In Alarmbereitschaft

flickr./.Martin Abegglen - CC-Lizenz

Die „Achse des Guten“ hat einen großartigen Erfolg errungen. Indem sie den Gesinnungskampf-gegen-rechts der Firma „Scholz Unfriendly“ * öffentlich machte, hat sie eine Solidaritätswelle losgetreten, die sie sich wohl selbst kaum vorstellen konnte. Das Ergebnis: die „schwarze Liste“ wurde von der Kahane-Seite gelöscht.

Das ist eine gute Nachricht, denn sie zeigt uns, dass die Gegenöffentlichkeit an Einfluss gewinnt. Mit Sicherheit wird „Achgut“ aufgrund des Boykotts auch den einen oder anderen Neu-Abonnenten dazugewonnen haben.

Herzlichen Glückwunsch! Auch Journalistenwatch konnte bisher die juristischen Angriffe und die Kündigung von Werbepartnern durch Spenden seiner treuen Leser kompensieren und so entpuppte sich bislang jeder Angriff als Eigentor.

Danke dafür!

Doch nun hat sich der Geschäftsführer bei „Scholz Unfriendly“ Berlin und damit (Ex)-Chef vom Denunzianten zu Wort gemeldet und sein Beitrag zeigt uns, wie zynisch die Denkweise der linken Strategen ist:

…Was wir aber sind, ist eine Agentur, die für eine freie und angstfreie Meinungsäußerung eintritt. Und für eine offene Gesellschaft, in der kontrovers gestritten werden kann, ohne dass der persönliche Respekt im Umgang miteinander verloren geht…

Das sagt ein Firmeninhaber, der einen Millionenetat verwaltet, die Bundesregierung als Auftraggeber im Rücken hat, und somit schon finanziell nicht auf Augenhöhe mit den Blogbetreibern der Gegenöffentlichkeit steht. Das klingt fast so, als ob eine Gruppe von Schlägern, nachdem sie ihr wehrloses Opfer fast zu Tode geprügelt haben, vor Gericht behauptet, dieses hätte sich doch wehren können.

Aber eine andere Passage ist als weitaus gefährlicher einzuschätzen:

…#keingeldfürrechts ist provokant und hat an einigen Stellen unnötig provoziert. Geralds Reaktionen auf die ersten Anfeindungen waren überzogen und beleidigend. Die Aktion war nicht konsistent bei der Nennung der betroffenen Medien. Zunächst wurde Achgut.com als Beispiel für ein rechtspopulistisches Medium erwähnt, auf der „Blacklist“ hingegen ausdrücklich ausgeklammert. Ein liberal-konservatives Medium wie „Tichys Einblick“ stand ohnehin nie in der Kritik oder auf der Liste. Die Liste selber, erstellt von den Initiatoren der Aktion, ist subjektiv. Wann ist rechts zu rechts?…

Das ist nicht mehr als der durchschaubare Versuch, den medialen Widerstand zu spalten – in „nicht ganz so böse“, „ziemlich böse“ und „sehr, sehr böse“.

Nun hoffen wir, dass die klugen Köpfe von der „Achse“ und „Tichy“ auf diesen Trick nicht hereinfallen und nicht wie der Schüler, den man bei einem Streich erwischt hat, regieren und behaupten „Ich war das nicht, das waren die anderen“.

Es würde ihnen auch nichts nutzen, denn wenn es hart auf hart kommt – und das wird es garantiert im kommenden Bundestagswahljahr – denn die etablierten Parteien fürchten nichts mehr als den „Trumpeffekt“- werden sämtliche Protagonisten der medialen Gegenöffentlichkeit in den großen braunen Sack gesteckt und mit der Nazi-Keule zu Kleinholz verarbeitet. Parteien, die ihnen untergeordneten Medien, Werbeagenturen, Künstler, Juristen und Beamte machen keinen Unterschied mehr zwischen liberal, rechts, rechtspopulistisch und rechtsextrem, sie werden ALLE, die es wagen, die Regierung zu kritisieren, zu Staatsfeinden erklären.

Der Versuch von „Scholz Unfriendly“, der Gegenöffentlichkeit den Saft abzudrehen, ist schließlich nicht der erste und wird auch nicht die letzte sein. Wir brauchen uns nur an die Kampagne „Kein Bier für Nazis“ oder „Hausverbot für die AfD“ zu erinnern.

Hier sollen unliebsame Bürger aus der Gesellschaft aussortiert und isoliert werden, indem man ihnen die Vorzüge der Gesellschaft (gepflegt essen und gemütlich beisammen sitzen) entzieht.

Eine besonders üble Rolle spielt in dieser Inszenierung „Scholz Unfriendly“. Ihre eigentliche Aufgabe, das Vermarkten von Produkten und die Information über diese, erfüllen sie nur noch für den  „erwünschten“ guten Bürger, der Rest wird ausgeschlossen.

Diese typisch linke Denkweise müssen sich die Macher von „Scholz Unfriendly“ beim Weltmeister der Selektion, Josef Stalin, abgeguckt haben, der bekanntlich aus politisch-ideologischen Motiven am Ende Millionen Menschen verhungern und erfrieren ließ.

Gibt es bald von „Scholz Unfriendly“ für unliebsame Bürger die neue PR-Straf-Kampagne „ Gulag – Made in Germany“?

Die „Achse“ und „Tichy“ werden weiterhin, wie alle anderen „renitenten“ Blogs, im Focus der Gesinnungsterroristen stehen, die permanente und leicht durchschaubare Distanzierung untereinander ist also überflüssig.

Jetzt gilt es, über den eigenen Tellerrand zu schauen und nicht den Eigenbrötler zu spielen, denn die Regierung plant gerade eine Gesetzesänderung, die sogenannte „Fake News“ unter Strafe stellen will.

Was das bedeutet, ist wohl klar. Hier soll die Meinungsfreiheit noch mehr eingeschränkt werden, denn wer sonst als die Linken werden entscheiden, was Wahrheit und Unwahrheit ist? Die Macher der Gegenöffentlichkeit sollten sich lieber alle an den Hände fassen; von mir aus können sich Herr Broder und Herr Tichy auch Handschuhe anziehen, wenn sie Angst haben, dass sich ihr rechter kleiner Finger infizieren könnte.

Was uns eint, ist das Ziel, politische Veränderungen in diesem Land herbeizuschreiben, der eine mehr, der andere weniger intellektuell, der eine im klimatisierten Büro, der andere am Stammtisch, völlig egal. Wenn wir es geschafft haben, in diesem Land eine Wende einzuleiten, können wir uns immer noch darüber streiten, wer von uns was dafür getan hat.

Aber bis dahin ist es noch ein langer und beschwerlicher Weg und wir müssen gemeinsam in Alarmbereitschaft bleiben – mehr denn je!

*Name von der Redaktion geändert

Dieser Beitrag erschien zunächst hier

 

Bildquelle: flickr./.Martin Abegglen – Alarm

Thomas Böhm
Vom Autor sind im Juwelen-Verlag „Des Wahnsinns fette Leute“, „Das Parlament der Tiere“ und „Soweit die Stiefel tragen“ erschienen. Er ist Inhaber des meinungsstarken Blogs „Journalistenwatch“.

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1 comment

  1. 1

    Richtig erkannt es wird ein rauher Wind wenn nicht gar Sturm in 2017 über Deutschland aufziehen..Umso wichtiger diesen medialen Shitstorm des Mainstream gegenüber weiter Flagge zu zeigen.

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