränderung gibt es, die Hitlers persönliches Werk war und die in der Bundesrepublik rückgängig gemacht worden ist und in der DDR beibehalten worden ist. Hitler selbst nannte sie die »Sozialisierung des Menschen«. »Was haben wir das nötig, die Sozialisierung der Banken und Fabriken«, sagte er zu Rauschning. »Wir sozialisieren die Menschen.«“

      An anderer Stelle beschreibt Haffner die politischen Gegner von Hitler:

      „Die einzigen innenpolitischen Gegner oder Konkurrenten, mit denen Hitler in den Jahren 1930-1934 ernsthaft zu rechnen und zeitweise zu kämpfen hatte, waren die Konservativen. Die Liberalen, Zentrumsleute und Sozialdemokraten haben ihm nie im geringsten zu schaffen gemacht, ebensowenig die Kommunisten. Und dabei blieb es auch in den Jahren seiner unumschränkten Macht nach 1934.“

    • 23

      @ Kuno
      Deshalb unbedingt Philipp A. Mendes Buch lesen – man findet dort u.a. auch folgende Klarstellung:
      „Hitler hat – im Unterschied zu anderen Sozialisten – nicht die Produktionsmittel verstaatlicht, sondern ist gleich einen Schritt weitergegangen und hat den gesamten Volkskörper verstaatlicht. Insofern war er der konsequenteste Sozialist.“
      Der Sozialismus (also sowohl National-Sozialismus wie auch International-Sozialismus) ist ein Kollektivismus, der immer nach der Vernichtung des Individuums trachtet, wie es bereits Nietzsche wortgewaltig festgestellt hatte. Nur das Motiv für die Vernichtung des Individuums ist ein anderes:
      Für die Ideologie des National-Sozialismus muss das Individuum für das Wohl bzw. die Interessen der Nation vernichtet werden, für die des International-Sozialismus dagegen für die Wahnvorstellung einer klassenlosen Gesellschaft.

  10. 24

    Es besteht durchaus Hoffnung, dass uns hier in Deutschland eine „harte“ dritte sozialistische Diktatur erspart bleibt. Dazu habe ich heute einen wunderschönen Satz gelesen:
    „Der schnellste Weg eine Diktatur zu stürzen, ist sie zu zwingen sich wie eine zu benehmen, so dass es jeder sieht.“
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2016/11/die-eu-steht-kurz-vor-dem-zusammenbruch.html
    Die Möchtergern-Dikatoren in der EUdSSR und ganz besonders die ehemalige FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda und heutige Staatsratsvorsitzende der DDR 2.0 haben nämlich realisiert, dass immer mehr Menschen den Hofberichterstattern der Politiker-Kaste aus den staatlichen Propaganda-Sendern und den Presstituierten der MSM keinen Glauben mehr schenken und sich in „alternativen“ Medien informierern. Natürlich haben die Freiheitsfeinde sehr wohl erkannt, dass Donald Trump gegen die gigantische Mainstream-Medienmacht in den USA vor allem auch durch die Unterstützung der „alternativen“ Medien und sozialen Nertzwerke im Internet gewonnen hat.
    Und wie reagieren Möchtergern-Dikatoren auf eine solche Herausforderung? Natürlich mit der Androhung von Zensur und Sanktionen:
    http://www.zerohedge.com/news/2016-11-23/merkel-declares-war-fake-news-europe-brands-russias-rt-sputnik-dangerous-propaganda
    Wir sind mittlerweile also eindeutig bei Punkt 3 auf Gandhis Weg zum Sieg:
    „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“
    Ja, die sollen sich immer schneller als Diktatoren outen, sodass es auch den komplett Hirngewaschenen klar wird.
    Also weiterhin (hoffentlich auch in diesem Magazin): volle Breitseite!!!

  11. 25

    Insofern, wenn man den Begriff auf die Menschen ohne die Produktionsmittel verengt oder erweitert, habt Ihr natürlich Recht. Er hat die Menschen sozialisiert, das ist wahr.
    Auf der anderen Seite hat er aber die Unternehmenslandschaft vor der Thälmann Partei gerettet. Und dafür war man AH damals dankbar.
    Heute wird allgemein daran leider kein Gedanke verschwendet.

    • 26

      Stimmt, man hat ein Elend gegen das andere getauscht. Es ist ein Faszinosum, dass man nach all den Erfahrungen immer noch das Heil in Politikern sieht. Und dabei verkennt, dass man von 99,9 % für deren eigenen Zwecke missbraucht wird.

  12. 27

    Ich hatte mich in meiner obigen Erwiderung nicht gegen Regierungen, Parteien, Politiker geäußert.
    Die Abschaffung des „Staates“ (!) ist im Grunde eine marxistische Vorstellung.
    Diese Forderung steht gewissermaßen als Verheißung in Marxens Kapital.
    Wer das nicht glaubt und die Bücher nicht hat, der wird auch bei Google fündig.
    Interessanterweise schreibt Marx nicht von der Abschaffung der Regierung, sondern des ganzen Staates. Man kann aber einen Staat (Territorium, Volk) nicht „abschaffen“. Da ist Marx entweder bewusst ungenau oder bösartig. Wahrscheinlich letzteres.
    Aber Marx hat völlig Recht: wenn ich die Regierung als solche auflöse, dann löse ich auch die Ordnung an sich auf. Und damit löse ich auch den Kapitalismus mit auf, denn Unternehmen bedürfen (außer der internen Betriebsordnung) der Ordnung im Staate.
    Es gibt kein privatwirtschaftliches Unternehmen von Rang ohne Ordnungsprinzip.
    Und damit brauchen gereifte Gesellschaften Parteien (nicht nur eine) und somit auch Politiker.
    Allerdings müssen Mechanismen sein, um die Regierung, die doch nur blose Angestellte des Staatsvolks sind, bei Nichtgefallen ablösen zu können.
    Die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie kommt dem nahe, erfüllt das Ideal aber immer noch nicht. Es ist kein Zufall, dass der undemokratische Bundespräsident Gauck (ler), den niemand gewählt hat, sich gegen direkte Demokratie ausgesprochen hat. Er bevorzugt den Obrigkeitsstaat.
    Und dieser müsste in der Tat entfernt werden. Schleunigst.

    • 28

      @Kuno
      Da kann man nur zustimmen. Das Problem ist nicht das Staatsvolk oder sein Staatsgebiet, sondern die wuchernde und sich selbst übervorteilende Staatsmacht. Hier gilt es, wie Du richtig schreibst, Mechanismen zu entwickeln, die solche Prozesse bereits im Vorfeld abwürgen.
      GG 20 (4) setzt zu spät an, denn damit legitimiert man rechtlich eh nur das, was dem Volke vom Naturrecht her sowieso zusteht und schiebt die Problemlösung bis auf das letzte Mittel auf. Und das letzte Mittel ist bekanntlich die Gewalt.

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