Über die tatsächliche Motivation der Politik

pixabay./.geralt

Der gesamte „professionelle“ Politbetrieb dient nur vordergründig dem Wohle von Menschen, welche den schicken Labertaschen sämtlicher Parteien letztlich völlig unbekannt sind. Sich angeblich „aus Überzeugung“ oder „aufgrund moralischer Überzeugungen“ für Klientel A oder B einzusetzen, soll den Anschein eines ehrlichen, um Fremde besorgten, anständigen, kurzum edlen Charakters vortäuschen. Dass der Entschluss, im Gerangel um die Herrschaft über unschuldige Menschen mitmischen zu wollen, alle eben genannten Charaktereigenschaften nicht nur über Bord wirft, sondern ins genaue Gegenteil verkehrt, wird im Folgenden ersichtlich.phil650x300

Tatsächlich sollte man sich die Spielwiese der Politik wie einen ökonomischen Futtertrog vorstellen, der seinen Mitspielern die ganz „legale“ Möglichkeit bietet, die eigenen „Schäfchen ins Trockene zu bringen“, ohne hierfür a) eine produktive Tätigkeit anbieten zu müssen, welche von Menschen freiwillig nachgefragt wird, und b) jener produktiven oder freiwillig nachgefragten Tätigkeit bis ins hohe Alter nachgehen zu müssen, um sich finanziell abzusichern. Im „professionellen“ Politzirkus müssen deren Akteure verhältnismäßig kurz „durchhalten“, um finanziell ausgesorgt zu haben, wofür wiederum diejenigen aufzukommen gezwungen sind, deren „Wohlergehen“ angeblich auf den Agenden politischer Raubritter steht.

Oder kurz und knapp: Es geht neben dem Willen zur Macht in erster Linie um Kohle und um nichts anderes.

Grundsätzlich sehe ich nichts Verwerfliches hinsichtlich des Verlangens, viel Geld machen zu wollen. Dieses Verlangen bzw. letztlich Kassieren ist jedoch ethisch an die Freiwilligkeit der zahlenden Kundschaft gekoppelt, da ich mich andernfalls immer in einem logischen Widerspruch befinde. Die Kernmerkmale des Totalitarismus bestehen aus Zwang und initiierender Gewalt. Ein Politiker, der sich erdreistet, totalitäre Strukturen zu verurteilen, selbst jedoch seine Existenz aufgrund eben dieser Strukturen bezieht, handelt widersprüchlich.

Bewegt sich derzeit das monatliche Bruttogehalt fürs „rechtschaffene Tun“ im Bundestag zwischen 9.327 € [1] und 22.711 € [2] mit insgesamt 25 Diätenerhöhungen seit 1977 (damaliges Bruttogehalt: 7.500 DM), so kann man sich natürlich sehr gerne ein paar Jährchen durch diverse Debatten und Talkshows „quälen“ – natürlich stets im ach so altruistisch-selbstlosen „Wählerauftrag“ – während man im Hinterkopf von der zwangsfinanzierten Privatyacht träumt.

Im Gegenteil: Niemals endende und vordergründig hitzig-engagiert wirkende „Diskussionen“ ohne tatsächliche, konkret fassbare oder gar hilfreiche, das Leben e r l e i c h t e r n d e Resultate, die „qualitativ“ über die hunderttausendste Restriktion hinausgehen, sind für den stetigen, ethisch bis ins Mark verdorbenen Geldfluss unabdingbare Prämisse.

Das im entklärten sowie demokratiefetischistischen Einheitsbrei schaltende und waltende (treffender: wütende) und dabei noch nicht einmal demokratisch „legitimierte“ Europarlament in Brüssel besteht zu weiten Teilen aus gescheiterten, in der realen Welt alles in den Sand gesetzt habenden Existenzen – allen voran Herr Politkommissar Martin Schulz -, welche als Belohnung ihres inkompetenten Dauerversagens nunmehr ein Leben voller Annehmlichkeiten und Privilegien genießen dürfen und – als Krönung – sich dabei gegenseitig Lametta ans Revers pinnen. Ohne Kontrolle.

Eine Parallelwelt, die jedweden Bezug zur Realität verloren hat. Zwangsfinanziert vom EU-Bürger.

Zusammengefasst sehen die Zahlen im Brüsseler Tollhaus so aus [3]:

• Ein monatliches Grundgehalt von 8.020,53 EUR brutto.
• Ab dem vollendeten 63. Lebensjahr ein Ruhegehalt von 3,5 % des Gehalts für jedes volle geleistete Amtsjahr.
• Nach Ausscheiden aus dem Parlament ein Übergangsgeld in Höhe der Abgeordnetenentschädigung. „Dieser Anspruch besteht für jedes Jahr der Ausübung des Mandats für einen Monat, mindestens jedoch für sechs und höchstens für 24 Monate.“
• Eine pauschale monatliche Spesenvergütung von 4.320 EUR.
• Die Vergütung der tatsächlich entstandenen Kosten der Reisen zum und vom Ort der Parlamentssitzungen beziehungsweise 0,50 € pro Kilometer, wenn die Reise im eigenen Fahrzeug absolviert wird.
• Ein Tagegeld von 306 EUR für jeden Tag der Teilnahme an offiziellen Sitzungen der Gremien des Europäischen Parlaments.
• Die Anstellung von Assistenten auf Kosten der EU bis maximal 21.379 EUR monatlich inklusive Spesen. Maximal ein Viertel dieses Betrags kann auch für Dienstleistungen wie Gutachten von externen Anbietern verwendet werden.

Ehrlichkeit? Empathie? Anstand? Edelmut? Ethik?

Sie entscheiden.

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[1] Vgl. Der gläserne Abgeordnete, http://www.glaeserner-abgeordneter.de/infotour/diaeten, 04.12.16

[2] Vgl. Statista, https://de.statista.com/…/monatsgehaelter-deutscher-politi…/, 04.12.16

[3] Vgl. Europäisches Parlament, http://www.europarl.europa.eu/meps/de/about-meps.html, 04.12.16

Philipp A. Mende
Der Autor lebt in Peking und hat im Juwelen-Verlag das Buch „Geschosse wider den Einheitsbrei“ veröffentlicht, das auch als Hörbuch und als e-book erschienen ist.

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1 comment

  1. 1

    Roland Baader zitierte einmal den englischen Politiker und Nationalökonom Sir Alan Walters zum wahren Motiv der Politiker-Kaste:
    „Macht! Lesen Sie Shakespeare, und vergessen Sie alles über das Allgemeinwohl als Motiv für Politiker. Ich war lange genug in der Politik“ (Die belogene Generation. politisch manipuliert statt zukunftsfähig informiert, Gräfelfing: Resch, 1999, S. 37)
    Durch die Spezies der BERUFSPOLITIKER ist jedoch neben der Macht dieses zweite Motiv in der Tat fast gleichrangig geworden: Steuerzahlergeld in die eigenen Taschen umverteilen.
    Schaut man sich die Vita von Bundespolitiker-Gestalten wie etwa Sigmar Gabriel oder Andrea Nahles an, dann wird so richtig deutlich, dass die auf dem freien Markt nie, nie, nie auch nur einen Bruchteil des Geldes VERDIENEN würden, was sie als Politiker von den Steuerzahlern RAUBEN können – wenn sie nicht sogar arbeitslos wären, da ihre „Berufskenntnisse“ dort kaum bis überhaupt nicht nachgefragt werden.
    Neben den „regulären“ Politiker-Bezügen sollte man auch noch das korporatistische Posten-Geklüngel erwähnen, wo Politiker etwa bei „staatsnahen“ Unternehmen üppig vergütete „Nebenjobs“ zugeschanzt bekommen.

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