Objektiv einseitig – Wie deutsche Nachrichtendienste das kommunistische China hofieren

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Man gewöhnt sich an alles. Man stumpft ab. Man lässt es plätschern, wie Wasser aus dem Hahn. Ein China. Abtrünnige Provinzen. Nicht verhandelbar. Warnung an Washington. China fordert. Die Sensibilität anerkennen, wie die meisten Staaten. Denn es gibt nur ein China, das blutrote China, eine „Volksrepublik“, gebaut auf den Gewehrläufen der Revolutionäre.

Blicken wir mal auf die Jugend. Schauen wir auf Schulhöfe, in U-Bahnen oder in Jugendtreffs und beobachten deren intensive Nutzung jeweiliger Smartphones.

Da erblicken wir dann die Hauptinformationsquellen heutiger Zeitgenossen, wobei auch Sechzigjährige inzwischen zunehmend zu den Intensivnutzern der virtuellen Netzmedien gehören. Im allgemeinen Zeitschriftenmarkt, insbesondere auch bei den klassischen Titeln und bei den einst beliebten überregional bedeutsamen Magazinen, ein permanenter Auflagenrückgang. Jede neue IVW-Quartalsprüfung ergibt drastische Einbrüche bei der Medienverbreitung und deren Nutzung. Was das mit China zu tun hat? Wesentlich mehr als der Sack Reis, der da ständig umfällt!

Als das Magazin Focus, als Gegenspieler des Spiegel, dem jahrzehntelangen Platzhirschen der Nachrichtenmagazine, auf den Markt kam, da brachte sein Erfinder und Chefredakteur Helmut Markwort einen umstrittenen Begriff gleich mit ins Geschehen: „Infotainment“! Erwartungsgemäß regten sich alle auf, heute ist Infotainment im Zeitalter des gigantösen Internets der Standard. Kurz: Wer kaum noch liest und die Anstrengung der Aufklärung durch Hintergrundwissen und faktengestützte Interpretationen von Hintergründen scheut, wem also Überschriften schon fast zu viel sind, wer vorgekaute Häppchen gerne schluckt und dann meint, mitreden zu können, der ist leicht zu manipulieren. Was das mit China zu tun hat? Noch drei Säcke Reis, die umfallen.

Im Ernst: Die im ersten Absatz erwähnten Infohappen illustrieren einen inhaltlichen Tiefgang, der die Scheinobjektivität einer alles seriös überstrahlenden Nachrichtlichkeit vermittelt.

Die kurze Story lässt sich leicht erklären. Unter einem Foto, welches Donald Trump mit verzerrtem „Gegenwind-Gesicht“ bewußt disharmonisch und schräge präsentiert, läuft eine Bildunterschrift, die wie eine Unwetterwarnung klingt und dabei bereits eine einseitige Schuldzuweisung ist: „Der künftige US-Präsident Donald Trump ist noch nicht im Amt und sorgt schon für Verstimmungen zwischen Washington und Peking.“ Pfui, das geht ja gar nicht! Im Vorspann des Beitrags wird dann weiter enthüllt, was dieser Bösewicht da so einfach macht: „Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich auf China eingeschossen. Peking gefällt das gar nicht und schickt jetzt eine Warnung nach Washington: Die ‚Ein-China-Politik ist nicht verhandelbar‘, heißt es aus Peking.“ Im Politbüro der dauerregierenden Kommunistischen Partei Rotchinas sind also vor Wut gleich mehrere Säcke Reis umgefallen. Warum?

Die Chinesen stecken Regimegegner in Lager oder verpassen ihnen überwachten „Hausarrest“, Chinas Minderheiten und weite Landesteile und Regionen wurden imperialistisch einverleibt, wie etwa Tibet oder Taiwan, die man sozialistisch kontrollieren und moralsozialistisch zwangsbeglücken möchte. Ein bisschen Kapitalismus ist längst erlaubt, Freiheit und eigene Meinungen aber nicht, wie unter strammen Linken weltweit so üblich, denn seit Lenin gilt Kontrolle der Untertanen als oberstes Gebot.

Donald Trump hatte es hier nun lediglich gewagt, nach seiner Wahl mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen zu telefonieren – und die hatte ihm lediglich zum Wahlsieg gratuliert. Was aber schreibt t-online.de: „Die kommunistische Führung betrachtet Taiwan seit 1949 als abtrünnige Provinz. Mit seiner Ein-China-Doktrin fordert Peking, dass kein Land diplomatische und andere offizielle Beziehungen zu der Inselrepublik unterhalten darf, wenn es ein normales Verhältnis mit der Volksrepublik pflegen will. Die meisten Staaten, darunter auch die USA, halten sich seit Jahrzehnten an dieses Prinzip.“ Da möchte man dann vor Wut mit hunderten Säcken Reis nach diesen unterwürfigen Redakteuren werfen, die hier massiven Verrat an unseren Werten betreiben – schön scheinobjektiv, versteht sich!

Ohne mit der Wimper zu zucken wird Trump einseitig und parteilich (!) zum Bösewicht erklärt, alle Sachverhalte zum Thema kommen direkt aus der Agitpropabteilung der linksfaschistischen Diktatur. Nur kurz wird erwähnt, dass Trump dann noch im „Wall Street Journal“ gesagt haben soll, dass eben alles verhandelbar sei, „auch Ein-China“, was natürlich eine Provokation für die Verantwortlichen des einstigen Massakers am Tian’anmen-Platz in Peking sein muß. Kommunisten wollen nicht verhandeln, sondern erschießen, unterdrücken, gleichschalten und sonst wie die Menschenrechte im Namen ihrer tausendfach gescheiterten Ideologie vergewaltigen. Es reicht ihnen schon ein Telefonat mit einer gewählten Präsidentin eines halbwegs unabhängigen Landesteils und der Hinweis auf das Primat der Politik, also auf Demokratie und Mitbestimmung durch das Volk, um sich als autoritärer KP-Bonze seiner Totalkontrolle beraubt zu fühlen. Darauf einen sozialistischen Sack Reis für alle!

Was hierzulande gerade von Linken, wie etwa dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Stegner, stets lauthals gefordert wird, das dominierende Primat der Politik und der Parteien im Lande, ist also dann plötzlich ein Sakrileg, wenn ein Donald Trump als zukünftiger US-Präsident sich derlei „Frechheiten“ gegenüber der verbrecherischen Diktatur in China heraus nimmt.

Fazit: Es sind unseriöse Infotainmentdienste wie t-online.de, verkoppelt mit den großen deutschen Nachrichtenagenturen, die heutzutage vor allem Jugendliche mit solchen Kurzinfos manipulieren und in falsche  Richtungen lenken. Das journalistische Prinzip der Gegenüberstellung USA/Trump vs. China mit den wirklich relevanten Fakten und einem Plädoyer für UNSERE WERTE bleibt einfach aus. Wie solche nützlichen Idioten der real existierenden Diktaturen in dieser Welt darüber denken? Meinungsfreiheit als Auftrag in der gelebten Demokratie? Das ist für t-online.de so relevant wie der Sack Reis, der weiterhin in China stets umfällt….

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_80081800/auf-china-eingschossen-peking-warnt-donald-trump.html

Jürgen Stark
Das Juwelen-Magazin freut sich im Rahmen der Kooperation mit „Journalistenwatch“, den bekannten Literaten und renommierten Medienkritiker Jürgen Stark als Autor für diese Seite gewonnen zu haben.

Mit mittlerweile drei Millionen Zugriffen im Monat gehört JouWatch zu den führenden Leitmedien der Gegenöffentlichkeit. Neben den Brennpunktthemen und den vielen aktuellen Meldungen, die von den Mainstream-Medien vernachlässigt werden, bilden die Medienkritiken auch weiterhin einen wichtigen Schwerpunkt in der täglichen Berichterstattung.

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