Die verlorene Glaubwürdigkeit des Roland Tichy?

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Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, ja , ich behaupte, dass es sogar das höchste Gut ist. Wenn Sie Ihre Meinung nicht mehr frei äußern dürfen, dann kann Ihnen jedes Unrecht angetan werden. Jede Grausamkeit. Jede Gemeinheit.

In allen Gesellschaften auf dieser Welt passieren dort die schlimmsten Dinge, wo die Meinungsfreiheit ausgehebelt ist, wo keine Argumente zählen, sondern Befindlichkeiten und Animosiäten. Wo Menschen sich beleidigt fühlen und, anstatt mit Fakten gegen die „Angriffe“ vorgehen, dafür sorgen, dass die Beiträge, die Stein des Anstoßes sind, verschwinden.

So auch im jüngsten Fall, bei dem nun allerdings eine Person involviert ist, die bisher selbst – vermeintlich- auf der Seite der Meinungsverfechter gestanden hat – und nun ebenso einknickt wie viele das bereits vor ihm getan haben. Es ist eine Schande – und ein Trauerspiel.

Schade um Tichys Einblick. Aber so wird er nicht überleben. Kurzfristig zwar. Aber nicht auf Dauer. Und das Bedauerlichste ist: Er wird nicht vor sich selbst bestehen. DAS ist das größte Unglück!

Hier zum Sachverhalt, der dokumentiert zunächst hier erschien

Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

A. Vorbemerkung  von David Berger: Wir dokumentieren hier einen Beitrag, der am vergangenen Freitag auf dem Internetblog „Tichys-Einblick“ erschien, heute aber von der Redaktion gelöscht wurde. An der Stelle des Artikels heißt es dort nun:

„Der Beitrag ‚Warum Sie mit psychopathologisch gestörten Gutmenschen nicht diskutieren sollten‘ hätte hier nicht erscheinen dürfen. Unterstellung von Pathologie ist für TE keine politische Diskussionsbasis. Davon distanzieren wir uns ausdrücklich. Roland Tichy und Redaktion bedauern das und bitten um Entschuldigung.“

Damit sich die Leser überhaupt ein Bild davon machen können, wofür sich hier Roland Tichy und wohl auch der nach Aussagen des Autors für den Kontakt mit ihm zuständige Fritz Goergen entschuldigen, dokumentieren wir hier den Text in ganzer Länge.

Im Unterschied zu Nannyjournalisten trauen wir unseren Lesern zu, dass sie sich eine eigene Meinung zu diesem Text bilden können und man ihnen eine solche Denkaufgabe durchaus zuMUTen und zutrauen kann – wenn man selbst den MUT dazu hat.

Zu dem genauen Hergang der Löschung des Artikels: „Kritik an Grünen: „Tichys Einblick“ entschuldigt sich und löscht Artikel“. Und wenn sie wissen wollen, was im Hintergrund noch eine Rolle gespielt hat, empfehlen wir folgenden Beitrag:  Ein Xing-Sturm im deutschen Kindergarten.

***

B. Hier nun der Originalartikel von Jürgen Fritz, so wie er auf Tichys Einblick erschienen ist

Normalerweise liegt es mir vollkommen fern, Menschen zu pathologisieren. Damit sollte man äußerst vorsichtig sein und wenn immer möglich davon absehen. In diesem speziellen Fall erscheint es mir aber notwendig, da ansonsten nicht verständlich wird, was in nahezu allen westlichen Gesellschaften seit einigen Jahrzehnten so gewaltig schief läuft. Und da ich hier keine Einzelpersonen anspreche respektive diagnostiziere, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, möchte ich mir heute diese Freiheit nehmen, von meinem Grundsatz ausnahmsweise abzurücken.

Grün-linke Gutmenschen sind – und ich sage das nicht einfach so dahin – krank. Nicht körperlich, sondern geistig-psychisch. Daher ist es auch weder sinnvoll noch empfehlenswert, sich auf größere Diskussionen mit ihnen einzulassen. Warum nicht?

Eine offene und ehrliche Diskussion setzt voraus, dass beide sich von besseren Argumenten und Fakten potentiell überzeugen lassen. Ansonsten hat die Diskussion ja gar keinen Sinn. Sie setzt die Bereitschaft zum Denken, zum Nachdenken, zur kritischen Überprüfung der eigenen Position und den gemeinsamen Willen zur Wahrheitsfindung voraus. Andernfalls sind es reine Machtkämpfe, in denen der Eine sich, dem Anderen und Umstehenden seine Überlegenheit demonstrieren und sich mit allen Mitteln durchzusetzen versucht.

Ersteres funktioniert bei psychopathologisch gestörten Gutmenschen aber nicht. Sie haben sich partiell von der Realität abgekoppelt und schweben in einer Welt der Negation jeglicher Negationen, was natürlich ein Widerspruch in sich ist, dessen sie aber wiederum nicht gewahr werden, weil sie nicht kritisch denken, vor allem sich selbst nicht reflektieren können.

Sie können Differenzierungen und Bewertungen von Menschen, die immer auch mit Negationen einhergehen, auch solche rein sachlicher Art, innerlich nicht ertragen, weil sie rein gefühlsgesteuert agieren und ihnen die Vorstellung, dass Menschen unterschiedlich, auch für die Gesellschaft unterschiedlich wertvoll, ja, viele sogar schädlich sind, unangenehme Gefühle bereitet und dies für sie der höchste und im Grunde einzige Maßstab ist, wie sich etwas anfühlt. Ganz wie beim Tier oder beim Kleinkind.

Grün-linke Gutmenschen meinen, wenn sie die Vorstellung unterschiedlicher Bewertungen, damit auch der Wertigkeit, mithin das Negieren von etwas zulassen, dass dann das Negative in sie hinein käme und da dies ihr Harmoniebedürfnis und ihr Bedürfnis mit allem verbunden, mit allem eins zu sein (Verschmelzungssehnsucht) und das eigene Ich aufzulösen, konterkariert, lehnen sie dies ab, was natürlich wiederum eine Negation darstellt, die ihnen aber nicht bewusst wird, da sie nicht denken, sondern primär fühlen.

Dem liegt ein tief gestörtes Verhältnis zum eigenen Ich, welches sich allererst aus Abgrenzung konstituiert und entwickelt, dem liegt Angst vor Bewertung, vor dem Gefühl der Minderwertigkeit sowie Realitätsverlust und schwere Traumatisierungen, die nie verarbeitet wurden, sowie die völlige Unfähigkeit der kritischen Selbstreflexion zu Grunde.

Mit derart gestörten Personen sollte man nicht großartig diskutieren. Man muss sie behandeln. Aber das müssen spezialisierte Fachärzte machen. Dies würde wiederum voraussetzen, dass die davon Betroffenen ihre Krankheit selbst erkennen und vor sich selbst eingestehen. Einem Alkoholiker kann man nur helfen, wenn er sich a) eingesteht, ein solcher zu sein, und b) die Bereitschaft und den festen Willen aufbringt, das ändern zu wollen, was alles andere als leicht ist.

Da dies bei den psychisch gestörten Gutmenschen fast nie der Fall ist – sie halten sich ja für gesund und die anderen für böse, zeichnen sich regelrechte Feindbilder (alle, die ihre Negation aller Negationen nicht teilen) – kann ihnen wahrscheinlich nicht geholfen werden, zumal wenn sie auch noch in der Mehrheit sind und sich permanent ihrer selbst gegenseitig versichern und sich so immer tiefer in die Pathologie hineintreiben. Ein Ausbrechen aus dieser Spirale wird in den meisten Fällen kaum möglich sein.

Mit ihnen diskutieren, ist daher sinnlos und wenn man sie argumentativ aushebelt und sie der Argumentation folgen können, was allerdings fast nie der Fall ist, da sie das Denken a priori und per se abwerten, weil sie es nicht so gut können, dann schotten sie sich von einem ab, weil das ihr von der Realität partiell losgelöstes Konstrukt stören, sie in ein inneres Ungleichgewicht (kognitive Dissonanzen) bringen würde, was unangenehme Gefühle verursacht und genau die versuchen sie ja rund um die Uhr zu vermeiden.

Da sie rein gefühlsgesteuert sind und angenehme Gefühle zum absoluten Maßstab ihres eigenen wie jedes anderen Daseins erheben, wollen sie dem, wenn immer möglich, aus dem Weg gehen. Dadurch stagnieren sie natürlich kognitiv und überhaupt seelisch, bleiben bis zu ihrem Tode im Grunde auf dem personal-psychisch-emotionalen Niveau von Kleinkindern.

Und mit Kleinkindern kann man nicht auf Augenhöhe diskutieren. Man muss sich um sie kümmern und für sie sorgen, ihnen die Welt erklären, was aber voraussetzt, dass sie zuhören und lernen wollen. Bei kleinen Kindern ist das immer der Fall. Sie sind geradezu lern- und wissbegierig und dankbar für Anstöße und Erklärungen. Wenn sie auf kognitive Dissonanzen stoßen, bauen sie ihr Weltbild so lange um, bis es wieder zur Realität passt. Sie passen also ihr Inneres, ihre Vorstellungswelt immer mehr der Realität, der tatsächlichen Welt an, so dass eine innere Entwicklung stattfindet, sowohl kognitiv wie auch emotional.

Genau das wollen die psychopathologisch gestörten Erwachsenen, die übrigens unsere Gesellschaft inzwischen weitgehend dominieren, aber nicht. Jemand, der nicht dazulernen will, der „so bleiben will, wie er ist“, ist geistig-seelisch im Grunde schon tot. Und mit so jemand diskutieren zu wollen, ist vergebliche Liebesmüh.

Schonen Sie also bitte Ihre Nerven und tun Sie es nicht. Reden Sie lieber mit denen, die geistig offen, die – abgesehen von kleinen psychischen Störungen, die wir wohl alle haben – innerlich weitgehend gesund sind. Das ist a) befriedigender für einen selbst und b) kann man so etwas Positives bewirken, indem man selbst von dem anderen lernt und dieser von einem, so dass beide vorankommen und sich weiterentwickeln können, was vielleicht eine Sinndimension unseres Daseins darstellt.

Susanne Kablitz
Die Autorin ist Inhaberin des Juwelen-Verlags und Chefredakteurin des Juwelen-Magazins. Sie ist Autorin des Buches „Bis zum letzten Atemzug“ und Mit-Autorin von „Der Freiheit verpflichtet“.

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11 Comments

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    Dazu kann man nur sagen: Jeder soweit er aufgrund seines persönlichen Lebens- und Berufsumfeldes kann und möchte. Es gibt Leute, die haben mehr zu verlieren und andere eben weniger. So lange nicht das gesamte Umfeld gleichzeitig und dauerhaft an Fahrt verliert, wird dies an der gemeinsamen Sache und am Endergebnis wenig ändern.

  5. 6

    Zu Tichys Blog hat der GLR mal wieder das Beste gesagt:
    „Und dieser „Tichys Einblick“ ist etwas für die vermeintlich intellektuellen Durchblicker, die jetzt gemerkt haben – endlich: nach so und soviel Jahren haben sie endlich gemerkt, dass sie hier in einem Einheits-Lügensystem stecken. Es schwant ihnen allmählich… Und es ist für diese Leute schon alles zu spät. Wenn am nächsten Tag der Strom ausfällt oder sie werden überfallen und ihnen wird das letzte Hemd noch gestohlen, werden sie wahrscheinlich merken, dass sie die ganze Zeit geschlafen haben.“
    https://www.youtube.com/watch?v=4VwvSFOeS48
    Intellektuelles Geschwurbel, ein bisschen hochgestochene Kritik, aber bloß nicht allzu drastisch und niemandem auf den Schlips treten – man will sich ja schließlich von den „Populisten“ abgrenzen. Und zu praktischem freiheitlichen Handeln sind diese Theoretiker schon mal überhaupt nicht in der Lage. Tatsächlich sind die genauso tot wie die Systemgläubigen. Selbst wenn ihnen die Kacke bereits Unterkante Oberlippe steht, werden die noch intellektuell theoretisieren und diskutieren, was denn nun zu tun sei.
    Man sollte mit kollektivistischen Formulierungen immer vorsichtig sein, aber während sogar die Deutschen, „die etwas gemerkt haben“, wahrscheinlich noch in hundert Jahren rumdiskutieren, handeln etwa die Tschechen heute schon. Und wie:
    „On the heels of Czech President Milos Zeman’s warnings of a possible „super-Holocaust“ carried out by Muslim terrorists, urging citizens to arm themselves, WaPo reports the country’s interior ministry is pushing a constitutional change that would let citizens use guns against terrorists if police are delayed or unable to make their way to the scene of an attack.“
    http://www.zerohedge.com/news/2017-01-07/czech-government-fears-muslim-super-holocaust-urges-citizens-shoot-them-yourselves
    Hier geht es tatsächlich auch um konkretes Handeln: die Bürger zu bewaffnen anstatt sie verteidigungsunfähig zu machen. Und das sogar „mit Segen“ der Politik. Das geht ja schon Richtung eines „Second Amendment“. ;-) Ach Gottchen, für die intellektuellen deutschen „Durchblicker“ wäre die Bewaffnung der deutschen Bürger garantiert auch keine „Diskussionsbasis“.

    • 7

      „… aber bloß nicht allzu drastisch und niemandem auf den Schlips treten “

      Angriff ist die beste Verteidigung. Selbstverständlich erfordert das Mut. Schauen Sie sich Donald Trump bei seiner gestrigen historischen Pressekonferenz an: natürlich wird er dafür vom linken Establishment und den Mainstream-Fake-News-Presstituierten nun noch mehr gehasst werden – aber ihm ist das egal. Tatsächlich kann der auch gar nicht anders, als weiterhin konsequent und sich selber treu zu sein. Und so dreht er auch den Spieß genau um:
      „Trump Slams BuzzFeed As „Failing Pile Of Garbage“, Tells CNN „You Are Fake News“
      http://www.zerohedge.com/news/2017-01-11/trump-slams-cnn-reporter-you-are-fake-news-calls-buzzfeed-failing-pile-garbage
      Dann sollen sie halt bei CNN (Counterfeit Nazi News) aufheulen, wenn sie den Spiegel vorgehalten bekommen.
      Und hat ein Donald Trump etwa nichts zu verlieren? Der weiß sogar ganz genau, wie seine Feinde und die Lügenpresse (interessant übrigens, dass es dieser deutsche Begriff in die englische Sprache geschafft hat) vorgehen:
      „They will attack you. They will slander you. They will seek to destroy your career and your family. They will seek to destroy everything about you, including your reputation.“
      Aber eben auch DAFÜR haben ihn die Amerikaner gewählt.

      • 8

        Ja, WzK, DAS ist wohl wahr. Er ist authentisch; hier tun die meisten nur so … und sind geistig und/oder finanziell abhängig von anderen Leuten. Und wenn man abhängig ist, dann sagen die meisten Menschen nicht mehr das, was sie denken. Hier bei uns ist das mit der geistigen Abhängigkeit noch schlimmer als mit der finanziellen. „Was der Andere denkt und sagt“ ist ausschlaggebend. Deswegen kriegt man hier auch nichts Veränderndes hin.

  6. 9

    Ja, ich glaube auch, dass sich Tichy mit diesem Rückzieher keinen Gefallen getan hat. Der Artikel ist zwar weg, die Kommentare aber stehen noch – und das waren weit mehr als 400.
    Der Autor Jürgen Fritz hat es an anderer Stelle, bei David Berger, erwähnt, dass Tichy damit eine Chance verpasst hat, denn auch ich kenne keinen Beitrag bei Tichy, der eine derart hohe Resonanz unter den Lesern erzeugt hat.
    Wahrscheinlich liegt der Grund aber auch darin, dass er doch eher konservativ als liberal ist…

  7. 10

    Den auf Tichys Einblick gelöschten Beitrag kann man auch auf das einigermaßen bekannte Taubenschach verkürzen:
    „Mit dummen (linksgrünen) Menschen zu streiten, ist wie mit einer Taube Schach zu spielen.
    Egal, wie gut du Schach spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.“

  8. 11

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