Medien plappern nach – Finanzministerium segelt unter falscher Flagge

flickr. / András Fülöp

Wie wird man heutzutage eigentlich Redakteur für Wirtschaft und Finanzen? Benötigen Redakteure eigentlich noch grundlegendes Fachwissen oder kann man hier quasi so als „Hobbykoch“ anderen irgendwelche lauwarmen Gerichte servieren?!

Sorry, aber dieser Eindruck entsteht, wenn man sich die überall in den Medien widerspruchslos nachgedruckte PR-Meldung der Bundesregierung und ihres Finanzministeriums aktuell ansieht: „Der Bund hat im Jahr 2015 einen Haushaltsüberschuss von 12,1 Milliarden Euro erwirtschaftet“ – finde den Fehler! Ein kleines bisschen Basiswissen in Volkswirtschaftslehre (VWL) wäre bei dieser naiv kolportierten Meldung, die uns jetzt landesweit beglückte, in den Redaktionsstuben hilfreich gewesen. Dazu gehört auch die grundlegende Erkenntnis, dass man hierzulande auf den Fachbereich VWL einst immer einigermaßen stolz war. Denn im Gegensatz zur reinen Lehre von der Betriebswirtschaft (BWL), welche vor allem in den angelsächsischen Ländern die Analysen des Wirtschaftslebens prägen, hielt man hier große Stücke auf die erweiterte Betrachtung der Ökonomie – unter Berücksichtigung der größeren Kreisläufe des Geldes in ihrem gesellschaftlichen Makro-Gesamtzusammenhang.

 

Nur ein geistiges Kleinkind kann daher diesen Unsinn vom „Erwirtschaften“ des Geldes durch die Finanzämter und deren obersten Kassenwart nachplappern!

 

Diese inhaltliche Falschmeldung ist allerdings enorm aufschlußreich und gleichzeitig besorgniserregend. Durch die VWL-Brille, ganz sachlich gesehen, erwirtschaften Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen durch ihre Arbeitskraft und Leistung einen Überschuss, der dann ein zu versteuerndes Einkommen ergibt oder sie werden gleich monatlich per Lohnsteuer und diverse Abgaben üppig zur Kasse gebeten. Auf die Idee, dass in einem demokratischen und freiheitlichen Land das zuständige Ministerium dann im Sinne seiner freien Bürger lediglich eine Art Treuhänder des Volksvermögens ist, kommt inzwischen kein Wirtschaftsredakteur mehr. Dieser Treuhänder muss das EINGEZOGENE und eben nicht ERWIRTSCHAFTETE Geld seiner BÜRGER und eben nicht seiner ARBEITSSKLAVEN so seriös wie möglich verwalten und im Staatshaushalt zur Finanzierung der Ausgaben transparent verwenden. Der Staat WIRTSCHAFTET, aber er ERWIRTSCHAFTET nicht. Eigentlich!

Nun kommt der verräterische Teil dieser Botschaft, der von klugen Redakteuren als Steilvorlage hätte erkannt und dann entsprechend hinterfragt werden müssen.

Denn tatsächlich nimmt sich der Staat UNSER Geld und steckt es in Staatsbetriebe, wie etwa in die mittlerweile gigantische Sozialindustrie an deren Spitze inzwischen die Caritas als größter Arbeitgeber des Landes dasteht. Da muss man kein schräger „Reichsbürger“ sein um sich mal zu fragen, wie es denn kommt, dass unsere Regierung im Nebengeschäft noch das Land als eine Art GmbH führt, den Investoren (= Steuerzahler!) aber keinerlei Beteiligung an den Gewinnen ermöglicht sondern ganz dreist die Einzahler lediglich an den Risiken beteiligt – läuft beim Staat wie so oft etwas finanziell aus dem Ruder haftet der Steuerzahler, niemand sonst. Die o.g. Meldung hätte also seriöserweise lauten müssen: „Bund behält von dem erwirtschafteten Geld der Bürger einen Überschuss von 12,1 Milliarden Euro – und gibt das Geld nicht zurück!“

Aber, Hand auf’s Herz, was will man hier noch erwarten, wenn selbst aufs Ökonomische spezialisierte Fachmedien wie „Finanzen100“ das Märchen vom „Erwirtschaften“ blind und blöd nachdrucken. Fazit: Wir warten nun noch auf die Jahresbilanzen vom Vatikan, der Mafia sowie Cosa Nostra oder auch der GEZ – die „erwirtschaften“ bekanntlich auch so einiges.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-01/bundesfinanzministerium-haushalt-ueberschuss-wolfgang-schaeuble-konjunktur

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/staatsfinanzen-deutschland-macht-so-viel-gewinn-wie-noch-nie-1.2816036

https://www.welt.de/politik/video150955664/Bund-erwirtschaftet-12-1-Milliarden-Euro-Ueberschuss.html

http://www.focus.de/finanzen/steuern/bundeshaushalt-7-milliarden-euro-ueberschuss-fuer-schaeuble-jetzt-will-die-csu-steuersenkungen_id_6483319.html

https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/etat-deutschland-2015-bund-erwirtschaftet-haushaltsueberschuss-von-12-1-milliarden-euro_H126827643_236454/?SOURCE=7000002

 

Jürgen Stark
Das Juwelen-Magazin freut sich im Rahmen der Kooperation mit „Journalistenwatch“, den bekannten Literaten und renommierten Medienkritiker Jürgen Stark als Autor für diese Seite gewonnen zu haben.

Mit mittlerweile drei Millionen Zugriffen im Monat gehört JouWatch zu den führenden Leitmedien der Gegenöffentlichkeit. Neben den Brennpunktthemen und den vielen aktuellen Meldungen, die von den Mainstream-Medien vernachlässigt werden, bilden die Medienkritiken auch weiterhin einen wichtigen Schwerpunkt in der täglichen Berichterstattung.

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2 Comments

  1. 2

    Die zur selben Zeit angehäuften Hypotheken, wären auch einen Artikel wert – die impliziten Staatsschulden, welche 2015, 2016 angehäuft wurden, übersteigen diese fast läppischen Milliärdchen um ein x-faches. Das Haften für Pleitestaaten, Wanderlustige usw., dürfte in die Billionen gehen.

    Alleine das Bereitstellen der Infrastruktur für Millionen Dahergelaufene, wird auf lange Sicht ein unvorstellbares Volumen ausmachen. Keine Ahnung von exakten Zahlen Deutschland betreffend, in der Schweiz gehen wir von ungefähr 400 Quadratmeter Bebauung pro Person aus (Wohnungen, Strassen, Freizeitangebote etc.) – bei 2,5 Millionen weniger lang hier lebenden, käme man auf eine Milliarde zusätzlich zu bebauender m2. Was dürfte dies also einzig die Infrastruktur betreffend ausmachen? Durchschnittlich vielleicht 1000 Euro pro Meter? Also 1’000’000’000’000 Euro für Infrastruktur & noch einmal ungefähr diesen Betrag für die lebenslange Bewirtung? 400’000 pro Nase, dürfte eher am unteren Rand angesiedelt sein, wenn man an die europaweite Sozialhilfequote dieser Klientel berücksichtigt.

    Alles in Allem, dürfte jeder Neubürger durchschnittlich gut & gern mit einer Million subventioniert werden – relativ „konservativ“ gerechnet.

    Jeder der 13’000’000 (?) Netto-Steuerzahler wird also durchschnittlich pro Million Neusiedler mit 77’000 Euro zusätzlich belastet – wer weiss, vielleicht auch eher mit 100’000, oder mehr.

    Unglaubhaft? Nun ja – tatsächlich – vilerlei Kosten wurden in dieser Rechnungen erst gar nicht berücksichtigt – nicht zuletzt die Verluste & das Leid, derer die schon länger hier leben, welches nicht in Beträgen auszuweisen ist

    …ausweisen wäre allerdings ein Teil der Lösung – sofort & konsequent.

    Ähnlich verhält es sich doch mit Straftaten: diese zweieinhalb offiziell an die grosse Glocke gehängten, sind doch ein böser Scherz. Beförderugserschleichung beispielsweise, gilt als Straftat – wenn nun ein Neudeutscher zB einmal täglich hin & zurück eine Stecke fährt & dabei je 2 mal umsteigt, ergeben sich pro an Leib & Leben bedrohtem, jährlich alleine „den Verkehr“ betreffend 2190 Straftaten. Um auf jährlich eine Milliarde solcher Vergehen zu kommen, sind also lediglich 456’621 Fachkräfte von Nöten. Sollte Jenen die widerrechtliche Benutzung hiesiger Beförderungsmittel in doppeltem Umfang zusagen, nur noch 228’310,5.

    Und wie viele Straftaten, der Gäste Mergels wurden nun ausgewiesen? 214’000, wenn ich mich recht entsinne …nun – bei (meinetwegen) grosszügigen Annahmen, die Reiselust der weit gereisten betreffend, könnte man einzig auf dieses Partikular-Problem bezogen, von 467’289 % (!!!) höheren Zahlen ausgehen, als gesamthaft – wie soll man sagen – zugestanden werden.

    Aber was soll’s – mir wurde schon vor etlichen Jahren klar, man kann mit den grausamsten Vergleichen kommen, der weisse Mensch ist derart von Selbsthass zerfressen, er wird sich seiner genosuizidären, ethnosadomasochistischen Ungeheuerlichkeiten nicht mehr gewahr. Diese Erkenntnis manifestierte sich, als ich merkte, wie folgender Vergleich höchstens noch von Menschen verstanden wurde, welche sich schon damit abgefunden haben, von ihren ach so toleranten Mitmenschen als rechtsextrem, oder gar als Nazi bezichtigt zu werden. Ansonsten hat sich ausnahmslos jeder, der ungefähr 20 Befragten, als ein ungeheuerlich Empathie-loser (entschuldigung) Bastard zu erkennen gegeben und bestenfalls irgendetwas im Sinne von, ja aber daher gefaselt.

    Der Vergleich: in der Schweiz rechnet ORS (Armutsbewirtschafter) seine Schergen im „Niedertarif“ zu gut 132 Franken die Stunde ab – bei einem Arbeitstag von 8,5 Stunden kommen so 1122 Franken zusammen (Tätigkeiten reichen von tatsächlicher sozialer Arbeit, bis zum Zeigen wie man eine Waschmaschine bedient, einen Putzlappen verwendet, Windeln wechselt, oder den Weg zum Discounter findet). Auf der anderen Seite, sind laut UN world food programme mitunter lediglich 20 Cent von Nöten, um einem Menschen, einen Tag das Überleben zu sichern. Das bedeutet nichts anderes, als dass mit dem selben Geld, in der selben Zeit, nicht weniger als 5610 Menschen das Verhungern zu ersparen wäre. Ein himmelschreiendes Missverhältnis von 561’000 %! Und dies auch nur wenn man pampern, mit vor’m Hungertod retten gleichsetzten will.

    …diese Leute meinen auch noch allen Ernstes, sie wären gute Menschen. Es gibt keinerlei angemessene Umschreibung für Ungeheuerlichkeiten dieser Art. Jeder der sich an so etwas beteiligt, ist in meinen Augen weit, weeeeeeit unterhalb eines durchschnittlichen SS-Büttels anzusiedeln.

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